Anspruchsvolle TV-Unterhaltung hat keine Heimat mehr im Free-TV – und das liegt nicht daran, dass RTL Group und P7S1 es nicht könnten …

RTL Group CEO Guillaume de Posch (l.), P7S1-CEO Thomas Ebeling: die Disruption kommt erst koch
RTL Group CEO Guillaume de Posch (l.), P7S1-CEO Thomas Ebeling: die Disruption kommt erst koch

Gerade haben die beiden großen Privat-TV-Konzerne RTL Group und ProSiebenSat.1 ihre Bilanzen für das erste Quartal vorgelegt. Der Start ins Jahr fiel für die erfolgsverwöhnten TV-Macher verhalten aus. Das liegt auch aber nicht nur an dem späten Osterfest, dessen umsatzträchtigen Feiertage 2017 ins 2. Quartal rutschten. Das Geschäft mit der TV-Werbung ist immer noch lukrativ aber es stagniert. Im Digitalen mühen sich beide Konzerne mit unterschiedlichen Strategien. Ob sie eine Antwort auf die strukturellen Probleme haben, die zwangsläufig kommen werden, ist nicht zu erkennen.

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Liest man die Bilanzen und Prognosen von ProSiebenSat.1 und der RTL Group oberflächlich, könnte man stets meinen, in der TV Welt ist alles noch in bester Ordnung. Die Gewinne sprudeln, die Aussichten sind stets verhalten optimistisch. Der TV-Werbemarkt wächst scheinbar immer um plusminus 2 Prozent, die Konzerne wachsen mit. Mal ein bisschen drüber, mal vielleicht ein wenig drunter. In den Zahlen zum 1. Quartal knirscht es aber dann doch vernehmbar. P7S1 konnte die Umsätze nur dank des Zukaufs von Parship und Elite Partner um zwei Prozent auf 502 Mio. Euro erhöhen. Die TV-Werbeeinnahmen sind stabil, was ein hübscheres Wort für stagnierend ist.

Bei der RTL Group werden gleich eine Reihe von Gründen bemüht, um die Bilanz ein bisschen hübscher aussehen zu lassen. Ja, die Osterfeiertage waren spät. Ja, „American Idol“ wurde in den USA bei Fox abgesetzt. Trotzdem bleibt stehen, dass der Umsatz der Bertelsmann-Cashcow bei 1,4 Mrd. Euro stagnierte und der operative Gewinn (EBITDA) mit einem Rückgang von acht Prozent auf 264 Mio. Euro gar den Rückwärtsgang einlegte. Alles vorhersehbar, alles geplant, alles nicht weiter schlimm. Wirklich?

Die eigentlichen Herausforderungen für die beiden Sendergruppen liegen nicht in Kalender-Verschiebungen von Feiertagen oder dem Hin und Her von betagten TV-Formaten. Was den Senderbossen wirkliches Kopfzerbrechen bereitet, ist der nach wie vor akute Wandel im Medien-Konsum. Die TV-Sender und besonders die Privatsender sind in der Zange zwischen sich rapide ändernden Sehgewohnheiten und der Demografie.

Sehdauer und Demografie

Die Sehdauer war zwar insgesamt 2016 stabil, was aber vor allem daran liegt, dass die Alten immer mehr fernsehen. Bei der jungen und mittleren Altersstufe geht die Sehdauer teilweise drastisch zurück. Bei den 30- bis 49-Jährigen schrumpfte die Sehdauer am deutlichsten: Aus 212 Minuten wurden vergangenes Jahr 206 Minuten.  Hinzu kommt, dass es aufgrund der demografischen Entwicklung immer weniger unter 50-jährige in Deutschland gibt. Und noch schlimmer für die Sender: Von den verbleibenden unter 50-jährigen, die noch fernsehen, schalten immer weniger Privatsender ein. Generell fühlen sich die Älteren bei den öffentlich-rechtlichen Sendern besser aufgehoben. MEEDIA hielt in einer Analyse zum Jahresanfang fest: Die 14- bis 49-Jährigen, die noch da sind und die fernsehen, entscheiden sich immer seltener für einen der drei großen Privatsender. RTL erreichte in dieser Altersgruppe im Jahr 2016 einen Marktanteil von 12,8%, ProSieben einen von 10,4% und Sat.1 einen von 8,7%. Bei ProSieben entspricht das dem geringsten Jahres-Marktanteil seit 1992, bei RTL und Sat.1 sogar dem geringsten seit mindestens 1990.

