Anzeige

Eine Premieren-Ausgabe voller Comebacks: Die erste Edition von Spiegel Daily im MEEDIA-Schnellcheck

Feiern Premiere: Spiegel Daily und seine Macher Timo Lokoschat (l.) und Oliver Trenkamp
Feiern Premiere: Spiegel Daily und seine Macher Timo Lokoschat (l.) und Oliver Trenkamp

Pünktlich zum Ablauf des Countdowns war sie da: Die erste Ausgabe des vielfach angekündigten Spiegel Daily, der digitalen Abendzeitung aus dem Spiegel Verlag. Das neue Newsprodukt, nativ und als Web-App programmiert, zeigt sich mit einem breiten Themenmix und gewillt, seine Inhalte multimedial anzubieten. Auffällig: Die Premieren-Ausgabe wird dominiert von Comebacks. Spiegel Daily im MEEDIA-Schnellcheck.

Anzeige

„Jetzt aber daily, daily“, schrieb Timo Lokoschat in Anlehnung an den Spielshow-Klassiker „Dalli, dalli“, als zuletzt handfeste Details über das neue Web-Angebot aus dem Spiegel Verlag bekannt wurden. Nun, dreieinhalb Monate später, ist das Ziel endlich erreicht: Seit Dienstag pünktlich um 17.00 Uhr ist die digitale Tages- beziehungsweise Abendzeitung des Nachrichtenmagazins aus Hamburg live. Ohne Absturz, ohne Ruckeln gingen etwa 37 kleine Formate online, die ein nun in sich geschlossenes Produkt präsentieren. MEEDIA gibt einen Überblick mit ersten Eindrücken:

Kachelmann-Comeback bei Spiegel Daily

Eine erste Überraschung gibt es gleich im News-Segment: Spiegel Daily bringt in seiner ersten Ausgabe nicht nur Harald Schmidt zurück (MEEDIA berichtete), sondern gibt auch Jörg Kachelmann wieder eine größere Bühne. Der ehemalige Wetter-Moderator der ARD wird täglich einen kurzen Meteorologen-Spot beisteuern. In seinem ersten Beitrag präsentiert Kachelmann, der seit einigen Tagen auch beim kleinen Sender Sonnenklar.tv wieder auf Sendung ist, nicht nur Wind und Wetter für den Mittwoch, sondern klärt auch darüber auf, wieso sommerliche Erwartungen im Mai nicht gerechtfertigt sind.

Insgesamt acht Nachrichten plus fünf Kurznachrichten empfiehlt Daily in seiner ersten Ausgabe seinen Nutzern. Darunter: Trump als Informant für Russland, die Koalitionsmöglichkeiten nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, zwei Studien über Verkehrsunfälle und gefälschte Markenware als Gefahr für die innere Sicherheit sowie News über die Hackersoftware „Wanna Cry“ oder eine Vorausschau auf das Filmfestival in Cannes. Lesezeit der News nach Daily-Angaben: etwa 23 Minuten (ohne Kurzmeldungen).

Schnibben skyped und Daily bringt das Spiegel-Blog zurück

Bewegtbild kommt im Meinungsressort zum Tragen. In seinem ersten Kolumnenbeitrag haut Schmidt nicht in die Tasten, sondern brabbelt – wie er es halt am besten kann – in die Kamers. Via Skype kommentiert der ehemalige Latenight-Talker das aktuelle Geschehen – mindestens in der Bild-Qualität lässt das Skype-Format aber zu wünschen übrig.

Wesentlich besser mit dem Video-Call klargekommen sind Cordt Schnibben, Gründungsvater der Daily-Idee, und Ulf Poschard, Chefredakteur der Welt. In „Schnibben skyped mit …“ diskutieren die beiden Journalisten in Bild- und Wortschärfe über das Comeback der FDP.

Dass die Daily-Ausgabe von Comebacks dominiert wird, zeigt auch die Reanimation des Spiegel Blogs. Zuletzt war die Plattform, mit der die Redaktion des Magazins ursprünglich mal regelmäßig im Sinne der Transparenz Debatten – beispielsweise über Titel – kommentieren oder Entscheidungen erklären wollte, ins Koma gefallen. Daily bringt das Format als „Spiegel intern“ zurück.

„In Zeiten von Fake News und Lügenpresse-Vorwürfen scheint es besonders wichtig, dass Redaktionen ihr Handeln erklären“, schreiben die Macher, laut denen die Gründungsidee im Digital-Projekt #tag2020 (dort entstand auch die Daily-Idee) liegt. Weitere Kommentierungen stammen von den Spiegel-Redakteuren Markus Feldenkirchen und Maximilian Popp. Lesezeit des Meinungsressort nach Daily-Angaben: etwa 18 Minuten (inkl. Videos).

Social: WhatsApp-Interviews und Netzwerk-Trends

Im Ressort Social wollen die Daily-Macher Trends und Themen aus den sozialen Netzwerken aufgreifen. In seiner ersten Ausgabe aufgemacht wird das Ressort mit einem Interview mit Kabarettist Serdar Somuncu, der immer wieder stark polarisierend (ein Adjektiv, den man bei Daily als Attribut versteht) auftritt. Kreativ zeigen sich die Macher in der Darstellungsform: Das Interview haben die Redakteure via WhatsApp geführt. In Kombination mit der Prämisse, dass Somuncu nicht in Wort/Schrift antworten darf, erinnert das Format an einen Mix aus Whats-App-Interviews, wie man sie beispielsweise von Boulevard- oder Jugendportalen (u.a. Vice, Jetzt.de)und den populären Interviews ohne Worte vom SZ Magazin.

Wie MEEDIA bereits seit einiger Zeit mit seinem #trending-Newsletter täglich und ausführlich über die aktuellen Trends und erfolgreichsten Postings im Social Web informiert, versucht auch Daily die Netzwerk-Welt abzubilden. So fasst Cordt Schnibben die am meisten verwendeten Hashtags in der Social Media genauso zusammen wie die meisten Suchanfragen bei Google oder Postings mit den meisten Interaktionen.

Der Abend: Mit Helene Fischer, Lachs und einer Story zum Einschlafen

Um über das kurze Zeitfenster, in dem sich Nutzer möglicherweise bei Daily informieren, hinaus längere Zeit relevant zu bleiben, haben die Daily-Macher „Mein Abend“ entwickelt. Das Format soll Nutzer in den Feierabend begleiten und nützliche Tipps und Hinweise geben – beispielsweise Hör-Tipps (heute Helene Fischer), Rezepttipps (heute Lachs) oder Lesetipps. Unter anderem stellt Daily einen „Bestseller in 10 Minuten“ vor, wofür die Redaktion mit dem Anbieter „Blinklist“ kooperiert. Bis zum Einschlafen will Daily mit seiner „Gute Nacht Geschichte“ am Nutzer bleiben, die zum Lesen oder als Podcast verfügbar ist. Lesezeit „Mein Abend“ nach Daily-Angaben: circa 27 Minuten.

Anzeige

Alle Kommentare

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige