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SPD-Personalrochade: Fragwürdiger Tweet von CDU-Vizechefin Julia Klöckner löst bei Twitter Shitstorm aus

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"Erbärmlich", "beschämend", "pietätlos": Julia Klöckner erlebt einen Shitstorm bei Twitter / Foto: © Julia Klöckner / Facebook

Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschef Sellering ist gestern wegen einer Krebserkrankung von allen politischen Ämtern zurückgetreten. Im Zuge einer größeren Personalrochade wechselt die SPD vier Monate vor der Bundestagswahl auch den Generalsekretär, der maßgeblich den Wahlkampf organisiert. Für CDU-Vizechefin Julia Klöckner Grund genug, um mit einem Tweet zum SPD-Personalkarussell über den politischen Gegners zu lästern. Die SPD kontert geschlossen mit einem wahren Tweetsturm.

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Ein traurige Nachricht schockte gestern die Polit-Landschaft in Deutschland: Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschef Erwin Sellering tritt wegen einer Lymphdrüsen-Krebserkrankung mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück und gibt alle politischen Ämter auf.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig tritt Sellerings Nachfolge an, während die SPD-Generalsekretärin Katarina Barley nunmehr Familienministerin wird. Bedeutet auch: Die SPD bekommt mit Hubertus Heil einen neuer Generalsekretär.

„Rechnet sich Herr Schulz mit neuem Generalsekretär mehr Chancen aus?“

Für die Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, ein willkommener Anlass, um dem politischen Gegner in schwerer Stunde noch einmal ordentlich einen mitzugeben.

„Rechnet sich Herr Schulz mit neuem Generalsekretär mehr Chancen aus? Wer lässt vier Monate vor der Wahl schon seine Generalsekretärin gehen“, watschte die 44-Jährige die SPD ab, die gerade die sechste Woche in Folge in den Umfragen zurückgefallen ist und es aktuell nur noch auf 25 Prozent bringt.

Den Vorwurf wollten die angeschlagenen Genossen nicht auf sich sitzen lassen – zumal angesichts des traurigen Anlasses, der die Personalrochade erst ausgelöst hatte. Minuten später reagierte Juso-Politiker Julian Seiferth entgeistert:

SPD-Bundestagabgeordneter Lars Klingbeil nannte Klöckners Tweet wenig später „pietätlos“.

Für Benedikt Oster, SPD-Abgeordneter des rheinland-pfälzischen Landtags, war Klöckners Kommentar unterdessen „beschämend“.

SPD-Staatssekretär Ulrich Kelber äußerte sich auf dem 140-Zeichen-Dienst unisono und nannte Klöckners Tweet „erbärmlich“.

Nach einer weiteren Stunde rechnete auch SPD-Vize Ralf Stegner, der auf Twitter selbst schon mit fragwürdigen Tweets aufgefallen war, mit Klöckner ab und warf der 44-Jährigen vor, den Anstand verloren zu haben:

Twitter-Nutzer reagierten unterdessen noch deutlicher auf Klöckners Tweet:

Die CDU-Politikerin ficht die Kritik offenbar nicht an. Der Tweet ist auch nach 15 Stunden auf dem 140-Zeichen-Dienst weiter zu finden.

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