Bild macht auf „DSDS“ und startet Casting-Projekt „Now United“ mit Simon Fuller

Simon Fuller ist erfolgreicher Musik- und TV-Produzent: Mit Bild sucht er nach neuen Gesangstalenten
Simon Fuller ist erfolgreicher Musik- und TV-Produzent: Mit Bild sucht er nach neuen Gesangstalenten

Sein Geschäft ist es, Berühmtheiten zu schaffen. Simon Fuller, Erfolgsproduzent und Manager, startet ein neues Casting-Projekt. Mit "Now United" will der Erfinder des "DSDS"-Originals "Pop Idol" eine neue Band weltweit zum Erfolg führen. PR-strategisch geht Fuller dabei neue Wege. Als exklusiver Partner in Deutschland begleitet das Casting nicht – wie üblich – ein TV-Sender, sondern Axel Springers Bild.

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Es klingt nach einem Mammutprojekt in der Casting-Geschichte: Simon Fuller, Ideengeber von „Pop Idol“, dem britischen Original von „Deutschland sucht den Superstar“, geht international auf die Suche nach einer neuen Band. In elf verschiedenen Ländern will der erfahrene Musik- und TV-Produzent die elf größten Gesangstalente finden, zu einer Gruppe zusammenführen und „Now United“ weltweit vermarkten.

Now United startet weltweites Casting

Gecastet wird dafür unter anderem in den USA, China, Russland, Brasilien und einigen europäischen Ländern. Für sein Projekt gewinnen konnte Fuller einige Medienpartner, die das Projekt begleiten und entsprechend Öffentlichkeit herstellen. In Deutschland geht die Produktion dabei in Teilen neue Wege. Während Fullers Name hierzulande vor allem mit dem seit Jahren erfolgreichen Casting Format „DSDS“ und der Marke RTL verbunden ist, hat er für Now United einen Deal mit einem neuen Partner geschlossen. Ausgetragen und begleitet wird das Casting-Projekt von Axel Springers Boulevardmarke Bild, bei der sich junge Gesangstalente ab dem heutigen Montag bewerben können. Aus dem Bewerberpool werden zwei Kandidaten ausgewählt, die in einem „Bootcamp“ auf die finale Auswahl in den USA vorbereitet werden sollen.

Durch die Medienpartnerschaften wird dem Projekt „Now United“ internationale Öffentlichkeit versprochen. Die Leistungen der Medienmarken gehen nämlich über die Bewerbungsphase hinaus. „Bild präsentiert exklusiv die Bewerber und deren Videos, begleitet Now United auf dem eigenen Snapchat Discover-Channel und wird Live Streamings von den weltweiten Auftritten der Band zeigen“, heißt es bei Springer. Neben der zielgruppengerechten Berichterstattung auf Snapchat wird Bild das Format auch über andere Kanäle unterstützen. Die Inhalte im Rahmen der Now-United-Berichterstattung werde Bild selbst produzieren, erklärt ein Sprecher auf Nachfrage.

Mit dem Projekt arbeitet die Boulevardmarke Bild an der Transformation hin zu einer umfangreichen digitalen Entertainment-Marke. Mit Now United verlässt Bild den Bereich der journalistischen Berichterstattung und offeriert ein reines Unterhaltungsangebot, wie man es bislang vor allem im Privat-TV fand. „Mit der Lizenz und Zusammenarbeit mit Simon Fuller übernimmt Bild die Rolle, die früher das Fernsehen hatte“, erklärt auch Donata Hopfen, Vorsitzende der Bild-Geschäftsführung, die mit dem Format die Werbeattraktivität von Bild erhöhen will. „Gemeinsam starten wir ein langfristig angelegtes Entertainment-Projekt, das unseren Partnern auf Bild.de neue Vermarktungsmöglichkeiten in jungen Zielgruppen insbesondere mit Native Advertising und individuellen Produktintegrationen eröffnet.“

Now United erinnert an Entstehung von „US 5“

Wie sehr das Vorhaben Bilds an das klassische Fernsehen erinnert, macht ein Ausflug in die jüngere Musikgeschichte deutlich. Vor etwas mehr als zehn Jahren war es nicht Simon Fuller, der mithilfe von Medienpartnern auf der Suche nach neuen Gesangstalenten war, sondern Lou Pearlman, Entdecker der Backstreet Boys und NSYNC. Der Aufbau der Boyband US 5 wurde in Deutschland von RTL II („Big in America“) begleitet. Auch US 5 war ein internationales Musikprojekt, zusammengestellt mit Gesangstalenten aus den großen Musikmärkten USA, Großbritannien und Deutschland.

Neben den nun neuen Aktivitäten im Segment Entertainment setzt Bild bereits seit geraumer Zeit immer wieder Projekte um, die durchaus als Vorstoß in den Markt des klassischen TVs zu verstehen sind. Dazu gehören das werktägliche Magazin Bild Daily, das die Redaktion mittlerweile bewusst vom Mittags-Magazin in den frühen Abend verlegt hat, um zu Nachrichtensendungen wie „RTL aktuell“ eine digitale Alternative zu bieten. Mit dem Format „Die richtigen Fragen“ hat Bild ein wöchentliches Format geschaffen (immer montags), mit dem versucht wird, zu Beginn der Woche die wichtigsten Politiker-Stimmen zu sammeln. Dabei setzt Bild vor allem auf Social Distribution und strahlt die Inhalte direkt in sozialen Medien wie Facebook aus.

Die Zusammenarbeit mit Partnern wie Bild macht deutlich, dass auch Fuller als Musik-Entdecker und -Produzent neue Wege bei der Suche nach Talenten geht. Mit Now United entfernt sich der Brite, der die Spice Girls genauso wie Formel-1-Star Louis Hamilton unter Vertrag hatte und heute noch die Beckhams betreut, vom klassischen Casting-Geschäft über das lineare Fernsehen und orientiert sich an digitalen Kanälen, um besonders junge Zielgruppen zu erreichen.

Mit Kanälen wie Snapchat und weiteren sozialen Medien fokussiert der Manager die Zielgruppe, die seine Band verkörpern soll – die 16- bis 19-Jährigen. „Die digitale Transformation des Entertainment-Marktes schreitet global mit großer Dynamik voran“, erklärt dazu Stefan Schulz, Mitglied der Geschäftsleitung von Now United. „Eine direkte Beziehung von Format-Machern und ihrem individuellen Publikum über alle Nutzungssituationen und Länder hinweg, ist von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Zukunft der Unterhaltungs-Industrie, erklärt er. Schulz ist in der digitalen Unterhaltungsszene Deutschlands kein Unbekannte. Der Manager ist ehemaliger Geschäftsführer des mittlerweile eingestellten Streaming-Dienstes Watchever, mit dem Bild in Vergangenheit bereits im Rahmen von Partnerschaften zusammengearbeitet hatte.

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