DFB-Pokal-Finale erstmals seit sechs Jahren mit weniger als 10 Mio. Zuschauern, dennoch haushoher Sieg bei Jung und Alt

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Der DFB-Pokal (Foto: DFB)

Mit 9,82 Mio. Fans war das DFB-Pokal-Finale im Ersten zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund am Samstag die klare Nummer 1 des deutschen Fernsehens. Allerdings: Zum ersten Mal seit 2011 sahen weniger als 10 Mio. zu, 2016 waren es sogar noch 13,75 Mio. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen gewann der Fußball deutlich, um 20.15 Uhr besiegte dort Sat.1 RTL.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Samstag wissen müssen:

1. Schwächstes DFB-Pokal-Finale seit 2011 beschert dem Ersten den klaren Tagessieg

9,82 Mio. Fußball-Fans sahen also im Ersten den Dortmunder DFB-Pokal-Sieg gegen Eintracht Frankfurt. Weniger sahen zuletzt im Jahr 2011 ein Finale, als Schalke 04 deutlich mit 5:0 gegen dem MSV Duisburg gewann. Damals interessierte das Endspiel nur 7,07 Mio. Leute. Zum Vergleich: Vor einem Jahr kamen Bayern München und Borussia Dortmund noch auf 13,75 Mio. Zuschauer. Nur am schönen Wetter lag der Rückgang übrigens nicht, denn auch der Marktanteil schrumpfte von 48,8% im Jahr 2016 auf 39,0% im Jahr 2017. Bei den 14- bis 49-Jährigen waren ebenfalls weniger dabei als in den vorigen Jahren: 2,82 Mio. entsprachen hier 36,9%.

2. „Der Kommissar und das Meer“ Best of the Rest

Zweitstärkstes TV-Programm war am Samstagabend eindeutig der ZDF-Krimi „Der Kommissar und das Meer“: 3,17 Mio. sahen die Wiederholung aus dem Jahr 2013 ab 20.15 Uhr – ein Marktanteil von immerhin 12,4%. „Der Kriminalist“ kam danach mit 2,59 Mio. noch auf 9,9%, das „heute-journal“ um 22.45 Uhr auf 2,62 Mio. und 11,7%. Stärkstes Programm der Privatsender war das Formel-1-Qualifying bei RTL mit 2,36 Mio. Sehern 24,1%, am Abend „Die 100 kuriosesten Gänsehaut-Momente“ – ebenfalls von RTL – mit ganzen 1,58 Mio. und 6,1%.

3. Sat.1 versagt mit der neuen Reise-Reihe „Grenzenlos“, besiegt um 20.15 Uhr im jungen Publikum aber mit „Harry Potter“ RTL

Katastrophale Quoten gab es am Vorabend für die neue Reise-Reihe von Sat.1. Ganze 530.000 Leute interessierten sich für „Grenzenlos – Die Welt entdecken“ – ein miserabler Marktanteil von 3,4%. Bei den 14- bis 49-Jährigen gab es mit 140.000 Sehern auch nur 3,5%. Deutlich besser lief es um 20.15 Uhr: „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ lockte 830.000 14- bis 49-Jährige – ein guter Marktanteil von 10,4%. Damit landete der Film um 20.15 Uhr auch vor RTLs „Die 100 kuriosesten Gänsehaut-Momente“ (760.000 / 9,6%).

4. ProSieben, Vox, RTL II und kabel eins versagen mit Filmen und Serien

Zu den Verlierern des Samstagabends gehören eindeutig ProSieben, Vox, RTL II und kabel eins. So landete ProSieben mit „Die perfekte Ex“ nur bei ganzen 490.000 14- bis 49-Jährigen und 6,1%, mit „Step Up: Miami Heat“ danach bei 440.000 und 6,4%. Vox kam um 20.15 Uhr mit „Rubbeldiekatz“ nicht über 410.000 und 5,0% hinaus, kletterte ab 22.30 Uhr mit „Medical Detectives“ aber immerhin auf 7,3%, um 23.30 Uhr sogar auf 8,3%. Bei RTL II landete „Prison Break“ bei miserablen 3,5%, „Warehouse 13“ im Anschluss sogar bei 2,3% und 2,9%. Auch kabel eins kam mit „Hawaii Five-O“ um 20.15 Uhr und 21.10 Uhr nicht auf 3%, um 22.10 Uhr zumindest auf 4,3%.

