Nach Bericht im DJV-Magazin Journalist: Burda weist Spekulation um neuerliche Focus-Sparwelle zurück

Focus-Chefredakteur Robert Schneider
Focus-Chefredakteur Robert Schneider

Via Pressemitteilung vermeldete das DJV-Magazin Journalist am gestrigen Mittwoch, dass beim Focus ein „weiterer Personalabbau“ anstehe. So wolle sich der Verlag neben der Schließung seiner Standorte München und Düsseldorf auch von rund 20 Redakteuren in Berlin trennen. Die Burda News Group stellt nun klar: Die Nachricht sei nicht neu, sondern bereits vier Wochen alt und hinlänglich kommuniziert.

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Ende März hatte der Focus kommuniziert, dass man die Standorte in NRW und München schließen werde. Das hätte die betriebsbedingte Kündigung von neun Stellen zur Folge. Allerdings prüfe man noch andere Job-Möglichkeiten innerhalb des Hauses für die Betroffenen. Zeitgleich legte der Verlag ein Abfindungsprogramm für die gesamte Redaktion auf. In Bezug auf dieses Abfindungsprogramm spricht der Journalist nun von einem Sparziel von 20 Mitarbeitern.

Dies wiederum dementiert der Verlag. „Wie viele Mitarbeiter das Angebot annehmen, ist damals wie heute offen“, erklärt eine Focus-Sprecherin gegenüber MEEDIA. „Zwar ist die Frist für die Annahme des Angebots am 30. April abgelaufen, da wir uns aber aktuell noch in Gesprächen mit einzelnen Kolleginnen und Kollegen befinden, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, wie viele Mitarbeiter das Angebot tatsächlich annehmen.“

Neben der – zumindest von Burda – bestrittenen Zielzahl von 20 abzubauenden Stellen innerhalb des rund hundert Personen starken Focus-Teams in Berlin ärgerte man sich bei Burda vor allem über die Thematisierung eines möglichen Sozialplans. Tatsächlich spielte das Verbandsmagazin mit dem eigenen Mutterhaus einen geschickten Doppelpass. In der Vorab-Pressemittelung zur Magazin-Story heißt es dazu: „Die Forderung des Betriebsrats nach einem Sozialplan lehnte der Verlag ab. Nach Journalist-Informationen wird der Streit um die Einsetzung einer Einigungsstelle nun am 9. Mai vor dem Arbeitsgericht verhandelt.“

Kurz nach der Mitteilung des hauseigenen Fachtitels legte der DJV mit einer eigenen PM nach. Darin heißt es: „Der Deutsche Journalisten-Verband fordert den Burda-Verlag auf, den jetzt bekannt gewordenen Personalabbau in der Redaktion der Zeitschrift Focus so sozialverträglich wie möglich durchzuführen.“ Ursache für die Mitarbeiter-Reduzierung seien die Auflagenverluste des Magazins. „Hubert Burda muss seine verlegerische Verantwortung wahrnehmen“, fordert DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. „Wenn der Stellenabbau wirklich unvermeidbar ist, muss ein Sozialplan her.“

Diesen Doppelangriff kontert Burda: „Die Aussage, wir würden uns weigern, einen Sozialplan aufzustellen, ist schlicht falsch. Richtig ist: Es fehlen die rechtlichen Voraussetzungen dafür.“ Weiter erklärt die Sprecherin: „Mit dem freiwilligen Angebot bewegen wir uns deutlich oberhalb dessen, was wir im letzten Sozialplan für den Focus Magazin Verlag verhandelt haben. Wir liegen damit auch über den Sozialplänen, die in den letzten Jahren innerhalb des Konzerns geschlossen wurden. Für die Kolleginnen und Kollegen bedeutet das, dass das Ergebnis weiterer Verhandlungen deutlich schlechter ausfallen könnte.“

Die Münchner sind vor allem erstaunt, dass es eine vier Wochen alte Nachricht durch den Versand einer Pressemitteilung erneut zur News schafft. So entstehe der Eindruck, dass das Nachrichtenmagazin schon wieder Stellen streichen müsse.

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