Anzeige

Lang lebe das Fernsehen: So war die letzte „Circus HalliGalli“-Folge mit Joko & Klaas

Nahmen gestern Abschied: Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf
Nahmen gestern Abschied: Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf

"Wir wollen aufhören, wenn es am Schönsten ist", verkündete Klaas Heufer-Umlauf zu Beginn der letzten Sendung "Circus HalliGalli" am Dienstagabend bei ProSieben. Was folgte, war das Best-of einer Sendung, die in den letzten vier Jahren bewiesen hat: Das klassische Fernsehen ist (noch) nicht ganz tot.

Anzeige
Anzeige

Seit acht Jahren stehen Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt gemeinsam vor der Kamera, erst bei MTV und zuletzt bei ProSieben. Dieser gemeinsame Weg kommt nun zu einem Ende. Am Dienstagabend haben sich die beiden Moderatoren in ihrer einstündigen „Circus HalliGalli“-Sendung verabschiedet: voneinander, von ihrem Publikum, von ihren Gästen und Freunden.

Auf neue Gags oder Pranks haben sie verzichtet und die letzte Show wie eine Reise durch ihr gemeinsames TV-Leben gestaltet. Palina Rojinski und Sabine waren natürlich dabei, genau wie Dauergast Matthias Schweighöfer, der mit insgesamt acht „HalliGalli“-Besuchen den Rekord hält, James Blunt und Cro. Auch Thomas Gottschalk, Willi Herren und Sido hatten kurze Auftritte.

Heufer-Umlauf und Winterscheidt setzten am Dienstagabend auf das, was sie gut können und was ihren Erfolg auszeichnet: Rumblödeln ohne Schmerzensgrenze. Dafür nutzten sie beispielsweise einmal mehr eines ihrer altbewährten Erfolgsrezepte: den Alkohol. Dieses Mal durften Betrunkene, die die „HalliGalli“-Redaktion in einer Kölner Schlagerdisko aufgegabelt hatte, entscheiden, was in der letzten Folge passieren sollte.

Es sind Aktionen wie diese, alberne Fremdschäm-Momente, durch die das Duo im deutschen Fernsehen groß geworden ist. Sie sind immer wieder dahin gegangen, wo es entweder ihnen selber weh tat (zum Beispiel, als Klaas sich einen sogenannten Bagel in die Stirn spritzen ließ) oder für die Zuschauer vor lauter schmerzhafter Peinlichkeiten kaum auszuhalten war (Olli Schulz betrunken auf der Berlinale). Das war manchmal so simpel wie kindisch, beispielsweise wie das Vorlesen von Pornotiteln, ohne dabei zu lachen. Und manchmal war es ganz großes Kino, so wie das #GoslingGate, mit dem sie sich kurz vor ihrem Abschied selber ein Denkmal geschaffen haben.

Genau wie Stefan Raab zu seinen Anfangszeiten, waren sich Joko & Klaas nicht zu schade, sich selber immer wieder bloßzustellen. Damit haben sie TV-Momente erschaffen, die in dieser Form vorher noch nicht im deutschen Fernsehen zu sehen waren. Auch wenn Leute jenseits der 30 wegen ihrer zum Teil unerträglich schrillen und lauten Albernheit sicher hier und da genervt mit den Augen gerollt haben mögen – bei den Twentysomethings haben sich die beiden mit genau solchen Aktionen eine eingeschworene Fan-Gemeinde erschaffen und sind so innerhalb von acht Jahren tatsächlich Kult geworden.

Ein Blick auf die Tweets der Zuschauer während der Sendung beweist genau dies und das macht doch irgendwie auch Hoffnung: Dass das Fernsehen für junge Leute, nach dem so oft verlangt wird, noch nicht ganz tot ist.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige