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„Vollzug der Strukturveränderung“: DuMonts Mitteldeutsche Zeitung baut Assistenz- und Service-Jobs ab

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Innerhalb der DuMont Mediengruppe gilt die Verlagstochter der Mitteldeutschen Zeitung als "Leuchtturmprojekt" für die digitale Transformation und Konsolidierung, die – wie sich erneut zeigt – immer auch den Abbau von Stellen umfasst. Nachdem die Geschäftsführung die Redaktion umgebaut hat, trifft der "Vollzug der Strukturveränderung" nun Sekretärinnen und Service-Mitarbeiter.

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Von dem Personalabbau bei der Mitteldeutschen Zeitung sind insgesamt 19 Stellen betroffen. Fünf davon sind mit der Schließung eines Service-Centers in Halle verbunden. Die restlichen Stellen werden in der Redaktionsassistenz abgebaut. Von 19 Sekretärinnen-Jobs sollen zukünftig nur noch fünf bestehen bleiben, die sich auf die fünf Regio-Desks verteilen, die in den vergangenen Monaten auf- beziehungsweise umgebaut worden sind.

„Mit dem Start des Newsrooms und den fünf neuen Regiodesks war klar, dass sich auch die Organisations- und Personalstruktur in den Sekretariaten anpassen wird“, erklärt ein DuMont-Sprecher auf Nachfrage. Einen Abbau von Redakteursstellen wird es nach Unternehmensangaben nicht geben.

Mit der Schließung des Service-Centers in der Innenstadt von Halle, wo die Mitteldeutsche Zeitung ihren Sitz hat, konzentriert das Management die Aufgaben zukünftig direkt am Verlagssitz am Stadtrand. „Die Mitteldeutsche Zeitung Mediengruppe hat in den vergangenen Jahren im gesamten Verbreitungsgebiet ihren Service neu geregelt. In Halle sind zunächst zwei Anlaufpunkte erhalten geblieben, wobei sich gezeigt hat, dass eine Stelle direkt im Medienhaus bei der Mitteldeutschen Zeitung völlig ausreicht. In Zeiten der Digitalisierung regelt ein Großteil der Kunden seine Anliegen online. Die verbliebene Service-Nachfrage hat zwei Anlaufstellen nicht mehr gerechtfertigt“, heißt es dazu aus dem Verlag. Für die betroffenen Mitarbeiter wolle man eine sozialverträgliche Lösung finden.

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Der Betriebsrat der Mediengruppe äußert sich „entsetzt“ über den erneuten Stellenabbau. „Nach unserer Einschätzung sind auch unter den Bedingungen der neuen Strukturen in der Redaktion der Mitteldeutschen Zeitung Sekretärinnen zur eigenständigen Erfüllung von Aufgaben und zur Entlastung der Redakteurinnen und Redakteure unerlässlich“, heißt es in einem Schreiben der Arbeitnehmervertreter. Mit der Schließung des Service-Büros in der Innenstadt von Halle verliere man Sichtbarkeit.

Der Betriebsrat fordert nun, die betroffenen Mitarbeiter an andere Stellen im Unternehmen zu versetzen. Die Mediengruppe der Mitteldeutschen Zeitung gilt als eines der wenigen Zeitungs-Objekte innerhalb des DuMont-Portfolios als rentabel. Laut DuMont strebt das Unternehmen eine „sozialverträgliche“ Lösung an.

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