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#trending: Präsidentschafts-Fantasien von Dwayne „The Rock“ Johnson und Drohungen in Naumburg

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Guten Morgen! Wie mit dem selben Thema alle paar Monate Klicks geholt werden können, zeigen die Wünsche von Dwayne Johnson. Außerdem in #trending: Drohungen in Naumburg, die die Zielgruppe der Jungen Freiheit elektrisieren.

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#trending // News & Themen

Ich bin derzeit auf Reisen, #trending erscheint daher in einer etwas kürzeren Version als gewohnt. Am Montag wird es keine neue Ausgabe geben, ab Dienstag erhalten Sie #trending dann wieder in gewohnter Länge und mit den gewohnten Rubriken.

Schauspieler und Action-Star Dwayne „The Rock“ Johnson kokettiert damit, als US-Präsident zu kandidieren. Er tut das regelmäßig, eine Nachricht sollte das nicht mehr sein. Dennoch punkteten mehrere deutsche Medien mit einer aktuellen Veröffentlichung der US-Ausgabe von GQ – „Dwayne Johnson for President!„. Darin wird „The Rock“ mit den Worten zitiert: „I think that it’s a real possibility.“ RTL Next, Spiegel Online und die Welt griffen die Story auf und holten jeweils Tausende Social-Media-Interaktionen. „The Rock“ war damit eins der absoluten Top-Themen des Tages, kein anderes fand sich so oft im Vorderfeld der Social-Media-News-Charts.

„Dwayne Johnson will US-Präsident werden“ entwickelt sich damit zu einer Art Evergreen in den Medien. Sehr schön zu beobachten ist das anhand einer Story der Bauer-Website männersache. Die griff im vergangenen Jahr einen Artikel aus der britischen Ausgabe von GQ auf, in der Johnson damals ähnlich zitiert wurde: „I can’t deny that the thought of being governor, the thought of being president, is alluring.“ Schon bei Erscheinen des männersache-Artikels war die Story alt, sie stammte aus dem Sommer, männersache startete erst im Herbst. Auf Facebook wurde der Link zum „The Rock“-Artikel im November gepostet, sammelte 4.500 Likes, Shares, etc. ein. Weil es so gut klappte, postete man den gleichen Link zur gleichen Story im Januar nochmal und erreichte weitere 2.400 Interaktionen. Nun, da die Sache wieder aktuell wurde, postete männersache den Link zum dritten Mal und kam noch einmal auf 2.200 Reaktionen.

Eine Strategie, die in anderen Themenbereichen sicher auch viel versprechend wäre. Wenn Politiker die immer gleichen Wahlversprechen machen – einfach einen alten Artikel nochmal via Social Media bewerben – merkt eh keiner. Oder bei Transfergerüchten im Fußball – einfach das Archiv plündern.

Die Artikel mit den meisten Interaktionen des Donnerstags waren unterdessen eine Satire des Postillons und eine typische Story aus der Jungen Freiheit mit der Headline „‚Seine Frau laß ich ficken!‘ – Syrer-Clan droht Polizisten mit dem Tod„. Die Story hatte in ähnlicher Form schon am Vortag Erfolg bei der Mitteldeutschen Zeitung. Doch bei der Jungen Freiheit stieß sie auf die für solche Themen aufnahmebereitere Zielgruppe, erreichte daher Shares und Retweets u.a. von zahlreichen AfD-Ortsverbänden (Stuttgart, Kinzigtal, Nordwestmecklenburg, Trier, etc.), von Erika Steinbach, Beatrix von Storch und der NPD Bayern. Insgesamt sammelte sie 13.300 Interaktionen bei Facebook und Twitter ein.

Als Rausschmeißer aus der #trending-Woche einer der zehn erfolgreichsten deutschsprachigen Tweets des Tages – ohne Garantie, dass es sich nicht um einen Fake handelt:

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#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Der Postillon – „Forscher vergleichen erstmals erfolgreich Äpfel mit Birnen“ (16.800 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Junge Freiheit – „‚Seine Frau laß ich ficken!‘ – Syrer-Clan droht Polizisten mit dem Tod“ (2.200 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): WirtschaftsWoche – „Eigentum Verpflichtet. Wozu?

Google-Suchbegriff: „Eishockey-WM“ 500.000+ Suchen)

Wikipedia-Seite: Robert Miles (29.200 Views)

Youtube-Video: B3rLin1892 – „Patrick Wasserziehr lässt seinen Kaffee umrühren

Song (Spotify): Luis Fonsi – „Despacito – Remix“ (444.200 Stream-Abrufe aus Deutschland am Mittwoch)

Musik (Amazon): Helene Fischer – „Helene Fischer“ (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): „Rogue One – A Star Wars Story“ (Blu-ray)

Game (Amazon): „Mario Kart 8 Deluxe“ (Nintendo Switch)

Buch (Amazon): Alexandra Reinwarth – „Was ich an dir liebe, Mama“ (Gebundene Ausgabe)

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Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

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Alle Kommentare

  1. Warum schreiben Sie von einer „typischen Story aus der Jungen Freiheit“? Das, was da passiert ist, wäre bei einem funktionierenden Mediensystem eine typsiche Story für alle überregionalen Medien. Selbst der lokale SPD-Abgeordnete sagt, dass es ihm angesichts der Vorkommnisse die Sprache verschlagen hat. Aber es ist wie so häufig: Es steht was in der Lokalzeitung und bei Welt Online (dort auch nicht immer), ansonsten herrscht bei den sogenannten Qualitätsmedien tiefstes Schweigen. Auch Sie drucksen herum und sagen nichts zum Sachverhalt. So treibt man die Leser scharenweise zu rechtspopulistischen Medienangeboten.

    Was wäre los gewesen, wenn das keine Syrer sondern Neonazis gewären wesen? Wenn die nach einem abgenommenen Führerschein Polizisten in die Flucht geschlagen und anschließen zur Polizeiwache gegangen, dort randaliert und die Polizisten sowie Frau und Tochter von einem Beamten mit dem Tod bedroht hätten? Wenn die anschließend seelenruhig das Revier wieder verlassen dürfen und auch anschließend keine Haftbefehle beantragt werden, während die Familie des betroffenen Polizisten offenbar Polizeischutz braucht? Das wäre wahrscheinlich ein Top-Thema in vielen Medien und die Empörung wäre riesig – zu Recht!

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