1,19 Mio. sehen umstrittene Antisemitismus-Doku im Ersten, 5,73 Mio. den U21-Fußball

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ARD-Doku "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa"

Die ganz große Aufmerksamkeit bekam die ARD-Doku "Auserwählt und ausgegrenzt" trotz der wilden Diskussionen der vergangenen Tage zwar nicht, doch immerhin 1,19 Mio. Leute sahen die 92 Minuten im Durchschnitt. Die begleitende "Maischberger"-Diskussion kam danach auf 610.000 Seher. Die Top-Programme des Tages waren aber andere: Vor allem das U21-EM-Spiel Deutschland-Dänemark stach mit 5,73 Mio. Fans und 2,9% aus der Masse heraus.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Mittwoch wissen müssen:

1. Trotz der Diskussionen: überschaubares Interesse für Antisemitismus-Doku und „Maischberger“

1,19 Mio. Menschen sahen also ab 22.15 Uhr die ARD-Doku „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“, die in den vergangenen Tagen und Wochen für wilde Diskussionen gesorgt hatte. Immerhin gab es also ein Millionenpublikum – bei arte wären die Zuschauerzahlen ganz anders ausgefallen. Allerdings: Mit dem Marktanteil von 6,7% landete der Film deutlich unter dem Normalniveau des Ersten. Die anschließende „Maischberger“-Runde zum Thema verfolgten noch 610.000 Leute ab 23.50 Uhr – ein Marktanteil von 7,1%.

2. ZDF siegt mit U21-EM, auch ARD-Film vor allen Privaten

Mit 5,73 Mio. Fans gewann das U21-EM-Spiel zwischen Deutschland und Dänemark den Mittwoch im deutschen Fernsehen. Das Match erzielte damit ab 20.45 Uhr im ZDF einen stolzen Marktanteil von 22,9%. Auch das Halbzeit-„heute-journal“ sprang mit 5,09 Mio. Neugierigen und 19,4% noch über die 5-Mio.-Marke. Stärkstes Nicht-ZDF-Programm war die 20-Uhr-„Tagesschau“ des Ersten mit 3,50 Mio. Sehern und 15,7%, den anschließenden Film „Glückskind“ schalteten 2,70 Mio. (10,9%) ein. Stärkstes Programm der Privaten war „RTL aktuell“ mit 2,56 Mio. und 15,7%, in der Prime Time „Die Bachelorette“ mit 2,01 Mio. und 8,1%.

3. RTLs „Bachelorette“ legt zu, verliert aber auch im jungen Publikum gegen den Fußball

Freuen kann sich angesichts der Mittwochs-Quoten auch RTL: „Die Bachelorette“ lockte diesmal 1,30 Mio. 14- bis 49-Jährige, der Marktanteil lag bei tollen 16,0%. Vor einer Woche gab es bei der Staffel-Premiere noch 1,08 Mio. und 14,2%. Für den Tages- oder Prime-Time-Sieg reichte die positive Tendenz dennoch nicht ganz, denn den U21-Fußball sahen 1,34 Mio. 14- bis 49-Jährige (16,0%). ProSieben erreichte mit „Grey’s Anatomy“ unterdessen 870.000 junge Menschen und 11,5%, mit „This is Us“ wieder nur 610.000 (7,0%). Bei Sat.1 kamen die „21 Schlagzeilen“ nicht über 7,9% hinaus.

4. Blasser Abend für Vox, RTL II und kabel eins

Die drei Sender der zweiten Privat-TV-Liga erreichten am Mittwochabend keine Top-Quoten bei den 14- bis 49-Jährigen. So blieb Vox mit zweimal „Rizzoli & Isles“ ab 20.15 Uhr bei jeweils 4,6% hängen, „Major Crimes“ erzielte um 22.10 Uhr 5,9% und erst nach 23 Uhr bessere 7,3%. Bei RTL II gab es nur 3,6% für die „Teenie-Mütter“, 4,5% für „Die Babystation“ und 4,9% für die „Wunschkinder“, kabel eins kam mit „Ghost“ um 20.15 Uhr nicht über 4,0% hinaus, kletterte ab 22.50 Uhr mit Speed“ aber noch auf ordentliche 6,0%.

5. Grandiose Zahlen für „Wilsberg“ bei zdf_neo, Erfolge auch für „Sexsüchtig“-Doku bei 3sat und „Dr. House“ bei Super RTL

Bei den kleineren Sendern ragte „Wilsberg“ extrem aus der Masse heraus: 1,62 Mio. Krimifreunde sahen die Wiederholung um 20.15 Uhr bei zdf_neo – ein grandioser Marktanteil von 6,6% und ein Prime-Time-Sieg gegen Sender wie Sat.1, ProSieben, Vox, RTL II, etc. Deutlich über dem Soll landete auch die „Sexsüchtig“-Doku bei 3sat: 750.000 Neugierige bescherten ihr 3,1%. Bei den 14- bis 49-Jährigen sind noch die „Dr. House“-Zahlen bei Super RTL erwähnenswert: Mit 170.000, 300.000 und 320.000 jungen Zuschauern erzielten die drei Episoden ab 20.15 Uhr ordentliche 2,3%, tolle 3,5% und grandiose 4,1%.