Abseits von den Zahlen und Statistiken reicht auch ein Blick ins Programm, um zu erkennen, dass da langfristig etwas schieflaufen muss. Vor- und Nachmittags bedienen die Sender zu großen Teilen einkommensschwache Schichten mit Programmen, für die das Wort Trash nicht ganz unzutreffend ist. Am Abend gibt es wahlweise endlose Shows oder leicht verdauliche TV-Massenware vom US-Grabbeltisch. Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Sender mühen sich zwar, innovative, massenkompatible neue Formate und Show-Ideen zu entwickeln, kommen dabei aber bislang auf keinen grünen Zweig. Darum werden längst auserzählte Formate wie „Superstar“ immer wieder neu aufgegossen. Das kann nicht ewig so weitergehen. Die aktuelle Staffel „Deutschland sucht den Superstar“ schloss erneut mit einem Tiefstwert bei den Zuschauerzahlen ab. Während ein Jahr zuvor noch 3,6 Mio. Zuschauer zum Finale einschalteten, waren es diesmal 3,47 Mio. Der bisher schwächste Final-Wert aller Staffeln. Wieder einmal.

Anspruchsvolle Unterhaltung hat keine Heimat mehr im Free-TV

Gebildetere und einkommensstärkere Zielgruppen finden ansprechende Bewegtbild-Unterhaltung mittlerweile im Pay-TV oder bei Video-on-Demand-Anbietern wie Netflix oder Amazon Prime Video. Amazon setzt sogar hoch gelobte Serien wie „Pastewka“ (früher Sat.1) oder „Deutschland 83“ (vorher RTL) fort. Die anspruchsvolle TV-Unterhaltung hat offenbar keine Heimat mehr im Free-TV. Das liegt nicht etwa daran, dass die Sendergruppen kein kreatives Potenzial mehr hätten. Die Produktionstöchter der beiden TV-Konzerne mischen eifrig mit im innovativen TV-Business der Zukunft. Red Arrow, die Produktionsfirma von P7S1 hat mit „Lillyhammer“ schon länger eine viel beachtete Netflix-Serie produziert und liefert mit „Bosch“ eine beliebte und anspruchsvolle Krimireihe, die bei Amazon läuft. Fremantle, der Produktionsarm der RTL Group, zeichnet verantwortlich für „American Gods“, eine höchst kreative Serie nach den Kult-Bestseller von Neil Gaiman. Das ist zukunftsfähige TV-Unterhaltung für eine intelligente Zielgruppe – so etwas ist nur bei den Free-TV-Kanälen der Gruppen nicht vermittelbar. Dort muss alles immer auf den kleinsten gemeinsamen Nenner des Massengeschmacks gebürstet sein. Und abseits von Sport-Großereignissen tun sich Sender mit den Massengeschmack in einer immer fragmentierteren Medienwelt schwerer denn je.

Für die Sender ist das schwierig, denn die beschriebenen Umwälzungen sind struktureller Art. Bei ProSiebenSat.1 versuchen sie, den Konzern von der TV-Gruppe zu einer Art Digital-Gemischtwarenladen mit angeschlossener Fernseh-Abspielstation umzumodeln. Das klappt bisher ganz gut, auch wenn in jüngster Zeit Zweifel an der Nachhaltigkeit der Strategie aufkommen. Viele der Digital-Beteiligungen sind eher margenschwach und das interne Verrechnen von TV-Spots für hauseigene E-Commerce-Angebote bläht die Digital-Umsätze in der Bilanz künstlich auf. Das hauseigene Video on Demand Angebot Maxdome soll in diesem Jahr erstmals aus der Verlustzone kommen, was für sich genommen ein Erfolg wäre. Gegen die globalen Riesen Netflix und Amazon wird das deutsche Angebot aber immer ein Zwerg bleiben, bedeutender fürs Image als für die Bilanz.

Bei RTL mühen sie sich vor allem mit so genannten Multichannel-Plattformen und dem VideoAd-Unternehmen SpotX bei der Vermarktung von Online-Videos mitzuspielen. Das klappt auch soweit. Die Digital-Umsätze legten im ersten Quartal um fast 50 Prozent zu auf 178 Mio. Euro. Verglichen mit dem Gesamtumsatz von 1,4 Mrd. sind das freilich Peanuts. Die TV-Konzerne blieben bislang von den großen Verwerfungen des digitalen Wandels verschont. Die Gruppen sind schlank aufgestellt man müht sich durchaus, im Digitalen mit unterschiedlichen Strategien Fuß zu fassen. Allerdings steht die Fernsehbranche auch noch nicht– wie Print – mitten drin im digitalen Umbruch. Die eigentliche Disruption steht dem Fernseh-Business noch bevor.

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Alle Kommentare

  1. So lange sich RTL und Sat 1 einen Wettlauf um Trash-Programme und unterstes Niveau liefern, ist eine Besserung nicht zu erwarten.

  2. Radio/Volksempfänger knapste Zeitung Aufmerksamkeit weg.
    TV knapste Radio Aufmerksamkeit weg.
    Internet knapst TV Aufmerksamkeit weg.
    Im Prinzip also nix neues.

    Ne ne!

    Schauen Sie sich doch mal das Programm des ÖR an. Entweder Tatort oder Tatort aus dem Archiv. Oder Fussball live aus der 4. Liga. JA! 4. Liga am Samstag Nachmittag auf 5 Kanälen der Ländersendeanstalten. Neulich lief eine Doppelfolge von „Der Alte“ aus dem Jahr 1996 bei der ZDF. Das war eine richtige Wohltat. Endlich kein Erziehungsunterricht.

    Jetzt lese ich das Illner, Klöppel, und Will das sogenannte „Kanzlerduell“ moderieren sollen. Bereits heute stimmen sich die Herrschaften über die Fragen mit dem Kanzleramt ab. Kanzleramt? Früher wurde das zwischen Sender und Parteizentrale erledigt. Dazu passt es das Herr Altmeier den CDU Wahlkampf aus dem Kanzleramt leitet.

    Auf SO was hat doch niemand mehr Lust. Wer will so was sehen? Aber denen ist das so was von egal! Genauso egal wie dem Justin Bieber sein erster Auftritt in Indien. Meedia hat übrigens noch nicht darüber berichtet.

  3. Wer sich erst mal an die Serien von Netflix gewöhnt hat, der kann dem gleich geschalteten System-TV nichts mehr abgewinnen.

    Keine Werbung
    keine politische Bevormundung
    keine U18 Zensur
    alles zu meiner Zeit

    Einen wichtigen Aspekt hat Herr Bernd Hinterbauer wieder vegessen zu erwähnen… der hohe Anteil der „nicht Deutschen“ in der U50 Gruppe.

    Die Mangels kulturellem Zugang oder Sprachkenntnissen NULL Interesse an deutschem System-TV haben.

    Die lieber über Satelit die „eigenen“ Sender gucken!

    Daran kann und wird sich nichts ändern… in einigen deutschen Städten ist der Anteil der nicht Deutschen schon fast 50%, zumindest in der Altersgruppe U30.

    Das hat „Bernd“ natürlich nicht geschrieben… er will ja nicht morgen „mit dem Rad zum Arbeitsamt“ radeln müssen…

    Alles hat schließlich Grenzen, auch die red. Berichterstattung… ;.)

  4. Wenn erstmal alle! Deutschen einen 1GBit-Internetanschluß haben, dann ist es aus mit dem linearen Fernsehen, wo der Konsument sich -falls er kein Videorecorder hat- immer noch sklavisch an den Programmablauf der Broadcaster halten muss. Dann wird das OnDemand-TV aufgrund der dann gegebenen technischen Möglichkeiten eine dramatisch größere Bedeutung erhalten. Überhaupt hat das Fernsehschauen über Internet einen sehr, sehr große Zukunft. Wenn man via Internet RTL und Co. ohne Datenlimitbegrenzung mobil auf seinem Handy oder sein Tablet oder via Hausanschluß auf seinem Computer oder dem Flat-Screen im Wohnzimmer sehen kann, wozu dann noch einen Empfang über eine terrestrische Antenne, einen TV-Kabel oder eine Satellitenanlage? In 10 oder 20 Jahren sind vielleicht Datendurchsatzraten von 10 GBit oder 100 GBit oder gar 1000 GBit möglich. Dann kann man als Internetnutzer nicht „nur“ 40 oder 50 TV-Programme, sondern aufgrund der weltweiten Vernetzung hunderte oder gar tausende Kanäle -falls es dann noch lineares TV gibt- empfangen.

    1. 1 Bit Leitungen machen keinen Unterschied, weil dann die Formel 1 auch nicht schneller fährt und DSDS nicht lauten singt – Content ist King!

    2. Schreiben Sie hauptberuflich Durchführungsverordnungen für das Finanzamt?

      Medley sagt:
      13.05.2017 um 02:51

      Wenn erstmal alle! Deutschen einen 1GBit-Internetanschluß haben, dann ist es aus mit dem linearen Fernsehen, wo der Konsument sich -falls er kein Videorecorder hat- immer noch sklavisch an den Programmablauf der Broadcaster halten muss. Dann wird das OnDemand-TV aufgrund der dann gegebenen technischen Möglichkeiten eine dramatisch größere Bedeutung erhalten. Überhaupt hat das Fernsehschauen über Internet einen sehr, sehr große Zukunft. Wenn man via Internet RTL und Co. ohne Datenlimitbegrenzung mobil auf seinem Handy oder sein Tablet oder via Hausanschluß auf seinem Computer oder dem Flat-Screen im Wohnzimmer sehen kann, wozu dann noch einen Empfang über eine terrestrische Antenne, einen TV-Kabel oder eine Satellitenanlage? In 10 oder 20 Jahren sind vielleicht Datendurchsatzraten von 10 GBit oder 100 GBit oder gar 1000 GBit möglich. Dann kann man als Internetnutzer nicht „nur“ 40 oder 50 TV-Programme, sondern aufgrund der weltweiten Vernetzung hunderte oder gar tausende Kanäle -falls es dann noch lineares TV gibt- empfangen.

      Machen Sie doch mal einen Absatz oder so was. Ohne ist Ihr Text äh Satz kaum lesbar.

    3. Die Leute haben nur 2 Stunden abends Freizeit und dieses Wochenende ist endlich warm und macht Freizeit statt TV.
      http://www.golem.de/news/medientage-muenchen-auch-streaming-hat-eine-hauptsendezeit-im-wohnzimmer-1610-124052.html
      Aber die Abend-Freizeit wird nicht mehr nur für RTL sondern auch für Netflix usw. verplant und wenn gucken 10% weniger RTL gucken dann kriegt RTL auch 10% weniger Werbe-Einnahmen und die Internet-Jahrgänge wachsen mit 1% pro Jahr nach was RTL langsam spüren dürfte und Ipad-Rentner gibts ja auch noch.

      5G haben viele nicht auf dem Plan. Das wird oft genug die letzte Meile. Aber in korrupten Diktaturen wird Internet (und Mobilfunk) systematisch klein gehalten.
      5G sollte nicht versteigert sondern von Huawai und Ericcson und Nokia direkt betrieben werden ohne Mobilfunk-Firmen dazwischen. Keiner ist so schlau, es zu fordern… Also gibts hier weiterhin DSL-Befreite Zonen an welche vor Jahren keiner glauben wollte, welche inzwischen aber zu tausenden im Rahmen der LTE-Ausbaues aufgedeckt und „versorgt“ wurden. Als ausgebaut gilt übrigens anscheinend laut Regierung, wenn man dort UMTS hat ! Das sich das oft eher nur Abgeordnete und Boni-Manager leisten können, ist ja vielleicht nicht so wichtig…

      Auch in Türkei ist bei Twitter besser als hier wieso macht AfD daraus keine Wahlplakate damit dem Bundestag vor der Bundeswahl nichts übrig bleibt als bezahlbare UMTS/LTE-Tarife durchzusetzen:
      http://blog.wiwo.de/look-at-it/2012/07/25/twitter-europakarte-deutschland-immer-noch-weit-abgeschlagen/
      Woran liegt das wohl… Rot-Grüne und schwarz-gelbe fehlerhafte Internet/UMTS/LTE/…-Politik zugunsten Großkonzernen. Die Hinterzimmer wurden endlich abgewählt in USA. Dort steigen die Zinsen und hier kommt bald die Rezession und Abverkauf an China.

