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Umsatz stagniert bei 1,4 Mrd. Euro: RTL Group stößt im 1. Quartal 2017 an Wachstumsgrenzen

Die RTL Group CEOs Guillaume de Posch (l.), Bert Habets hoffen auf zusätzliche Premium-Werbeinseln
Die RTL Group CEOs Guillaume de Posch (l.), Bert Habets hoffen auf zusätzliche Premium-Werbeinseln

Die Q1-Bilanz der RTL Group ist für die erfolgsverwöhnte TV-Gruppe aus dem Bertelsmann-Reich ein bisschen außergewöhnlich. Mit relativ vielen Worten wird gerechtfertigt, warum es in den ersten drei Monaten 2017 nicht so steil nach oben ging, wie gewohnt. Der Umsatz stagnierte bei 1,4 Mrd. Euro, der operative Gewinn (EBITDA) ging gar um 8,3% auf 264 Mio. Euro zurück. Dafür gibt es natürlich Gründe. Aufs Jahr gesehen gibt man sich trotzdem weiter vorsichtig optimistisch.

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Das Vergleichsquartal Q1 2016 war außergewöhnlich stark, der Start ins Jahr 2017 war wegen der späten Osterfeiertage kalendarisch etwas ungünstig und in den USA lief das Format „American Idol“ (die US-Variante von „Deutschland sucht den Superstar“) beim Sender Fox aus. So beeilt man sich bei RTL auch, in der Bilanz-Mitteilung den „American Idol“-Effekt rauszurechnen und zu erklären, ohne diesen wäre der Umsatz um 4% gewachsen. Aber wie das so ist: hätte, wäre. Gründe gibt es bekanntlich immer. Immerhin kann die RTL Group gleichzeitig vermelden, dass das abgenudelte aber immer noch viel gesehene „American Idol“ beim Sender ABC eine neue Heimat findet.

Der Netto-Gewinn unter Strich belief sich mit 137 Mio. Euro fast exakt auf Vorjahresniveau (138 Mio. Euro), allerdings hauptsächlich wegen eines Buchungs-Gewinns durch eine Neubewertung der RTL-Mehrheitsbeteiligung Divimove.

Schaut man zur Mediengruppe RTL Deutschland, von deren Performance die komplette Gruppe zu großen Teilen abhängt, so wird auch hier Stagnation sichtbar. Der operative Gewinn lag mit 168 Mio. Euro auf Vorjahresniveau (169 Mio.Euro). Das ist immer noch sehr viel Geld, keine Frage. Die Zahlen deuten aber an, dass alles Wachstum endlich ist – auch für die RTL Group. Die EBITDAs der übrigen TV-Segmente, M6 (Frankreich), RTL Nederland, Fremantle (Produktion) ging sogar jeweils zurück. Bei RTL betonen sie nun, dass das erste Quartal gerade im Content-Geschäft nicht aussagekräftig fürs Gesamtjahr ist. Hoffnung hat man u.a. wegen der stark gestarteten neuen Top-Serie „American Gods“, die in Deutschland bei Amazon zu sehen ist und von Fremantle produziert wurde.

Die Digital-Umsätze wuchsen beim Umsatz dynamisch um fast 50% auf 178 Mio. Euro. Anders als ProSiebenSat.1, die im E-Commerce investieren, setzt die RTL Group im Digitalen vor allem auf Vermarktungs- und Werbegeschäft mit Multichannel-Networks und dem VideoAd-Technologie-Anbieter SpotX.

Am Ausblick fürs Gesamtjahr ändert sich nichts. Die RTL Group rechnet für 2017 mit einem moderat wachsenden Umsatz (+2,5 Prozent bis +5 Prozent) und einem stabilen Gewinn.

 

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