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Showdown bei Constantin Medien: Kommt die Sport- und Kinofabrik unter den Hammer?

Dieter Hahn, Großaktionär und Aufsichtsratschef bei Constantin Medien
Dieter Hahn, Großaktionär und Aufsichtsratschef bei Constantin Medien

Seit Wochen kursieren Spekulationen, die Constantin Medien AG stünde vor der Übernahme. Jetzt könnte Bewegung in die Angelegenheit kommen. Denn Dieter Hahn, Großaktionär und Aufsichtsratschef, ruft Ende des Monats zu einer Auktion auf. Wer für die Aktien der Sport- und Kinofabrik das höchste Gebot abgibt, soll den Zuschlag erhalten. Damit will Hahn endlich seinen Kontrahenten Bernhard Burgener loswerden.

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Sie stehen sich seit Jahren unversöhnlich gegenüber: Dieter Hahn, Aufsichtsratschef und Großaktionär der Constantin Medien AG, auf der einen Seite, Bernhard Burgener, künftiger FC-Basel-Präsident und Verwaltungsratschef der schweizerischen Constantin-Tochter Highlight Communications, auf der anderen Seite. Hahn will den bayerischen Konzern zerschlagen und sich von der Kinotochter Constantin Film („Fack ju Göthe“) trennen, Burgener hingegen ist strikt dagegen. Er will das verschachtelte Firmenkonglomerat als Ganzes erhalten.

Um den Zank zu schlichten, soll sich vor Kurzem angeblich sogar Clemens Vedder eingeschaltet haben. Der prominente Investor war zuletzt im Gesellschafterstreit der Elektronikkette MediaSaturn im Einsatz und hatte zwischen Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz und dem Bankhaus Sal. Oppenheim vermittelt. Auch die bayrische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hatte sich Anfang des Jahres bemüht, die Widersacher auf eine Linie zu bringen. Vergeblich.

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Jetzt will Dieter Hahn endlich einen Schlussstrich unter den Dauerzoff ziehen. Die ehemals rechte Hand des Medienmoguls Leo Kirch schlägt in einem Brief eine „strukturierte Auktion“ vor, bei der die beiden Kontrahenten bei einem Notar am 30.Juni ein Angebot aller Aktien der Constantin Medien zu mindestens 2,62 Euro abgeben sollen, inklusive Finanzierungsbestätigung. Dies berichten das Handelsblatt sowie mehrere Schweizer Zeitungen. An diesem Tag sollen dann die Aktien im Rahmen einer Auktion unter den Hammer kommen, wobei der Meistbietende den anderen auskauft. Unterscheiden sich die gebotenen Preise pro Aktie um weniger als zehn Prozent, sollen die Parteien vier Stunden Zeit bekommen, um ihr Angebot nachzubessern, berichtet die Solothurner Zeitung. Kommt es zu einem Verkauf, wäre der Konzern grob geschätzt 200 Millionen Euro wert.

An der Börse stößt Hahns Plan offenbar auf wenig Resonanz. Der Aktienkurs gibt um 0,27 Prozent auf 2,25 Euro nach. Wie das Handelsblatt berichtet, soll das vom Constantin Medien-Chefkontrolleur ausgerufene Shot-Out eine „trickreiche Farce“ seien. Das zumindest behauptet das Umfeld um Bernhard Burgener. Denn „Burgener erklärt, ein etwaiges Übernahmeangebot seiner Highlight Event and Entertainment (HLEE) für Constantin werde momentan durch eine Handelsregistersperre verhindert, die eine von Hahn kontrollierte Firma erwirkt habe“, heißt es wörtlich bei der Wirtschaftszeitung. Dies blockiere eine Kapitalerhöhung, bei der HLEE-Altteilhaber wie die Unternehmerfamilie Elsener (Victorinox) mitgehen wollen. In Branchenkreisen wird daher bezweifelt, ob die Auktion überhaupt zustande kommt. Damit droht der Machtkampf um die Constantin Medien AG, in eine weitere Runde zu gehen.

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