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Apple-Mitgründer Steve Wozniak: Das nächste große Ding kommt von Tesla – nicht vom iKonzern

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Steve Wozniak über die nächste große Innovation: "Ich würde auf Tesla wetten" / Screenshot: © Bloomberg

Apple ist mit Abstand der wertvollste Konzern der Welt, doch die letzte echte Innovation – das iPhone – ist zehn Jahre alt. Geht es nach Apples Mitgründer Steve Wozniak, dürfte das nächste große Ding indes nicht aus Cupertino kommen: "Unternehmen, die die Welt verändert haben, kommen meistens von jungen Leuten. Sie entstehen nicht aus einem großen Geschäft heraus", erklärt Wozniak. Der Weggefährte von Steve Jobs wettet daher statt auf Apple auf Tesla.

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Nach eineinhalbjährigem Abwärtstrend an der Börse steht Apple an der Wall Street heute besser da als je zuvor. Der Kultkonzern aus Cupertino wird mit stolzen 800 Milliarden Dollar bewertet und hat 2017 bereits 18 Mal sein Allzeithoch verbessert – und das, obwohl die Geschäfte lediglich um wenige Prozent wachsen.

Ultimativer Kurstreiber bleibt ein Produkt, das im nächsten Monat bereits sein zehnjähriges Jubiläum feiert – das iPhone. In Erwartung des generalüberholten iPhone 8, das im September vorgestellt werden dürfte, hat sich die Wall Street längst auf einen Superzyklus eingestellt und preist deutlich stärkeres Wachstum im nächsten Geschäftsjahr entsprechend ein.

Apple lebt bis heute vom Erfolg des iPhones

Allein: Seit nunmehr einer Dekade lebt Apple zum Löwenanteil vom Erfolg des Kultsmartphones, das inzwischen für über 65 Prozent der Umsätze und – geschätzt – im noch größeren Umfang für die Gewinne verantwortlich ist. Die Nachfolgeprodukte konnten indes nie an den Erfolg des iPhones anknüpfen: Das 2010 vorgestellte iPad konnte nur drei Jahre lang wachsende Absätze verbuchen – seit nunmehr 13 Quartalen sind die Verkäufe rückläufig.

Die Apple Watch befindet sich unterdessen seit dem Start unter Druck: Verkaufszahlen veröffentlicht Tim Cook bis heute nicht, doch aus der Unternehmensbilanz wird deutlich, dass Apple in einem Quartal kaum mehr als 5 Millionen Einheiten als Bestwert verkauft hat – nach einem Jahr gaben die Absätze bereits wieder nach.

Wenn Apple seine einzigartige Erfolgsgeschichte fortschreiben will, braucht der Techpionier irgendwann in den nächsten Jahren also wieder einmal ein innovatives Hit-Produkt mit Wow-Faktor – ein „one more thing,“ wie Steve Jobs es nannte, das alles verändert.

Steve Wozniak: „Innovationen entstehen nicht aus einem großen Geschäft heraus“

Genau das aber traut ausgerechnet sein Weggefährte Steve Wozniak, der Apple mit Jobs 1976 in der Garage gründete, offenbar nicht zu. In einem Interview mit dem Finanzinformationsdienst Bloomberg erklärte der 66-Jährige, dass die nächste große Innovation kaum von Apple zu erwarten sei.

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„Unternehmen, die die Welt verändert haben wie Apple, Google, Facebook und Microsoft kommen meistens von jungen Leuten. Sie entstehen nicht aus einem großen Geschäft heraus“, erklärt Wozniak.

Genau das aber macht das Apple des Jahres 2017 aus: Tim Cook hat ein Imperium zu verteidigen – Innovationen kommen von jüngeren, hungrigeren Unternehmen. Wozniaks Favorit wird in der Techbranche längst als „das Apple der Auto-Industrie“ bezeichnet – Tesla.

Next big Thing: „Ich würde auf Tesla wetten“

„Ich würde auf Tesla wetten“, legt sich Wozniak auf den Elektroautohersteller als den nächsten großen Innovator fest. „Ich glaube, Tesla ist am besten positioniert, weil sie große Anstrengungen in sehr riskante Projekte gesteckt haben.“

Der Grund für Wozniaks Optimismus: Der ehemalige Apple-Gründer hat das selbstfahrende Auto als den nächsten großen Megatrend für das kommende Jahrzehnt ausgemacht, den Tesla bestimmen werde. Tesla Autos seien deshalb so begehrt, weil sich Gründer Elon Musk vollkommen in ihnen verwirklicht habe wie es Steve Jobs beim Mac, iPod und iPhone getan hatte.

Das 2012 ausgelieferte Modell S, das maßgeblich Teslas Kult begründet hat, sei so konzipiert worden, wie Musk es wollte. „Es wurde für Elons Leben entworfen. Was für ein Auto mochte er? Dann laufen die Dinge von selbst. Wenn man genau weiß, was man will und den Prozess unter Kontrolle hat, entstehen die besten Produkte“, erklärte Wozniak gegenüber Bloomberg. Implizit kann man die Äußerungen als verklausulierte Kritik an Apple verstehen – schließlich hat der iKonzern auch ambitionierte Auto-Pläne

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