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„Wir müssen den Vorentscheid reformieren“: ARD denkt über Konsequenzen nach ESC-Pleite nach

Levina hat beim „Eurovision Song Contest 2017“ in Kiew der vorletzten Platz belegt
Levina hat beim "Eurovision Song Contest 2017" in Kiew der vorletzten Platz belegt

Ein enttäuschender vorletzter Platz für Levina und magere Einschaltquoten: Auch der "Eurovision Song Contest 2017" in Kiew hat wieder einmal gezeigt, das der Musikwettbewerb mit mehreren Problemen zu kämpfen hat. Gegenüber dem Tagesspiegel stellt ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber nun Reformen in Aussicht.

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Zwar war dem „Eurovision Song Contest 2017“ der Tagessieg nicht zu nehmen, doch mit 7,76 Millionen Gesamtzuschauern kratzte der Musikwettbewerb haarscharf am Tiefstwert von 2009 (7,36 Mio.). Von den rund 15 Millionen Zuschauern der ESC-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut im Jahr 2010 ist nicht mehr viel übrig – von dem Wettbewerbserfolg sowieso nicht: Levina, die für Deutschland im ESC-Finale in der Ukraine gesungen hat, belegte am Sonntag den vorletzten Platz. In den Jahren 2016 und 2015 markierte Deutschland unter den 26 Teilnehmern sogar das Schlusslicht.

Der ESC scheint hierzulande viele Baustellen zu haben. Das sieht offenbar auch die ARD – und denkt über Konsequenzen an der Wurzel nach: „Wir müssen den Vorentscheid reformieren“, so Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber gegenüber dem Tagesspiegel. Wie man dem wachsenden Desinteresse am Musikwettbewerb und der Niederlagen-Serie begegnen möchte, sagte Schreiber allerdings nicht. „Wir informieren, wenn es ein Ergebnis gibt. Jetzt eine Antwort zu erwarten ist unseriös“, so der ARD-Unterhaltungschef zu der Tageszeitung.

Ein Abschied von dem Musikwettbewerb – der formal möglich wäre, wie der federführende Sender NDR gegenüber dem Tagesspiegel sagt – kommt für Schreiber allerdings nicht in Frage. Das Ergebnis sei für Levina und das ARD-Team zwar eine herbe Enttäuschung, so Schreiber, dennoch solle Deutschland weiter am ESC teilnehmen. Und „bitte Lena nicht vergessen“, so der ARD-Unterhaltungskoordinator.

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Bereits im vergangenen Jahr hat Schreiber zum Teil den Vorentscheid für das schlechte Abschneiden beim ESC verantwortlich gemacht und eine Reform der Kandidatenkür in Aussicht gestellt: „Unser Hauptziel wird künftig die Suche nach ESC-Songs sein. Dazu suchen wir Interpreten, dann kümmern wir uns um die Inszenierung“, zitiert ihn damals die Süddeutsche Zeitung. „Das hat damit zu tun, dass wir – anders als etwa 2010 bis 2012 – nicht die Lieder aus einem internationalen Pool von mehreren hundert Songs ausgesucht haben, sondern Künstler mit Liedern gesucht haben.“, erklärte Schreiber weiter.

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