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Alle Kommentare

  1. Das, was in D als Antisemitismus angesehen wird ,ist meist berechtigte Kritik an der Politik Israels und mir kam die Sendung ( Maischberger habe ich nicht gesehen) als Stimmungsmache gegen Palästina vor, z.B. das ehem. Mossadmitglied,das immer wieder beschwor,daß die Palästinenser sich freiwillig aus den von Israel umkämpften Gebieten zurückgezogen hätten,um dann doch einzuräumen,daß es nur mit Nachhilfe ging. Und wenn ich an den Fall des bereits am Boden liegenden Palätinensers denke,der von einem israel. Soldaten den finalen Kopfschuss erhält, da muß doch am Gerichtsverfahren Kritik aufkommen .Aber die hardliner beharren auf der Rechtmäßigkeit. Solange es da kein Einlenken gibt, wird kein Friede entstehen,das einzig wahre sind 2 Staaten. In D halte ich die jüd. Bevölkerung für gut geschützt und gut repräsentiert. Die Sendung ist aber m.M. nach eher nach hinten losgegangen.

  2. Nach dieser von sogenannten „Leit“-Medien angezettelten Debatte waren doch „Millionen“ schon informiert… Wolffson hat spannend gekämpft. Aber diese „Leit-Medien“ bleiben sonst NULL dran oder verschweigen vieles (z.B. mit welchen anerzogenen Mustern gegen Mädchen, Frauen, Juden, Nichtgläubige etc. viele muslimische Kinder in die Schulen kommen. Warum wird das nicht knallhart thematisiert? Ist das der Schutzkokon, den man glaubte und glaubt, pro Muslime aufbauen zu müssen – gegen was, gegen wen? Zur Erinnerung. Dass mal 20.000 meist relativ normale Bürger in Leipzig vieles gefordert haben, was heute breites „gesellschaftliches Interesse“ ist kann man durchaus feststellen. Deren massives Medienbashing war totel übertrieben. Interessant bleibt, bei welchen „Skandalen“ die Medien blankziehen und wo nicht. Für mich ist klar: Sie machen nur ganz persönlichen MEINUNGSJOURNALISMUS. Wir lesen also das, was Frau oder Herr Chefredakteur wichtig finden (bei Springer vermutlich auch Friede und Döpfer für Angela) und was grade in ihrem eigenen Leben passiert. Wer hat Kinder, wer hat keine… alles deutlich erkennbar an ihren Themen. Sie machen also nicht das, wofür die Pressefreiheit gedacht ist, sondern arbeiten ihre eigene Agenda ab. Wahrscheinlich feiert sich die BILD seit Tagen für ihre Doku-Aktion. Jaaaa, da haben sie mal wieder jemanden vor sich her getrieben gelle. Und jetzt? „MASSIVE Frauendiskriminierung bei ARD/Degeto/ZDF und deren Marktmacht? (stellen erstmals Studien fest, interessant für ca. 4,5 Mio Gebührenverweigerer). „Permanente Kontrolle, was Politiker von ihrem Geschwätz wirklich umsetzen?“ Nö… Dublin, Schengen oder gar „Bürgerschutz vor hunderttausenden offene-Grenze-Verbrechern?“ Nö. „Pressefreiheit“ für eine TV-Doku? Und jetzt wieder „Bürger-bei-guter-Laune-halten“, denn „es geht uns extremstens gut. WIR haben doch gar keine Sorgen, Sorgen haben nur andere..“ Da passt doch die letzte Strophe eines alten Kinderliedes
    Wer ist beglückter als du?
    Nichts als Vergnügen und Ruh!
    Spielwerk und Zucker vollauf
    und auch Karossen im Lauf.
    Alles besorgt und bereit,
    dass nur mein Prinzchen nicht schreit.
    Was wird das künftig erst sein?
    Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein.

  3. 610.000 Zuschauer für die Diskussion bei „Maischberger“ klingt wenig nach der Aufgeregtheit im deutschen Blätterwald zum „umstrittenen Antisemitimus-Film“. Die gemessenen Einschaltquoten sagen meines Wissens doch nichts darüber aus, wieviele Mitschnitte die interessierten Zuschauer bei ihren Fernsehaufzeichnungsgeräten „bestellt“ haben – wie ich zum Beispiel.

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