15 Jahre nach dem Börsengang: Wer 2002 nur 7000 Dollar in Netflix-Aktien investiert hätte, wäre heute Millionär

Netflix-CEO Reed Hastings hat eine der größten Erfolgsgeschichten der Internet-Ära geschrieben
Netflix-CEO Reed Hastings hat eine der größten Erfolgsgeschichten der Internet-Ära geschrieben

Der Mai ist seit jeher einer der beliebtesten Monate, um an die Börse zu streben: Facebook und LinkedIn taten es im laufenden Jahrzehnt, Amazon vor 20 Jahren – in allen Fällen wurden Aktionäre, die von Anfang an dabei waren, mit satten Kurszuwächsen belohnt. Auch wer vor 15 Jahren beim IPO von Netflix Aktien gezeichnet oder gekauft hätte, wäre heute ziemlich reich. Bereits mit einem Einsatz von 7000 Dollar wäre man Millionär geworden.

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Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon und Facebook sind nicht nur die gewaltigsten Erfolgsstories der digitalen Wirtschaft, sondern auch der jüngeren Börsengeschichte. Wie sehr sich ein frühzeitiges Investment in Amazon zum Börsengang vor 20 Jahren gelohnt hätte, war letzte Woche zum zwanzigjährigen Jubiläum des IPOs zu besichtigen: Aus einem Einsatz von nur 1000 Dollar wären bis heute enorme 640.000 Dollar geworden.

Auf ähnliche Dimensionen steuert auch eine andere ganz große Erfolgsstory der Internet-Ära zu, die heute vor 15 Jahren an die Technologiebörse Nasdaq strebte – Streamingpionier Netflix. Dabei waren Netflix‘ Zukunftsperspektiven am 23. Mai 2002 noch auf einen anderen Markt ausgerichtet – den Versand von DVDs.

Netflix‘ Erfolgsstory begann mit dem Versand von DVDs

Hier nahm es Gründer und CEO Reed Hastings mit dem milliardenschweren Platzhirschen Blockbuster auf. Der Ausgang ist bekannt: Blockbuster ging 2010 pleite, Netflix hatte die erste Schlacht gewonnen. In seiner zweiten großen Schlacht ging es nämlich um nichts weniger als die Zukunft des Fernsehens im digitalen Zeitalter.

Hastings teilte das Unternehmen in zwei Teile auf: Den klassischen DVD-Versand, der weiterhin für die größeren Umsätze und Gewinne sorgte und Qwikster  heißen sollte – und den neuen Streaming-Geschäftszweig Netflix.

Geplante Aufteilung in DVD- und Streaming-Geschäft bricht Netflix fast das Genick

Hier verzockte sich Hastings  allerdings zunächst. Auf der Höhe der Rezession nach der großen Finanzkrise erhöhte Netflix 2010 die Gebühren von 10 auf 16 Dollar (jeweils 8 Dollar für DVD-Versand und Streaming)  – und geriet tief in die roten Zahlen. „Das hat uns fast das Genick gebrochen“, bekannte der Selfmademan vor den rund zwei Jahren auf der re:publica.

Doch keine Erfolgsstory ohne große Wette – das ist die Philosophie des 54-Jährigen. Die nächste erfolgte nur ein Jahr später: Nach Hastings Einschätzung wird das Rennen um die Zukunft des Fernsehens mit eigenen Inhalten gewonnen. Entsprechend entschließt sich Netflix für etwas, was dem seinerzeit finanziell angeschlagenen Streaming-Dienst keiner zugetraut hatte: Er investierte 100 Millionen Dollar für die Eigenproduktion House of Cards – und stach dabei den scheinbar übermächtigen Rivalen HBO aus.

„Netflix wird die neue Kabelgesellschaft der Welt“

Der Rest ist Geschichte – und zwar eine der größten Erfolgsgeschichten des Internet-Ära. Heute besitzt Netflix weltweit 99 Millionen Abonnenten und gilt für CNBC-Marktkommentator James Cramer längst als „die neue Kabelgesellschaft der Welt“.

Anleger, die Reed Hastings‘ Vision frühzeitig teilten und in Netflix zum Börsendebüt am 23. Mai investierten, wurden reichlich belohnt. Netflix-Aktien wurden seinerzeit zur Kursen von 15 Dollar ausgegeben, die nach zwei Aktiensplits im  Verhältnis von 1:2 (2004) und 1:7 (2015) heute 1,07 Dollar entsprechen.

Aus 1000 Dollar zum Netflix-Börsengang wären bis heute 147.000 Dollar geworden

Heute steht die Aktie bekanntermaßen bei 158 Dollar. Wer also seinerzeit lediglich für 1000 Dollar Netflix-Aktien gezeichnet hatte, konnte sich 15 Jahre später über ein Vermögen von 147.000 Dollar freuen. Oder anders gerechnet: Wer im Mai 2002 für gerade mal 6770 Dollar Netflix-Aktien erworben hätte, wäre heute Millionär.

Auch wer bei der Zeichnung der Aktien nicht zum Zuge gekommen war und am ersten Handelstag zum Schlusskurs von 16,75 Dollar (splitbereinigt 1,196 Dollar) auf dem freien Markt investiert hätte, könnte sich über eine ähnlich stattliche Wertsteigerung freuen: Aus 1000 Dollar wären 132.000 Dollar geworden. Oder anders gerechnet: Wer im Mai 2002 für gerade mal für 7575 Dollar Netflix-Aktien an der Nasdaq erworben hätte, wäre heute ebenfalls Dollar-Millionär.

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