      Digitale Parteitage gibts nicht mal bei FDP und die wollen angeblich das Schulsystem (vermutlich von der so erfolgreichen BITKOM) digitalisieren aber anscheinend nicht ihre eigenen Parteitage und alle öffentlichen VW-Termine…

      Viele sind mit langen Sätzen überfordert. Dreiwort-Sätze und simple Sprache ohne richtigen Konjunktiv (oder nur primitiven „würde/wäre“-Konjunktiv und niemals starke Verben. Es heisst „rufte“ und nicht „rief“ im Internet-Discussion-System weil sonst die bezahlten Derailer mit lächerlichen Formalien von der Diskussion ablenken weil man zu viel richtiges gegen das Establishment geschrieben hat) sind meist wirksamer. Die Drailer werden (wie die Kontroller bei Facebook) nach Durchsatz-Leistung bezahlt. Deine und meine langen Postings mindern deren Durchsatz also reagieren manche pampig – speziell wenn man recht hat und daher keine logischen Widerlegung schafft. Belege in Form von URLs usw. wollen viele auch nicht sehen speziell wenn ihre eigene Diplomarbeit abgeschrieben wurde.

      Allerdings gibts fast nirgendwo vernünftige Debatten so das es sowieso egal ist und das Land seit den 70ern nicht mehr besser wird.
      Aber wie man an den oft lächerlichen Remakes erkennt: die 40jährigen übernehmen die Macht auf den tiefsten Stufen. Die sind mit C64 und KnightRider aufgewachsen. Die Lesen die Emails täglich selber und leben die Digitalisierung in Echt. Die 50jährigen lassen von der Praktikantin die Emails ausdrucken. Lindner macht Screenshots. Merkel kann SMS, aber kann sie auch Email ? Na also. Die Digitalisierung findet nach 30 Jahren endlich wirksam statt ! Die Verhinderer sitzen natürlich überall und Blockieren. Aber USA haben sich schon zigtausend-jobs-fach (auch M$ und Großkonzerne und Banken!!!) mitten im Wachstum schlank gespart (BIP-Wachstum und Massenentlassungen gabs doch noch nie zeitgleich. Handelsblatt oder WiWo oder wer hier Mutter-Firma war sollten mich zum Nobelpreis vorschlagen. SCNR) und deutsche Firmen haben (bald und heute eigentlich auch schon) zigtausende Arbeiter zu viel und werden in der Rezession billige Beute und die neue Software macht alle überflüssig – so wie eine Fettabsaugung. Die Rezession steht vor der Tür… und in USA wachsen die Zinsen und sind hier bei 0 ! Wie damals Kornkammer Roms wo dann nix mehr wuchs welche jetzt ihr Korn wohl von Ukraine kriegt !

      @Medley2: ÖR ist immer unverschlüsselt. GEZ wird niemals fallen. Wenn AfD oder FDP besser wären, würden sie den Austritt fordern und wahlwirksam durchsetzen… denn Sender sind Bundes-Ländersache damit es keinen Zentralfunk und z.B. polnische Strukturen hier gibt. Die Parlamente regieren bald wieder 4-5 Jahre und dann passiert wieder mal 3.5-4.5 Jahre kaum was zugunsten des Bürgers. Jedes Bundesland kann (wie Brexit) aus der GEZ austreten und seinen Länderfunk vielleicht halb so teuer doppelt so gut betreiben.
      Politik funktioniert kaum: Siehe Piraten.

      @K.Einer: Ich richte Verwandten die Sat-Schüsseln ein und gucke auch was dort läuft. Das ist oft eher „Hausfrauen“- und Rentner-TV mit lokalen Telenovelas. Im Prinzip auch viel was hier nachmittags bei RTL läuft. Die U30 bevorzugen sowas wohl eher nicht so sehr denke ich mal. Wichtig wäre aber konsequente kostenlose wirksame Sprach-Förderung und Sozialisierung auf hiesige Gegebenheiten in den Schulen. PayTV dort hingegen dürfte dem normalen FreeTV bzw. Sky/Premiere usw. mit starkem US-Serien/Film-Anteil entsprechen.
      Wenn man aber keine Exit-Strategien anbietet, wird halt – wie dort und nach dem Krieg auch hier auf dem Dorf – mit 16 geheiratet (hören Sie doch mal Schülern im Bus zu) und 5köpfige Familien bevölkern und konkurrieren um den rot-rot-grünen Berliner oder Hamburger oder seit Jahrzehnten wohl durchgängig SPD-regierten Münchener Wohnraum.
      http://meedia.de/2017/03/15/die-medienwg-burdaforward-lockt-mit-wohngemeinschaften-neue-mitarbeiter-nach-muenchen/
      Man erntet also nur, was man gesät hat und man frühzeitig hätte gestoppt haben können (primitiver Konjunktiv im Einsatz).

      Danke aber auf den Hinweis auf die hohe U30-Zahl. Ich glaube CNBC findet es ganz toll, das z.B. Iran so viele Junge Leute (vermutlich ohne Zukunft siehe gigantische Jugendarbeitslosigkeiten in Spanien oder Frankreich) bzw. als Zielgruppe für USA-Pay-TV und McDonalds hat. Was passiert mit den 7köpfigen Saudi-Durchschnitts-Familien (5Kinder+2Eltern) wenn bald alle Leute Elektro tanken und hier 1% jeden Monat weniger Benzin-Autos fahren+tanken weil Autos in BRD im Schnitt 8 Jahre (ca. 100 Monate) sind ? Oder Kanada oder Norwegen oder Mexiko ihre Zukunft als Erdöl-Staaten ? USA sind inzwischen vielleicht schon Netto-Selbstversorger bei Erdöl. Verbrenner sind die nächsten Trabbis oder Dinosaurier: Heute schon de fakto Ausgestorben und klar angezählt wenn ab September der Tesla3 rollt. Frankreich und Deutschland und andere Auto-Industrie-Staaten werden dann billig abverkauft. Türkei betrifft das nicht und kann dann vielleicht kräftig wachsen.

      Schon Kamera-Leute haben die zu hohen Ausbildungs-Zahlen endlich erkannt und fordern „reduzierte Ausbildung“:
      http://www.dwdl.de/vitamind/60718/das_manchmal_schwierige_leben_der_freelancer/

  5. Mal unabhängig von der Analyse, soll hier einmal auf eine falsche Wortwahl hingewiesen werden: Free-TV. Das meint den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Für den werden – ob man guckt und hört oder nicht – jeden Monat 17.50 € Zwangsgebühren fällig – von wegen Free-TV . . .

    1. „Free“, weil die TV-Signale es nicht verschlüsselt werden. Aber das kommt hoffentlich bald und dann kann man sich entscheiden, ob man ÖRV sehen will oder nicht.

  6. Die Wirtschaft läuft, die Zielgruppen-Leute haben abends nur 2 Stunden Zeit zum TV-Schauen.

    http://www.golem.de/news/medientage-muenchen-auch-streaming-hat-eine-hauptsendezeit-im-wohnzimmer-1610-124052.html
    Folgendes eher für PayTV-Länder und nicht so für hier:
    http://www.golem.de/news/usa-immer-mehr-menschen-bestellen-wegen-streaming-kabel-tv-ab-1512-117976.html

    Was würdet Ihr denn Nachmittags senden und wer hat dann Zeit ? Na also.
    Schön wäre, die Seh-Minuten bei den Statistiken zusammenzuzählen.
    Das das Programm zur Sommerzeit eher kosten-sparsam bestückt wird, sollte inzwischen auch aufgefallen sein. Man sollte auch ausrechnen wie viel Kaufkraft fehlt wenn Bayern Sommerferien hat.

    Radio/Volksempfänger knapste Zeitung Aufmerksamkeit weg.
    TV knapste Radio Aufmerksamkeit weg.
    Internet knapst TV Aufmerksamkeit weg.
    Im Prinzip also nix neues.
    Wichtig wäre, die Aspekte vorher abzuschätzen und mögliche Verläufe aufzuzeigen.
    Manche Verlage kriegen ja jetzt durch Staats-Dienstleistungen bzw. Krankenkassen/Pflege-Kassen Geld…

    Die Werbe-Budgets folgen den Aufmerksamkeits-Minuten der Zuhörer/Zuschauer/Leser/… und Videobrillen kommen ja erst noch.

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