Brancheninsider: Warum Mark Zuckerberg nicht US-Präsident werden wird, sondern eher Facebook-Vizechefin Sheryl Sandberg

Mark Zuckerberg hat sich bereits einige Male öffentlich mit Barack Obama gezeigt – ist der Facebook-CEO am Amt des Präsidenten interessiert?
Mark Zuckerberg hat sich bereits einige Male öffentlich mit Barack Obama gezeigt – ist der Facebook-CEO am Amt des Präsidenten interessiert?

Die Gerüchte halten sich hartnäckig: Mark Zuckerberg könnte einmal für das Weiße Haus kandidieren. Darauf würde nicht nur seine ausgedehnte USA-Tour hindeuten, die Zuckerberg wie eine Präsidentschaftskampagne dokumentiert, sondern auch seine staatstragenderen Statements zur Zukunft von Facebook, die in immer offenkundigerer Opposition zu US-Präsident Trump stehen. Brancheninsider Nathan Hubbard, früher CEO bei Ticketmaster, hat Zuckerbergs Präsidentschaftsambitionen nun jedoch überzeugend bei Twitter den Wind aus den Segeln genommen.

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Das Vorhaben klang wieder einmal ambitioniert: „Mein persönliches Ziel für 2017 ist es, bis zum Jahresende alle Bundesstaaten bereist zu haben“, erklärte Zuckerberg zu Jahresbeginn seine persönliche Herausforderung. „In vielen Bundesstaaten habe ich bereits eine beträchtliche Zeit verbracht, so dass mir noch 30 Staaten fehlen, um das Ziel zu erreichen.

Das Jahr ist inzwischen fast zur Hälfte herum, und Mark Zuckerbergs Reise durch die USA geht immer weiter. Der Amerika-Trip des Facebook-Chefs wird von vielen Beobachtern als Vorbote von möglichen Präsidentschaftsambitionen verstanden.

Mark Zuckerbergs USA-Reise: Bilder wie aus einer Präsidentschaftskampagne

Die damit verbundene Hochglanz-PR-Dokumentation erinnert zumindest bereits ein bisschen an die Wahlkampf-Bilder von Präsidentschaftsbewerbern. Am Wochenende stoppte der Facebook-Chef in Iowa, wo traditionell Präsidentschaftskampagnen beginnen.

Und doch dürfte aus einem Präsidentschaftskandidaten Mark Zuckerberg, den sich so viele als Herausforderer von Donald Trump wünschen würden, in absehbarer Zeit nichts werden. Zuckerberg hat diese Ambitionen mehrfach dementiert – zuletzt in einem ausführlichen Post Ende Mai.

Die eigentlich schlagendsten Argumente gegen die Kandidatur lieferte am späten Sonntag unterdessen ein Brancheninsider. Nathan Hubbard, früher CEO bei Ticketmaster und danach Medienchef bei Twitter, redete in einen Tweetstorm, bestehend aus gleich elf Tweets Klartext.

„Er hat sehr wenige der Qualitäten, die es braucht, um zu gewinnen“

Und das nicht besonders freundlich: „Diese Bilder, die wir da von Zuck sehen, sehen aus wie herausgeschnittene Filmszenen von ‚Forrest Gump trifft die 40 Jahre alte Jungfrau'“, witzelt Hubbard.

„Es ist daher albern, Zuckerberg mit Präsidentschaftsambitionen in Verbindung zu bringen. Er hat sehr wenige der Qualitäten, die es braucht, um zu gewinnen“, wird Hubbard deutlich und meint damit die fehlende ‚Social Skills‘ und das mangelnde Charisma, das selbst der haushohen Favoritin Hillary Clinton bei der sensationellen Wahlniederlage im vergangenen Jahr zum Verhängnis wurde.

Der große öffentliche Auftritt ist Zuckerbergs Sache nicht

Mark Zuckerberg hat fraglos stark an seinen rhetorischen Fähigkeiten gearbeitet und ist heute ein viel besserer Redner als noch zu Beginn des Jahrzehnts, als er auf der Internet-Konferenz „D8“ 2o10 von Kara Swisher und Walt Mossberg wie ein Schuljunge beim ersten Referat auf offener Bühne mit Angstschweiß vorgeführt wurde  – der große öffentliche Auftritt ist seine Sache trotzdem nicht.

Zuckerbergs USA-Tour sei vielmehr durch die Trump-Wahl motiviert worden, das Land – und damit seine Nutzer – besser verstehen zu wollen. „Er ist am 9. November mit der Erkenntnis aufgewacht, dass Facebook einen (Polit-)Wechsel erleichtert hat, den er hat nicht kommen sehen; das ist beängstigend für einen Gründer“, folgert Hubbard.

„Rücksichtsloser Überlebensinstinkt“

Weil Zuckerberg aber einen „rücksichtslosen Überlebensinstinkt und in Verbindung mit einen grenzenlosen Drang zu lernen“ habe, wolle der Facebook-Chef schlicht mehr über die Nutzer seiner Plattform erfahren, folgert der frühere Twitter-Medienchef.

Als eigentliche Präsidentschaftskandidatin des Social Network bringt Hubbard Facebooks Vizechefin Sheryl Sandberg ins Spiel (#Sheryl2020), die ihre eigene Ambitionen allerdings ebenfalls mehrfach dementiert hatte und zuletzt als mögliche künftiger Vorstandschefin bei Uber und Disney gehandelt wurde.

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