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Warnstreik beim NDR: Rund 100 Mitarbeiter treten für Erhöhung der Gehälter ein, Sendungen entfallen

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Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat am heutigen Montag zum Warnstreik beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) aufgerufen. Rund 100 Mitarbeiter treten beim NDR Fernsehen in Hamburg-Lokstedt für eine Erhöhung der Gehälter und Honorare sowie für eine Gleichberechtigung freier Mitarbeiter ein. Die Tarifverhandlungen werden am 13. Juni fortgesetzt.

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Mit dem Warnstreik soll Druck in der laufenden Tarifrunde für die Beschäftigten und freien Mitarbeiter in den Funkhäusern Hamburg, Kiel und Schwerin gemacht werden. Rund 100 Mitarbeiter sollen nach Informationen von MEEDIA vor dem NDR-Gebäude in Hamburg-Lokstedt am Warnstreik teilnehmen, der von 6 bis 18 Uhr angesetzt ist.

Die Gewerkschaft bemängelt ein zu niedriges Tarifangebot, fordert in dieser Tarifrunde eine Erhöhung der Gehälter und Honorare um 5,25 Prozent, „eine soziale Komponente und höhere Vergütungen für Azubis, Volontäre und Praktikanten“ sowie eine Gleichberechtigung der freien Mitarbeiter in Sachen Bestandschutz. In drei Verhandlungsrunden sei es bisher zu keiner Einigung gekommen, weil das Angebot aus Sicht von ver.di „zu weit von den Tarifforderungen entfernt“ ist. Die Tarifverhandlungen werden am 13. Juni in Hamburg fortgesetzt. Einen weiteren Streik will man auf Nachfrage von MEEDIA „nicht ausschließen“, sollte auch die vierte Verhandlungsrunde aus Sicht von ver.di nicht zufriedenstellend sein.

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Auf Nachfrage, ob es aufgrund des Warnstreiks personelle Engpässe geben könnte, konnte man beim NDR zunächst keine Antwort geben. Offenbar wurde der Sender von der hohen Teilnehmerzahl überrascht. „Am Vormittag wurde die Senderegie des NDR Fernsehens bestreikt“, so ein Sendersprecher. „Produktions-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ihre Arbeitsplätze verlassen. Als Folge sind die 90-sekündigen ‚NDR aktuell kompakt‘- Sendungen um 11.29 Uhr und um 12.30 Uhr entfallen.“ Ob noch weitere Programmausfälle drohen wurde nicht mitgeteilt. Auch zu den Verhandlungen hat sich der NDR gegenüber MEEDIA nicht geäußert.

„Das bislang vorliegende Angebot bewegt sich nicht auf der Höhe des Abschlusses im Öffentlichen Dienst der Länder.“, bemängelt Wolfgang Kreider von ver.di Hamburg in einer Mitteilung. „Die sich abzeichnende Einigung bei der betrieblichen Altersvorsorge führt zu hohen Abschlägen bei den Beschäftigten.“

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Alle Kommentare

  1. Ohne die Scheinselbständigen funktioniert beim Staatsfunk wohl gar nichts mehr. Wofür zählt man Beiträge, wenn zur „demokratischen Arbeit“ Honorarkräfte eingesetzt werde? Nur damit die politischen Bonzen und Speichellecker noch fetter und reicher werden?

  2. Mal ganz ehrlich: ich würde nicht mal merken, wenn die Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks streiken würden, da ich mir diesen Mist kaum noch reinziehe. Und ich denke, dass ich nicht der einzige bin. Bezahlen muss ich aber trotzdem. Es wird Zeit, dass wir uns gegen den Gebührenterror wehren.

    1. Immer so ein unkreatives Gelaber.. Und wenn ich kein Auto habe möchte ich auch nicht für Schnellstraßen bezahlen!

      1. HansTanz… wer die Studie der FFA gelesen hat, weiß, dass diese generelle Kritik an den Öffis vollkommen gerechtfertigt ist. Also schreib keinen solchen Mist. Lies die FFA-Studie zum Thema „ARD und ZDF behindern massiv Frauen“. Was die ohne Kontrolle anstellen (die KEF schaut nur aufs Geld aber nicht auf Inhalte, Vergabe-Praxis, 30% Schauspielerinnen vs 70% Männer und 85 % Regisseure, die sich dann die Frauen aussuchen), wie wenige „Chancengeber“ es gibt, bei denen sich die ganze Macht aus 8 Milliarden sammelt.. der MUSS sagen dürfen: NICHT MIT MEINEN GEBÜHREN! Im übrigen dumpen die Sender alles, was ihnen Filme zuliefert oder dafür arbeitet. Dass die Leute im Sender alljährlich Erhöhungen bekommen und satte Pensionen aufbauen, fördert die Wut. Lies mal, auch als Mann kann man Stereotype erkennen oder nicht? Und das ist nur die Kurzform. In der Langform ist es unerträglich: http://www.ard.de/download/3841216/Gender_und_Fernsehfilm___Eine_Studie_im_Auftrag_von_ARD_und_ZDF.pdf

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