ARD und ZDF planen TV-Duell für Parteien mit Bundestags-Chancen

Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Herausforderer Martin Schulz treten am 3. September gegeneinander an
Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Herausforderer Martin Schulz treten am 3. September gegeneinander an

Das ZDF plant gemeinsam mit der ARD vor der Bundestagswahl eine Diskussionsrunde mit allen Spitzenkandidaten der Parteien, die Chancen auf den Einzug in den Bundestag haben. "Die kleineren Parteien haben sich an uns gewandt mit der Bitte, nicht nur auf die großen über das (Kanzler-)Duell zu gucken, sondern die kleinen auch zu berücksichtigen", sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut am Freitag nach einer Sitzung des Fernsehrats in Mainz. "Das werden wir erfüllen."

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Die Runde ist für den 22. September um 22.00 Uhr geplant, zwei Tage vor der Wahl. Die Spitzenkandidaten der Linken, von Grünen und FDP hatten eine TV-Debatte mit den Parteien gefordert, die Chancen auf Einzug ins Parlament haben. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Herausforderer Martin Schulz treffen am 3. September beim traditionellen Fernsehduell aufeinander, das bei ARD, ZDF, RTL und Sat.1 stattfindet.

Bisher ist Sat.1 der einzige (Privat-)Sender gewesen, der zumindest ein „Duell vor dem Duell“ veranstalten will. Der Schlagabtausch zwischen den Spitzenvertretern der Grünen, Linken, FDP und AfD soll am 30. August – also noch einige Tage vor dem großen „TV-Duell“ – stattfinden, sagte Sat.1-Sprecherin Diana Schardt gegenüber MEEDIA. Eine „gemeinsame TV-Debatte mit den Spitzenkandidaten aller Parteien“, so die Forderung der kleineren Parteien, schloss der Sender Ende Mai allerdings noch aus. Auch auf erneute Nachfrage von MEEDIA hält man bei Sat.1 immer noch an dem „Duell vor dem Duell“, ohne SPD und CDU/CSU, fest.

Auch das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz hat vorab für viel Gesprächsstoff gesorgt. Erst hatten sich die öffentlich-rechtlichen und privaten Sender für getrennte TV-Duelle ausgesprochenDoch die Parteien machten dabei nicht mit. Dafür wird es eine konzeptionelle Änderung geben, die der ursprünglichen Idee zumindest nahe kommt. So werden sich jeweils zwei Moderatoren-Paare bilden, die von der 90 minütigen Senderzeit die Hälfte bekommen, um ihre Fragen an die Spitzenkandidaten zu stellen. So will man die Sendung „für die Zuschauer übersichtlicher“ gestalten und den Spitzenkandidaten „mehr Raum“ geben. Als Moderatoren gesetzt sind Talkerin Sandra Maischberer für das Erste, Peter Kloeppel für RTL, Claus Strunz für Sat.1 und ZDF-Talkerin Maybrit Illner.

Mit Material der dpa

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