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„Weiter so, Frau Merkel!“, „sie lebe hoch“: Die Welt schreibt den Lesern heute ihre Kommentare vor

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Starke Aktion zum Tag der Presse- und Meinungsfreiheit: Die Welt führt ihren Lesern bei ausgewählten Texten vor, wie es ist, wenn mein seine eigene Meinung nicht mehr äußern kann. Was auch immer die Leser in das Kommentarfeld unter den Artikel schreiben, zu sehen ist ein vorgefertigterText, der die Arbeit der Regierung lobt. Das ist beängstigend und lustig zugleich.

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„Wir wollen zeigen, wie es sich anfühlt, wenn einem die eigene Meinung im wahrsten Sinne des Wortes vorgeschrieben wird“, erklärt WeltN24-Marketingchefin Kristina Faßler gegenüber MEEDIA die Idee hinter Aktion, bei der auch JvM Spree beteiligt war.

Über allen Versuchen, einen eigenen Kommentar zu verfassen, schalten die Berliner zudem ein Banner, in dem auf die Aktion unter dem Hashtag #Vorgeschrieben noch einmal hingewiesen wird.

Nicht bei allen Artikeln will die Redaktion die besonders präparierte Kommentarfunktion freischalten. Aber bei denen, die das höchste Potential für möglichst viele Meinungsäußerungen haben.

Die vorgeschriebenen Texte lauten dann beispielsweise:

Es heißt immer Ost und West. Doch die einzige Himmelsrichtung, die zum Ziel führt, gibt unsere glorreiche Regierungschefin vor. Auf sie!

Unsere Kanzlerin weiß, was sie tut, und sie tut das Richtige. Niemand kann ihrem Verhandlungsgeschick das Wasser reichen. Weiter so, Frau Merkel!

Ausschließlicher Sinn und Zweck der Presse ist es, dem Volk das glorreiche Wirken unserer Regierung zu erklären

Durch die Inhaftierung des eigenen Reportes Deniz Yücel ist die Springer-Zeitung in Fragen der Meinungs- und Pressefreiheit aktuell wahrscheinlich noch sensibler als andere Redaktionen.

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