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„Evan Spiegel, hör mal zu – und zwar gut“: Die Wall Street rechnet mit dem Snap-Chef nach Horror-Quartal gnadenlos ab

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"Du bist sooo arrogant!" CNBC-Starmoderator James Cramer zerlegt Snap-Chef Evan Spiegel bei Wutanfall © CNBC

Alles schlimmer als erwartet: Snap übertraf bei Vorlage seiner ersten Quartalsbilanz bei Weitem die schlimmsten Befürchtungen. Die Umsätze waren kleiner, die Verluste weitaus größer, das Nutzerwachstum langsamer als erwartet. Vollkommen auf die Palme brachte die Wall Street indes der arrogante Auftritt von Snap-CEO Evan Spiegel. CNBC-Starmoderator James Cramer watschte den 26-Jährigen nach Strich und Faden ab und empfahl Spiegel "eine Lektion in Demut".

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Der Anblick ist vernichtend: Nach wirklich jeder Lesart hat Snap bei Vorlage seiner ersten Quartalsbilanz die Erwartungen der Wall Street enttäuscht. Die Folge: Ein Kurssturz von heute mehr als 22 Prozent auf 18 Dollar, der mehr als 6 Milliarden an Börsenwert ausradierte.

Entsprechend garstig fielen die Reaktionen der Tech- und Finanzpresse aus. Snap hat „99 Probleme und das Nutzerwachstum ist nur eines davon“, dichtete das Finanzportal TheStreet.com den Jay-Z-Hit um.

TechCrunch verglich Snap mit einem schwer abgestürzten Social Media-Liebling früherer Tage, mit dem Snapchat-Gründer Evan Spiegel so gar nichts zu tun haben will: „Snapchat ist das neue, sture, langsam wachsende Twitter“, texte das Tech-Portal.

Bloomberg wird nicht weniger deutlich: „Es ist besser, Investoren zu enttäuschen, nachdem man das Geld eingesammelt hat“, teilt das Wirtschaftsmagazin mit beißender Ironie aus.

Ben Thompson, der sehr erfolgreich den Tech-Newsletter Stratechery betreibt, spricht Spiegel gar CEO-Fähigkeiten ab: „Er hat bisher nicht nachgewiesen, dass er ein CEO ist, weil es bisher kein Geschäft gibt, das einen CEO verdient (zumindest keines, das hätte an die Börse gehen sollen!)“

Börsenbrief-Schreiber Dennis Gartman stellte Snap das denkbar vernichtendste Zeugnis aus: „Gibt es irgendwas in der Investmentwelt, das weniger investierbar ist als Snap?“ beerdigte der unabhängige Analyst die Börsenkarriere des Anbieters der App mit dem Geisterlogo.

Auslöser für die brutalstmögliche Kritik war vor allem die desaströse Analystenkonferenz, in der Spiegel einen wahren Arroganzanfall hatte, der entsprechend vernichtend auf Twitter kommentiert wurde:

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Spiegels überheblicher Auftritt löste bei CNBC-Starmoderator James Cramer, der Spiegel als „so arrogant“ bezeichnete, vor laufender Kamera einen regelrechten Wutanfall aus.

„Evan Spiegel, hör mal zu – und zwar gut“, hob Cramer an. „Du kündigst Deinen Auftritt beim Conference Call nächstes Mal an. Danach lehnst Du Dich zurück und lässt Deinen Finanzchef reden. Und wenn Du Dich danach in den Call wieder einklinkst, dann sagst Du: „Schaut mal, ich habe meinen Job nicht gemacht, aber ich werde in Zukunft härter arbeiten“, erteilte der Wall Street-Veteran dem 26-Jährigen eine regelrechte Abreibung.

Cramer beendete eine Tirade mit dem Hinweis, „Demut ist eine fabelhafte Sache“.

Zumindest eine Statistik könnte Evan Spiegel nach dem 21-Prozent-Kurssturz, der sein Vermögen um eine Milliarde Dollar reduziert hat, am Ende doch noch trösten: Alle großen Social Media-Aktien – Facebook, LinkedIn, Twitter – haben mit ihrer ersten Quartalsbilanz an der Wall Street Schiffbruch erlitten.

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