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Quartalszahlen: Apple verkauft wieder weniger iPhones, rettet Bilanz aber mit MacBooks, Apple Music und Apple Watch

iPhone 7: Apple-Chef Tim Cook freut sich über die Rückkehr des Wachstums
iPhone 7: Apple-Chef Tim Cook freut sich über die Rückkehr des Wachstums

Stagnation in Cupertino: Apple konnte bei Vorlage seiner neuen Geschäftszahlen für das abgelaufene März-Quartal die Erwartungen der Wall Street mehrheitlich nicht erfüllen. Anders als prognostiziert, hat sich das Absatzwachstum des iPhones in den ersten drei Monaten des Jahres nicht fortgesetzt – 430.000 Geräte wurden in den ersten 90 Tagen des Jahres weniger verkauft. Dass Apple trotzdem seine Umsätze um 5 Prozent steigern konnte, lag maßgeblich an der Servicesparte – und der Apple Watch.

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Was für ein Unterschied ein Jahr machen kann: Als Apple vor 12 Monaten sein Zahlenwerk für das erste Kalenderquartal 2016 vorlegte, das traditionell dem zweiten des Fiskaljahres entsprach, ging eine 13-jährige Erfolgsserie zu Ende. Erstmals seit 2003 schrumpften die Geschäfte des Techpioniers wieder. An der Wall Street ging die Apple-Aktie in den freien Fall über und taumelte in den folgenden Handelstagen bis auf unter 90 Dollar.

Schnellvorlauf in den Mai 2017: Apple hat seit seinem 52-Wochentief eine spektakuläre Rally von 65 Prozent hingelegt und legte jetzt zu einem Allzeithoch von 147,50 Dollar seine neuste Quartalsbilanz vor, die allerdings leicht unter den Analystenerwartungen ausfiel.

Wachstumskurs fortgesetzt: Gewinne und Umsätze legen einstellig zu

Statt wie erwartet 53,65 Milliarden Dollar erlöste der Kultkonzern aus Cupertino im abgelaufenen Quartal tatsächlich „nur“ 52,90 Milliarden Dollar – ein Anstieg von knapp 5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Nettogewinn zog nach vier rückläufigen Quartalen im abgelaufenen Dreimonatszeitraum um knapp 5 Prozent von 10,5 auf 11,03 Milliarden Dollar an.

Weil Apple aber seit Jahren exzessiv – im vergangenen Geschäftsjahr allein für 35 Milliarden Dollar – eigene Aktien zurückkauft, konnte der Gewinn je Aktie immerhin um 11 Prozent von 1,90 Dollar auf 2,10 Dollar je Anteilsschein verbessert und die Erwartungen der Wall Street, die noch bei 2,02 je Aktie gelegen hatten,  damit übertroffen werden.

Apple verkauft „nur“ 50,8 Millionen iPhones im März-Quartal

Treiber der Geschäftsentwicklung war einmal mehr das mit Abstand wichtigste Produkt der Konzerngeschichte: das iPhone. Angetrieben vom Ende September 2016 gelaunchten iPhone 7 konnte der wertvollste Konzern der Welt 50,8 Millionen Geräte verkaufen.

Der Trend zeigt allerdings wieder nach unten: Das Vorjahresergebnis von 51,2 Millionen Stück wurde um 430.000 Einheiten verfehlt – und das, obwohl Apples zweites Quartal des Fiskaljahres diesmal über drei Tage mehr verfügte.

Die Wall Street-Schätzungen, die bei rund 52,2 Millionen verkauften iPhones gelegen hatten, wurden damit deutlich verfehlt. Trotz der starken Nachfrage nach dem teureren iPhone 7 Plus, die laut Apple-CEO Tim Cook größer ausfiel als erwartet, lag der Durchschnittsverkaufspreis mit 655 Dollar pro Gerät unter den Erwartungen der Wall Street.

iPad schwächelt weiter, Mac wächst wieder

Wie erwartet gaben auch die Verkäufe der seit Jahren schwächelnden iPad-Unit weiter nach. Nach 10,2 Millionen Einheiten konnte Apple im jüngsten Weihnachtsquartal nur noch 8,9 Millionen iPads absetzen. Das Minus von 13 Prozent fiel deutlich größer aus als von Analysten prognostiziert. Binnen der vergangenen vier Jahre haben sich die iPad-Verkäufe damit mehr als halbiert.

Wieder im Aufwind befindet sich dagegen die ältesten Konzernsparte: Die Mac-Sparte konnte mit 4,2 Millionen Macintosh-Computern und Laptops wieder zulegen – um 4 Prozent nach Einheiten, aber wegen der teuren neuen MacBooks immerhin um beachtliche 14 Prozent nach Umsätzen.

Apple Watch und AirPods verhelfen „Anderen Produkten“ zu  31 %-Zuwachs

Erneut der Rolle des Hoffnungsträgers gerecht wurde die zweistellig wachsende Servicesparte iTunes, die dank steigender Abonnements von Apple Music und App Store-Verkäufen die Erlöse um beachtliche 18 Prozent auf bereits 7,04 Milliarden Dollar steigern konnte. Tim Cook hatte im Vorjahr erklärt, dass die iTunes-Erlöse in diesem Jahr so groß ausfallen sollen wie bei einem Fortune 500-Unternehmen.

Auch mit der viel gescholtenen Apple Watch, deren Absätze im September-Quartal noch um erdrutschartige 72 Prozent eingebrochen waren, konnte Apple vermutlich wieder steigende Absätze verzeichnen, ohne freilich exakte Zahlen zu nennen.

Die Konzernsparte „Andere Produkte“, in der die Apple Watch mit der Set-Top-Box Apple TV, dem iPod, Accessoires wie Ladekabeln, aber auch den neuen Drahtlos-Kopfhörern AirPods gebündelt wird, legte atypisch um 31 Prozent zu.

Ausblick für Juni-Quartal unter den Erwartungen

Der Ausblick auf das Juni-Quartal lag mit einer Umsatzspanne von 43,5 bis 45,5 Milliarden Dollar unterdessen leicht unter den Markterwartungen von 45,7 Milliarden Dollar, deutete aber eine Fortsetzung des Wachstums an, zumal Apple im Vorjahreszeitraum lediglich 42,4 Milliarden Dollar erlöst hatte.

Apple-Finanzchef Luca Maestri kündigte an, weitere 50 Milliarden Dollar an Kapital an Aktionäre zurückzuführen – 35 Milliarden Dollar davon erneut für Aktienrückkäufe. Die Quartalsdividende wurde um weitere 10,5 Prozent auf nunmehr 63 Cent angehoben.

Aktie gibt nachbörslich nach

Bis Ende März 2019 will Apple erstaunliche 300 Milliarden seines Kapitals an Aktionäre im Form von Aktienrückkäufen und Dividenden Ausschüttungen zurückgeführt haben.

Anleger reagierten jedoch enttäuscht auf das Zahlenwerk. Nach einem Kurszuwachs von 27 Prozent seit Jahresbeginn setzten nachbörslich Gewinnmitnahmen ein: Anteilsscheine von AAPL gaben um mehr als 2 Prozent auf 144 Dollar nach.

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