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Noch ein Chefredakteurs-Newsletter: Zeit Magazin-Macher Amend gibt Tipps für „schönsten Teil des Tages“

Christoph Amend und Maria Exner
Christoph Amend und Maria Exner

Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart, die Spiegel-Chefredaktion oder auch der Tagesspiegel-Chef verschicken morgens Newsletter. Ob Morning Briefing, Die Lage oder Check Point – alle behandeln die News des Tages. Das Zeit Magazin widmet sich jetzt einem neuen Metier: Chefredakteur Christoph Amend gibt fünf Mal pro Woche Tipps und Inspiration für „den schönsten Teil des Tages“ – den Feierabend.

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„Wir fragen uns bei neuen Genres immer: Wäre das etwas für das Zeit Magazin? Haben wir etwas Eigenes beizutragen?“, erklärt Amend gegenüber MEEDIA. „Für die klassischen morgendlichen Newsletter lautet die Antwort auf diese Fragen: Nein. Die bearbeiten die Nachrichtenlage und bereiten den Tag vor. Das ist nicht die Kernkompetenz des Zeit Magazins.“ Bei einem Letter für den „schönsten Teil des Tages“ sieht das jedoch anders aus.

Also produzieren die Berliner nun eine werktägliche E-Mail mit „Tipps und Inspiration für den Feierabend“. Zusammen mit seiner freie Co-Autorin Ricarda Messner, Maria Exner und Matthias Kalle liefert der Chefredakteur ab Mittwoch werktäglich eine Übersicht mit Ausstellungs-Tipps, Fernseh-Empfehlungen, Hinweise auf lesenswerte Bücher oder auch Artikel. Angereichert werden die kurzen intellektuellen Service-Happen von knappen Beobachtungen, Überlegungen und Anekdoten, die Amend mit seinen Leser teilt.

Der Newsletter vom vergangenen Freitag

Hört sich ein wenig nach Ego-Hybris des Blattmachers an, gehört im Letter-Business allerdings zum Produktversprechen. Ein guter Newsletter braucht meistens einen festen Autoren, mit dessen Tun sich die Leser identifizieren.

Das sehen auch die Berliner so: „Ein wichtiger Punkt ist der Absender. Wenn ein Newsletter von einer Person geschrieben wird, von deren Weltsicht die Leser gerne mehr erfahren wollen, dann ist die Wahrscheinlichkeit ungleich höher, dass der Letter ein Erfolg wird und sich die Leser auch tatsächlich für die Inhalte interessieren“, erklärt Exner gegenüber MEEDIA. „Dies war auch ein Gedanke in der Konzeption des Zeit Magazin Newsletters. Was Christoph Amend interessiert und liest oder welche Ausstellungen er besucht, möchten heute ja bereits sehr viele Menschen bei Facebook oder Instagram wissen. Aufwändig gestaltet und in der außergewöhnlichen Bildsprache des Zeit Magazins wird der neue Newsletter auch einen ganz besonderen Zugang zu ihm liefern“.

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Neudeutsch müsste man sagen, dass die – ach so seriöse Zeit – ihren Magazin-Macher nun als hippen Influencer inszeniert. Gleichzeitig ist das Projekt auch ein Experiment mit offenem Ausgang. Noch lässt sich nicht abschätzen, ob eine E-Mail mit Tipps zum Feierabend überhaupt funktioniert. Am Morgen befriedigen die Früh-Letter das Informationsbedürfnis der Leser, mit ihren knappen Analysen. So kann sich jeder vor dem Büro noch schnell schlau machen. Ob es einen ähnlichen Effekt auch nach getaner Arbeit gibt, ist dagegen noch unklar.

Immerhin verspricht die Redaktion einen „ganz besonderen Zugang“. Amend selbst verspürt deshalb jedoch erst keine besondere Last, nun (fast) alles aus seinem Leben sozial-medial begleiten zu müssen: „Ich spüre da keinen Druck, weil ich ohnehin immer und gerne lese, Podcasts oder Musik höre, und in jeder Stadt, die ich besuche, so oft wie möglich in eine Ausstellung gehe.“

Jetzt gehen seine Follower eben nicht mehr nur via Instagram oder Facebook mit in die Museen, sondern auch noch die Leser seines neuen Newsletters. Amends Social Media-Eckwerte: 11.300 Abonnenten bei Instagram, 9.935 Twitter-Follower, rund 4.300 Freunde bei Facebook, 1.1oo Newsfeed-Abonnenten bei seinem persönlichen Facebook-Account.

Hier kann man sich für den Letter anmelden

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Alle Kommentare

  1. Ich vermisse immer noch sehr den Politik-Newsletter von Béla Anda. Die Art persönliches und tagespolitische Ereignisse zu Verknüpfen war einfach großartig. Der Newsletter bei der Bild völlig fehl am Platze, aber dennoch großartig!

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