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Weil sich die ARD traut: Jetzt zeigt auch Arte die umstrittene Antisemitismus-Dokumentation

Szene aus der Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt“
Szene aus der Dokumentation "Auserwählt und Ausgegrenzt"

Der deutsch-französische Kultursender Arte wird die umstrittene Dokumentation "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" entgegen seiner ursprünglichen Absicht nun doch zeigen. Grund dafür sei die Entscheidung des Ersten, den Film mit anschließender Diskussion darüber an diesem Mittwoch um 22.15 Uhr ins Programm zu nehmen.

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„Diese Entscheidung führt zu einer neuen Situation für Arte“, teilte der Sender mit. „Deutsche Zuschauer werden Zugang zu dieser Sendung erhalten. Für die französischen Zuschauer wird das nicht der Fall sein.“ Um einen identischen Kenntnisstand des Arte-Publikums in beiden Ländern zu ermöglichen, werde Arte den Film zeitversetzt um 23 Uhr zeigen.

Arte hatte zunächst am Film bemängelt, dass er nicht ausreichend die Kriterien des Auftrags erfüllt habe, den stärker werdenden Antisemitismus in Europa abzubilden. Auch handwerkliche Fehler wurden kritisiert. Daher wollte der Sender das Stück nicht ausstrahlen. Am Freitag vergangener Woche teilte das Erste mit, den Film zeigen und handwerkliche Mängel thematisieren zu wollen. Ab 23.45 Uhr soll in der Talksendung „Maischberger“ darüber diskutiert werden.

Bild hatte die öffentlich-rechtlichen Sender unter Druck gesetzt nachdem das Online-Portal der Boulevardzeitung den Film ohne Erlaubnis für 24 Stunden zeigte. Mittlerweile ist der Film auch bei YouTube gelandet.

 

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Alle Kommentare

  1. Ich danke den mutigen Filmemachern und auch Bild. Danke auch, dass die Doku auf YouTube abrufbar ist! Wir sind nicht mehr auf die objektiv ausgewogene Einseitigkeit unserer Medien angewiesen.
    Wurde der Film – unter Zugzwang gesendet – so zerstückelt, um handwerkliche Fehler aufzuzeigen, die einen Faktencheck angeblich erforderlich machten?
    Nur gut, dass es inzwischen auch einen Faktencheck zum Faktencheck gibt.
    Dass Richard Wagner nun kein Antisemit mehr ist, erstaunt mich sehr.

  2. Eine schwierige Situation: Das Thema ist gut und wichtig, aber die Machart könnte schlecht sein und dem Thema eher schaden als förderlich sein. Grundsätzlich ist es nie gut, wenn sich Filmemacher auf Bedenken einer Redaktion zum Handwerklichen Unterstützung bei einer der angesprochenen Parteiungen holen. Mal sehen, was tatsächlich angeboten wurde, vielleicht wird dann die Diskussion sachlicher. Dass in unserer Gesellschaft leider immer noch Judenhass in unterschiedlichster und auch immer wieder neuer Form aufkommt, bleibt davon unberührt. Es ist eine Schande.

  3. Das hat alles nichts mit nichts zu tun!

    Wenn die links-reaktionären Red. von Arte und WDR den Film einfach irgendwann zu nachtschlafender Zeit gesendet hätten (so wie sonst üblich), wäre die Sache keinem aufgefallen und das Thema längst erledigt.

    So aber hat er 100x mehr Zuschauer und die „Kacke ist am dampfen“!

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