Apple, Amazon, Google & Co: Absturz der Tech- und Internetaktien vernichtet über 150 Milliarden Dollar Börsenwert

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Amazon: Die erfolgreichste Aktie an der Technologiebörse Nasdaq © Nasdaq / Facebook

Der Ausverkauf von Technologie- und Internetaktien geht in die nächste Runde. Auch im gestrigen Handelsverlauf notierten Apple, Alphabet, Amazon, Facebook und Microsoft erneut schwächer. Die fünf wertvollsten Konzerne der Welt haben in der vergangenen Handelswoche zusammengenommen einen Börsenwert von mehr als 150 Milliarden Dollar vernichtet. Ob die sogenannten FAAMG-Aktien eine neue Internet-Blase ausbilden, wird an der Wall Street heiß diskutiert.

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Die schwarze Woche für Technologie- und Internetaktien geht weiter. Platzhirsch Apple fällt weiter und weiter zurück, während der einst hochgewettete Social Media-Neuling Snap nicht nur zurück auf seinen Ausgabekurs von Anfang taumelte, sondern gleichzeitig auf ein neues Allzeittief.

Die fünf wertvollsten Unternehmen der Welt, Apple, Google, Microsoft, Amazon und Facebook,  die Goldman Sachs jüngst unter dem Akronym FAAMG zusammengefasst hat, haben in den vergangenen fünf Handelstagen so schlecht performt wie seit über einem Jahr nicht mehr.

Bei ihrem Kurssturz haben die fünf Tech- und Internet-Schwergwichte gegenüber ihren Allzeithochs zusammengenommen satte 155 Milliarden Dollar an Börsenwert eingebüßt:

• Apple: 60 Milliarden Dollar (– 8 Prozent)
• Google: 38 Milliarden Dollar ( – 5 Prozent)
• Amazon: 22 Milliarden Dollar ( – 5 Prozent)
• Microsoft: 20 Milliarden Dollar ( – 4 Prozent)
• Facebook: 15 Milliarden Dollar ( – 4 Prozent)

Für die ersten Analysten drängen sich nach den kräftigen Kursverlusten der vergangenen Tage Parallelen zu anderen Perioden irrationaler Übertreibung auf – schließlich blicken Aktionäre von Apple, Amazon, Netflix und anderen Internetaktien auf ein Jahrzehnt sensationeller Kursgewinne zurück.

Internetaktien-Euphorie: Sind die Echos von 2000 zurück?

Analyst Sean Darby von der Investmentbank Jefferies verglich den Siegeszug der Internet- und Techaktien in den vergangenen Jahren mit der Überhitzung von Internetaktien in den späten 90er Jahren.

Zu Wochenbeginn hatte auch Wall Street-Institution Goldman Sachs auf die Echos der Internetblase hingewiesen: „Der Kursanstieg der Tech-Schwergewichte hat Erinnerungen (Albträume?) an den von Euphorie getragenen Kursanstieg der Nasdaq bis zum Jahr 2000 geweckt“, schrieb Goldman Sachs-Analyst Robert Boroujerdi in einer Kurzstudie an Bankkunden.

Henry Blodget: „Wir sind im Tech-Sektor nicht annähend da, wo wir während der Zeit der Internetblase waren“

Dem widerspricht indes Henry Blodget vom Business Insider. Blodget, der in den 90er-Jahren als Analyst bei Merrill Lynch genauer Chronist der ersten Internet-Blase war, sieht in der heutigen Bewertung der großen Internet- und Technologiekonzerne einen fundamentalen Unterschied gegenüber dem ausgehenden 20. Jahrhundert.

„Wir sind im Tech-Sektor nicht annähend da, wo wir während der Zeit der Internetblase waren“, stellt Blodget klar. „Hier ist das Wachstum, doch selbst nach den großen Kursanstiegen der vergangenen Jahre ist der Tech-Sektor nicht so teuer“, erklärt Blodget angesichts eines durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnisses der FAAMG-Aktien von 23.

Anfang 2000 wechselten die fünf am höchsten bewerteten Tech-Unternehmen Microsoft, Cisco, Intel, Oracle und Lucent Technologies für ein durchsnittliches KGV von 60 den Besitzer. In anderen Worten: Der aktuelle Kurseinbruch scheint eher nach einem reinigenden Sommergewitter als dem Beginn eines neuen Internetcrashs auszusehen.

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