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Die „Lügen“ der May und Corbyn im Mülleimer: So kontrovers begleitet der britische Boulevard die heutige Wahl in Großbritannien

Medien machen Politik: Der britische Boulevard betreibt Wahlkampf
Medien machen Politik: Der britische Boulevard betreibt Wahlkampf

Nach dem Brexit-Referendum treten die Briten am heutigen Donnerstag wieder an die Wahlurne, diesmal um eine neue Regierung zu wählen. Labour-Kandidat Jeremy Corbyn oder Tory-Chefin Theresa May – es geht darum, wie sich das Land, das die EU verlassen wird, in den nächsten fünf Jahren aufstellt. Was die (Boulevard-)Medien angeht, scheint die Entscheidung einfach. Von der Sun über Daily Express zur Daily Mail – viele Zeitungen schlagen sich auf die Seite von May. Doch es gibt Ausnahmen.

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„Vote for May today“, lautet die Zeile der Daily Express und ist damit zwar deutlich aber noch zurückhaltend. „Lasst uns den britischen Geist wiederbeleben“, titelt dagegen die Daily Mail. Dazu zeigt sie eine feiernde Theresa May, die amtierende Premierministerin und Befürworterin eines harten Brexit.

Kampagnen-Journalismus dieser Art ist in Großbritannien Normalität. Regelmäßig versucht vor allem der Boulevard, aktiv Politik zu betreiben – zuletzt im Brexit-Referendum, bei dem beispielsweise die Sun wochenlang für den Ausstieg aus der Europäischen Union getrommelt hatte. Nach ihrem Wunschergebnis feierte die Zeitung die Entscheidung der Briten ebenso laut.

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Die heutige „Empfehlung“ der Sun überrascht deshalb wohl niemanden. Die wohl bekannteste Boulevardzeitung Englands steht ebenfalls auf der Seite von Tory-Kandidatin May. Mehr noch: Sie steckt den linken Konkurrenten Corbyn in die Tonne und appelliert an Leser, dass sie am Donnerstag die Gelegenheit hätten, Großbritannien vor den Linken zu „retten“. Corbyn wird als „marxistischer Extremist“, „Terroristen-Freund“ und „Job-Zerstörer“ bezeichnet.

Die britische Presse also ist „on fire“, der Boulevard wirbt für May – mit Ausnahmen. Dem Tory-Getöse etwas entgegen setzt der Daily Mirror. Nicht weniger extrem titelt er über die amtierenden Premierministerin: „Lügen, verdammte Lügen und Theresa May!“ Der Mirror warnt vor „fünf weiteren Jahren mit gebrochenen Tory-Versprechen“.

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