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Verleger Hubert Burda gibt Kapitalmehrheit an seine Kinder ab, behält aber das Sagen

Familie Burda: Hubert Burda, seine Frau Maria Furtwängler und die Kinder Jacob und Elisabeth
Familie Burda: Hubert Burda, seine Frau Maria Furtwängler und die Kinder Jacob und Elisabeth

Historische Zäsur bei Hubert Burda Media: Der Verleger Hubert Burda gibt weitere Anteile an dem gleichnamigen Münchener Medienkonzern an seine beiden Kinder, Elisabeth Furtwängler und Jacob Burda, ab und verliert dadurch die Kapitalmehrheit an dem milliardenschweren Familienimperium. Doch über eine Rechtskonstruktion behält der gebürtige Heidelberger und verheiratet mit der Schauspielerin Maria Furtwängler weiterhin die Macht über das vielschichtige Firmenreich.

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Er ist ein Verleger alten Schlages, der in der deutschen Medienlandschaft nur noch selten anzufinden ist: Hubert Burda. Mit Akribie und Fingerspitzengefühl hat der gebürtige Heidelberger in den letzten Jahrzehnten ein weit verzweigtes Print- und Digitalimperium geschaffen – vom Nachrichtenmagazin Focus bis zum Gesellschaftsblatt Bunte, vom Karrierenetzwerk Xing bis zum Reiseportal HolidayCheck. Einst beschrieb ihn das Manager Magazin als den „Letzten seiner Art“: gebildet, wortgewandt und ein Kind der Kultur und Moderne.

Jetzt deutet sich bei dem Zeitschriftenverlag der Generationswechsel von historischer Bedeutung an. Der 77-Jährige hat am Gesamtkapital der Hubert Burda Media Holding KG weitere Anteile von jeweils 12,5 Prozent auf seine beiden Kinder Elisabeth Furtwängler und Jacob Burda übertragen, die aus der Ehe mit dem Schauspielerin Maria Furtwängler stammen. Damit halten beide Kinder jeweils 37,43 Prozent der Kapitalanteile an dem Familienunternehmen, bislang waren es 24,93 Prozent. Dies bestätigt ein Firmensprecher auf Anfrage von MEEDIA. Damit verliert der Altverleger aber die Kapitalmehrheit an dem Medienimperium und zieht sich auf eine Schachtelbeteiligung von 25,1 Prozent zuzüglich weiterer 0,04 Prozent zurück, die er über eine GmbH behält.

Bislang besaß Hubert Burda an der Kommanditgesellschaft eine Beteiligung von 50,1 Prozent, seine beiden Kindern werden mit zusammen 74,86 Prozent Mehrheitsgesellschafter an dem Medienriesen. Trotz der Anteilsverschiebung behält Hubert Burda weiterhin die Macht. Er bleibt, „obwohl sich die Anteile verschoben haben, kontrollierender Gesellschafter, da er sich das Stimmrecht aus den übertragenden Anteilen im Rahmen eines Nießbrauchsrechts vorbehalten hat“, heißt es aus Kreisen des Familienunternehmens. Operativ hatte sich der Verleger bereits vor vielen Jahren aus der Führung des bayrischen Medienunternehmens zurückgezogen und an den Vorstand Paul-Bernhard Kallen übertragen. Im vergangenen Jahr gab er zudem seinen Posten als Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) ab. „Als Inhaber stehe ich für das Langfristige, also dass man nicht verkauft und dass man weiter expandieren kann“, beschrieb der Eigentümer damals seine Rolle. Wann die Kinder eine Führungsrolle im Unternehmen übernehmen, ist hingegen noch unklar. „Meine Kinder haben beide Lust und großes Interesse, ins Unternehmen einzutreten“, erklärte Hubert Burda noch im Herbst vergangenen Jahres gegenüber MM. Den Zeitpunkt ließ er allerdings offen. Der Grund: seine Kinder stecken noch in der Ausbildung. Sie brauchen noch etwas Zeit, um für Aufgaben im Unternehmen gewappnet zu sein, heißt es.

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