5. 300.000 Fans sehen die letzte Fußball-Übertragung von Fritz von Thurn und Taxis bei Sky, mdr punktet mit „ABC der Volkmusik“

Neben den 9,82 Mio. ARD-Zuschauern schalteten das DFB-Pokal-Finale auch noch 300.000 Fußball-Fans bei Sky ein. Dort war es gleichzeitig die letzte Übertragung des in Ruhestand gehenden Reporters Fritz von Thurn und Taxis. Im Vergleich zum Vorjahr ging es bei Sky für das DFB-Pokal-Finale nur leicht bergab: Statt 340.000 sahen 300.000 zu, der Marktanteil blieb aber mit 1,2% konstant. Erwähnenswert aus der Prime Time sind auch noch die 820.000 Leute, die ab 20.15 Uhr „Das ABC der Volksmusik“ im mdr Fernsehen einschalteten – starke 3,4%. Im NDR Fernsehen kamen zwei Folgen „Mord mit Aussicht“ ab 22.05 Uhr auf 810.000 und 920.000 Seher, sowie 3,2% und 4,9%.

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Alle Kommentare

  1. Nun, die Deutschen, also jene die schon da waren, die werden immer weniger. Vielleicht sind das erste Anzeichen von Schwund. Einer meiner Nachbarn schaut über SAT-Antenne nur die türkische Liga. Gelegentlich geht er zu Spielen der Kreisklasse B oder C, da gibt es eine rein türkisch besetzte Mannschaft und diverse Verwandte spielen dort.

  2. Helene Fischer wurde in der Pause ausgepfiffen. Ist es erstaunlich, daß dies hier nicht einmal erwähnt wird? Erwähnenswert wäre es gewesen deswegen, weil es im Stadion von beiden Seiten wechselnde Sprechgesänge gegen den DFB gegeben hat. Die TV- Übertragung des DFB- Endspiels der DFB insgesamt verliert also womöglich nicht aus unbekannten Gründen an Zuschauer- Rückhalt. Es existiert eine gegen den DFB gerichtete Komponente, die massiv im Stadion vorgetragen wurde.

    Eine Komponente, die von den übertragenden öffentlich rechtlichen Medien durch Ton- Manipulation relativiert wurde.

    Was könnte die Leute gegen den DFB aufbringen, was von den Medien relativiert – und nach Möglichkeit erst garnicht thematisiert – wird ?

    Könnte es sein, daß unter dem DFB nun auch noch der Fußball zunehmend unter die Kontrolle der Politik geraten ist ?

    Daß die Interventionen der Politik in den Fußball sich zu sehr häuften? Fußball ist erkennbar zu einem weiteren Lenkungsinstrument geworden.

    Ziehen wir den Hut vor den Fans vor den TV-Geräten und in den Stadien, die dies trotz aller herunterspielender Manipulation bemerkten und artikulieren.

    1. Oder der DFB hielt es halt für eine gute Vermarktungsfläche für Musik.

      Ton-Manipulation?
      Ich wäre bei jedem für mich interessanten Musiker enttäuscht von dem TV-Sender, wenn die Musik im Stadionlärm unterginge. Dafür klemmt man in der Regel Mikrofone direkt an die Instrumente, um den Ton möglichst klar zu übertragen.

      1. Rauball (BVB, DFB, NRW-SPD) und Freunde werden sich mit Analysen zum DFB- Bashing zu Wort melden. Womöglich, so liest man bereits, war alles ja nur eine Art Wette.

        Dann müssen die den politisch etwas zu unsensiblen Tuchel entsorgen. Das hängt ja eng zusammen. Tuchel ist leider nur Fußballer. Es gibt breiter aufgestellte Fußball-Trainer, die besser in diese Zeit passen. DFB- Löw/ Merkel, mit nun nur noch: „die Mannschaft“.

        Anläßlich welchen Anlasses kochte nochmal der Tuchel-Streit hoch? Tuchel ging nach einem Anschlag auf seine Spieler nicht zum Tagesgeschehen über. Tuchel hat also die Art der möglichst geräuschlosen Abwicklung des vorangegangenen Anschlages von Berlin nicht kapiert. Das darf der DFB nicht hinnehmen: „Es wird morgen gespielt. Es sind Profis“.

        Mal sehen, ob diese Art von Lenkungs-Anspruch auf die Marke gelb-schwarz durchschlägt.

        Fußballer haben jedoch mitunter ein feines Gespür. Sie sind für Emotion die Spezialisten per se. Und die Kumpels im Pott – das kommt noch hinzu – sind bekannt- berüchtigt für Gradlinigkeit.

        Es ging also eher nicht um Helene Fischer. Denn die war noch garnicht auf dem Platz, als das Stadium bereits erkennbar im ersten Rauch versank.

        Ob Frau Merkel in nächster Zeit Fußballspiele meidet? Falls nicht: gut für den Ton-Techniker. Frau Merkel hat ohnehin wenig Zeit, sich noch in Fußball- Stadien zu zeigen. Putin, Erdogan, May, Orban, Trump: da wartet zunehmend viel Arbeit. Da werden sich der DFB, die evangelische Kirche und unsere Medien noch kräftig ins Zeug legen müssen.

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