Quartalszahlen: Disney verdient 2,4 Milliarden Dollar, aber ESPN bleibt das Sorgenkind

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Der mit Abstand wertvollste Medienkonzern der Welt wächst weiter: Disney konnte im ersten Geschäftsquartal des Jahres seine Umsätze um drei Prozent und den Nettogewinn sogar um elf Prozent steigern. Enorme 2,4 Milliarden Dollar blieben in den ersten 90 Tagen des Jahres unter dem Strich hängen. Doch weil Sorgenkind ESPN trotz höherer Umsätze erneut weniger verdiente, fällt die Aktie des Dow Jones-Mitglieds nachbörslich zurück. Konzernchef Bob Iger wird unterdessen bereits als Präsidentschaftskandidat für 2020 gehandelt.

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Dämpfer für den mit über 175 Milliarden Dollar mit Abstand wertvollsten Medienkonzern der Welt: Anteilsscheine von Disney fielen nach Handelsschluss um 2 Prozent zurück, nachdem das Mitglied im Eliteindex Dow Jones eine neue Geschäftsbilanz für das abgelaufene März-Quartal vorgelegt hatte.

Dabei konnte Disney für das erste Kalenderquartal anziehende Geschäftsergebnisse ausweisen. Die Umsätze legten im Vergleich mit dem Vorjahresquartal um 3 Prozent auf 13,34 Milliarden Dollar zu und lagen damit im Rahmen der  Analystenerwartungen.

2,4 Milliarden Gewinn bei 13,3 Milliarden Dollar Umsatz

Unter dem Strich verdient Disney so gut wie kein anderer Medienkonzern: Nach 2,14 Milliarden im Vorjahreszeitraum konnte CEO Bob Iger nunmehr einen Nettogewinn von 2,39 Milliarden Dollar (plus 11 Prozent) oder 1,50 Dollar je Anteilsschein ausweisen. Die Wall Street-Schätzungen von 1,41 Dollar je Anteilsschein wurden damit deutlich überboten.

Treiber der Geschäftsdynamik waren vor allem die gut besuchten Unterhaltungsparks Disneyland, deren Umsätze um mehr als 9 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar zulegten; der Gewinn zog sogar um 20 Prozent auf 750 Millionen Dollar an.

„Die Schöne und das Biest“ lässt Gewinne der Filmsparte sprudeln

Minimal rückläufig entwickelte sich dagegen die Filmsparte mit einem Umsatzminus von 1 Prozent auf 2,03 Milliarden Dollar, weil die „Star Wars“-Fortsetzung „Rogue One“ nicht an den Vorjahrserfolg von „Das Erwachen der Macht“ anknüpfen konnte.

Dafür in die Bresche sprang die Blockbuster-Verfilmung von „Die Schöne und das Biest“, die alleine 1,1 Milliarden Dollar erlöste und maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die Gewinne der Filmsparte um 21 Prozent auf 656 Millionen Dollar anzogen.

TV-Sparte schwächelt wegen ESPN

Die wichtigste Konzernsparte, die TV-Unit, in der ABC und ESPN gebündelt sind, enttäuschte dagegen mit einem Umsatzplus von nur 3 Prozent auf 4,06 Milliarden Dollar, während der Nettogewinn um 3 Prozent nachgab.

Vor allem der US-Sportkanal ESPN hat herbe Abonnentenverluste zu beklagen und stürzte jüngst auf den tiefsten Mitgliederstamm seit Mitte der Nullerjahre. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat ESPN mehr als 11 Millionen Abonnenten verloren. Konzernchef Iger konkretisierte in der anschließenden Analystenkonferenz, Inhalte von ESPN verstärkt digital anbieten zu wollen.

Bewirbt sich Iger um die Präsidentschaft?

Der 66-Jährige hatte seinen Vertrag im März nur um ein weiteres Jahr bis Mitte 2019 verlängert, was gleichzeitig Spekulationen geschürt hatte, Iger könne danach politische Ambitionen verfolgen und sich als demokratischer Kandidat um die US-Präsidentschaft bewerben.

„Ich habe bisher nicht darüber nachgedacht, was ich nach meiner Zeit bei Disney mache“, ließ Iger nach Handelsschluss in einem Statement gegenüber CNBC Raum für Spekulationen.

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