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Wettstreit um erstes selbstfahrendes Serien-Auto: Apple least bei Hertz, Google bei Avis

iCar-Pläne: Apple-Chef Tim Cook wird konkreter
iCar-Pläne: Apple-Chef Tim Cook wird konkreter Foto: dpa

Apple kooperiert bei der Entwicklung eines selbstfahrenden Autos offenbar mit dem Autovermieter Hertz. Wie Bloomberg berichtet, habe Apple zu Testzwecken eine kleine Flotte des Lexus RX450h angemietet. Stunden zuvor wurde bekannt, dass Erzrivale Alphabet über seine Autotochter Waymo bei dem Autovermieter Avis gleich 600 Fahrzeuge zu Testzwecken seiner autonomen Fahrsysteme bestellt habe.

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Wie Bloomberg berichtet, hat Apple bei Hertz eine kleine Flotte geleast, um seine autonomen Auto-Pläne voranzutreiben. Bei den geleasten Fahrzeugen handele es sich um das Lexus Premium-SUV RX450h, das bei Preisen von 76.000 Euro beginnt.

Wenn die Test-Fahrzeuge ein Indikator für Apples Elektroauto-Ambitionen sind, würde der wertvollste Konzern damit auf eine Premiumklasse abzielen wie Tesla zunächst mit seinem 2015 ausgelieferten Model X.

Apple least 6 Autos bei Hertz, Google 600 bei Avis

Wahrscheinlicher als die Fokussierung auf eine Wagenklasse erscheint allerdings, dass Apple seine Software für selbstfahrende Elektronikautos an verschiedenen Modellen testet. CNBC relativierte den Bloomberg-Bericht wenig später mit dem Hinweis, dass Apple lediglich sechs Fahrzeuge geleast habe.

Weitaus umfangreicher sind die Testbemühungen offenbar beim Erzrivalen Alphabet fortgeschritten. Wie CNBC ebenfalls berichtete, habe die Autotochter Waymo bei dem Autovermieter Avis gleich 600 Fahrzeuge zu Testzwecken seiner autonomen Fahrsysteme bestellt.

Die Aktien der Autoleasing-Firmen, die angesichts der Bedrohung der autonomen Auto-Pläne von Google, Apple, Tesla, Uber & Co in den vergangenen zwei Jahren bis zu 75 Prozent ihres Wertes eingebüßt hatten, schossen nach den Berichten über Bestellungen von Apple und Google jeweils zweistellig nach oben.

Apple konkretisiert seine Auto-Pläne
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In der vergangenen Woche hatte Apple nach einem Kurseinbruch an der Wall Street, der mehr als 75 Milliarden Dollar an der Börse ausradierte, gegenüber Bloomberg erstmals seine Elektroautopläne bestätigt.

„Autonome Systeme“ seien die Kerntechnologie, die Apple als „sehr wichtig“ erachte, erklärte Konzernchef Tim Cook. „Das autonome Fahren ist die Mutter aller KI-Projekte und gleichzeitig das komplexeste, an dem man derzeit arbeiten kann“, wurde Cook zu Apples Anstrengungen konkreter. Es sei eine großartige Erfahrung, nicht mehr tanken zu müssen, lockte der Apple-CEO.

Viele Hiobsbotschaften zu Apples Autoplänen

Vorausgegangen waren zweinhalb Jahre, in denen sich die Gerüchtelage zu Apples sagenumwobenen iCar-Plänen immer wieder eingetrübt hatte. Steve Zadesky, Chef von Apples geheimer Auto-Unit „Titan“, hatte den Techpionier 2016 völlig überraschend nach 17 Jahren verlassen und wurde ein halbes Jahr später durch Apple-Veteran Bob Mansfield ersetzt.

Wenig später mehrten sich jedoch die Hiobsbotschaften: Apple habe beim Projekt Titan wenig Fortschritte gemacht und überdenke seine Pläne beim selbstfahrenden Auto grundsätzlich, berichtete im vergangenen September die New York Times. Die Folge: Hunderte Kündigungen.

Nach einem „unglaublichen Führungsversagen“ schien es zuletzt gar nicht mehr klar, ob der wertvollste Konzern der Welt noch selbst ein Auto entwickeln wolle oder sich auf die Entwicklung einer Software-Plattform für selbstfahrende Autos beschränke, hatte Bloomberg im vergangenen Herbst berichtet.

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