Götter gegen Götzen: Amazon Prime Deutschland startet von US-Kritik gefeierte Serie „American Gods“

In „American Gods“ (ab 1.5., Amazon Prime Video) treffen die neuen und alten Götter aufeinander
In "American Gods" (ab 1.5., Amazon Prime Video) treffen die neuen und alten Götter aufeinander

Eine "epische Fantasy-Saga" (Entertainment Weekly), ein "Genre-Hit" (Hollywood Reporter) und "Meisterwerk" (RollingStone) soll sie sein: "American Gods" erzählt von den alten und neuen Göttern und Götzen inmitten unserer Gesellschaft – und wird als eine der wichtigsten Serien des Jahres gehyped. Ab 1. Mai ist die Produktion des US-Senders Starz auch über Amazon Prime Video in Deutschland zu sehen.

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Eigentlich hat „American Gods“ alles, was eine Serie heutzutage mitbringen muss: Einen namhaften Showrunner (Bryan Fuller, u.a. „Hannibal“) und Produzenten (Michael Greene, u.a. „Smallville“), hochkarätige Schauspieler aus Film (Ian McShane, „Fluch der Karibik – Fremde Gezeiten“) und Fernsehen (Gillian Anderson, „Akte X“) sowie eine gefeierte Romanvorlage („American Gods“, Neil Gaiman), die sich zumindest einer ähnlich loyalen Fangemeinde erfreuen dürfte, wie etwa George R.R. Martins „Game of Thrones“ oder Diana Gabaldons „Outlander“.

Nur: Die Adaption des US-Pay-TV-Senders Starz ist alles, aber nicht gewöhnlich. Der US-amerikanische RollingStone spricht von einem „WTF Meisterwerk“, bei Entertainment Weekly beschwört man „die wichtigste Serie im Fernsehen“ und das Branchenblatt Hollywood Reporter sieht ein „verstrahltes Comicbuch, das zum Leben erweckt wurde“. Ab dem 1. Mai zeigt Amazon Prime Video die vorerst acht Episoden der ersten Staffel, immer montags im Wochenrythmus.

Die Götterdämmerung

„American Gods“ erzählt von dem bevorstehenden Krieg zwischen den Göttern. Auf der einen Seite stehen die antiken Götter, die von Einwanderern nach Amerika sozusagen mitgebracht wurden. Auf der anderen Seite stehen die neuen Gottheiten, die aus menschlichem Verlangen hervorgegangen sind. Man könnte auch sagen: Die neue Amazon-Serie verhandelt Religion, Integration und überhaupt das Menschsein in jeweils einstündigen Episoden. Und dazu Themen, die für viele Amerikaner durch US-Präsident Donald Trump an neuer Relevanz gewonnen haben.

American Gods Season 1 2017

Im Mittelpunkt der Story steht Shadow Moon (Ricky Whittle), der nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis von dem mysteriösen Mr. Wednesday (Ian McShane) und eigentlich Gottvater Odin als Bodyguard eingestellt wird und sich schon sehr bald in dieser Welt wiederfindet. Gemeinsam wollen sie die antiken Götter zusammentrommeln, um ihre Existenzgrundlage wiederzuerlangen. Denn das Dilemma, oder die Prämisse, die Autor Neil Gaiman in „American Gods“ beschreibt: Götter und Götzen existieren nur, weil die Menschen an sie glauben – angebetet werden mittlerweile andere Dinge, wie etwa Technologie (Technical Boy; Bruce Langley) und Medien (Media; Gillian Anderson). Sie sind die neuen Götter unserer Gesellschaft.

American Gods Season 1 2017

 

Das klingt einigermaßen abstrakt, ist aber einleuchtend umgesetzt. So ist Mr.Wednesday bzw. Gottvater Odin natürlich Strippenzieher der Story, ein unbequemer, herrischer Charakter und ein Autokrat aus dem Bilderbuch. Oder Media, das Sprachrohr der neuen Götter, dass sich als bekannte tote Person manifestiert – etwa als David Bowie oder Marilyn Monroe.

Ein (verstrahlter) Mix aus Mystik und Realität

Diese Mischung aus Mystik und Realität ist spannend, aber auch streckenweise ganz schön verstrahlt. Ein kurzer Überblick in die erste Folge des „WTF Meisterwerk“, wie der RollingStone schreibt, im Schnelldurchlauf: Barbarische und selbstverstümmelnde Vikinger, ein Büffel mit flammenden Augen, ein Baum mit Klauen am Ende seines Geästs und an einem Punkt, nun ja, wird ein Mann von Bilquis (Yetide Bakadi) göttlicher Vagina verschlungen.

Doch im Zentrum dieser vermeintlich bunten Willkür steht eine ambitionierte Drama-Serie, die mit bildgewaltigen Optiken, einer irre guten und spannenden Story sowie jeder Menge (blutiger) Action auffährt. Also eigentlich alles, was eine Seriensensation heutzutage mitbringen muss – einzig mit dem Unterschied, dass „American Gods“ alles andere ist als  gewöhnlich.

 

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Alle Kommentare

  1. eine billig gemachte serie die mit mieser musik nervt. habe mich mühsam durch den ersten teil gekämpft. viel promotion um nichts wird da gemacht. wenn das DIE Serie 2017 sein soll … ja – dann versteh ich die serienwelt nicht mehr 😉

    1. Nach 8 Folgen kann ich leider nur sagen: Was für ein Mist ist das denn ?

      Eine der schlechtesten Serien die ich je gesehen habe, sorry.

      LG

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