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Junger Digitalsender gescheitert: RTL II nimmt Jugendableger „You“ nach nur einem Jahr wieder vom Netz

Mit „You“ wollte RTL II eine „Brücke“ zwischen Sender und YouTube schlagen – vergeblich.
Mit "You" wollte RTL II eine "Brücke" zwischen Sender und YouTube schlagen – vergeblich.

Die Idee war da, das Publikum nicht: RTL II nimmt seinen Digitalsender RTL II You, der konsequent auf junge Zuschauer ausgerichtet war, schon wieder vom Netz. Entsprechende Informationen von MEEDIA bestätigte der Sender nun auf Nachfrage. Grund für das Aus nach etwas mehr als zwölf Monaten: Das vergleichsweise aufwändig gestaltete Web-Programm traf auf zu geringe Resonanz im Zuschauer- wie auch im Werbemarkt.

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Wie RTL II einige Wochen nach der ersten Anfrage von MEEDIA nun bestätigt hat, wird das Programm am 30. Juni 2017 eingestellt. „Das Angebot konnte sich als unabhängige Plattform nicht wie erhofft durchsetzen“, erklärt ein Sprecher des Senders.

Im April wurde der ausbleibende Erfolg des digitalen Jugendangebotes zum ersten Mal deutlich: In seiner ersten IVW-Ausweisung erreichte die Plattform RTL II You nur 836.216 Visits. Angesichts des umfangreichen Angebotes dürften sich die Macher einen größeren Erfolg erhofft haben.

RTL II You war im Mai vergangenen Jahres mit dem Ziel gestartet, junge Zuschauer, die eben nicht mehr das lineare Fernsehen einschalten, an die Marke zu binden. Das Angebot, das sich gezielt an 14- bis 25-Jährige richtet, wollte die Funktionen von klassischem, linearem Fernsehen und autonomer Content-Auswahl in einer interaktiven Plattform bündeln. RTL II You besteht inhaltlich aus exklusiven Eigenproduktionen (beispielsweise die Digital-Soap „Mjunik“, die nun im linearen Fernsehen läuft), alten RTL II-Formaten (wie „Berlin Tag und Nacht“, „Köln 50667“) sowie Partner-Content. Gleichzeitig bietet RTL II You neben den Demand-Angeboten einen Livestream an.

Mit dem Projekt ist der Sender (vorerst) mit seinem Vorhaben gescheitert eine „Brücke“ zwischen RTL II und YouTube zu schlagen, wie der ehemalige Digitalchef Christian Nienaber, der den Sender im Frühjahr dieses Jahres verlassen hat, das Vorhaben beschrieben hatte. Monetarisieren sollte sich RTL II You über die klassische Werbevermarktung von Pre- und Postroll-Ads. In den Livestream waren Werbeunterbrechungen programmiert, in denen der Sender auch mit Targeting experimentieren wollte.

Vom gescheiterten You-Modell wolle man sich allerdings nicht abschrecken lassen. „Unabhängig von RTL II You hält RTL II an seinem 360-Grad-Ansatz fest, den es seit dem Start von ‚Berlin Tag und Nacht‘ und ‚Köln 50667‘ verfolgt: Alle geeigneten neuen Formate werden auf maximale Reichweite in den relevanten eigenen und den Social-Media-Kanälen hin ausgerichtet“, so ein Sprecher. „Zudem werden wir weiterhin ‚Online-Only‘-Formate entwickeln.“

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