Blitz-Crowdfunding: Digital-Magazin Republik rund um Constantin Seibt erreicht Finanzierungsziele am ersten Tag

Gehen mit Republik an den Start: Geschäftsführerin Susanne Sugimoto, Redakteur Constantin Seibt
Gehen mit Republik an den Start: Geschäftsführerin Susanne Sugimoto, Redakteur Constantin Seibt

"Die Republik ist eine kleine Rebellion", heißt es im Crowdfunding-Aufruf des neuen Schweizer Digital-Magazins Republik, bei dem der Journalist Constantin Seibt eine führende Rolle spielt. Nun konnte das Projekt, geplant für Anfang 2018, seinen ersten Erfolg verbuchen: Innerhalb nur eines Tages hat das "Magazin für die öffentliche Debatte" alle Ziele der Finanzierung erreicht.

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„Heute morgen wachte ich als freier Mann auf. Und jetzt um 15 Uhr habe ich 3000 Verleger. Willkommen an Bord!“, schreibt Constantin Seibt bei Twitter. Am Mittwochmorgen hat das Medienprojekt rund um den Schweizer Journalisten zur finanziellen Unterstützung aufgerufen – innerhalb eines Tages hat Republik alle Ziele erreicht. „Himmel! 3000! Wir rechneten mit einem Monat. Und schaffen es in einem Tag“, zeigt sich Seibt verblüfft.

„Unsere Aufgabe ist es, ein digitales Magazin für den Journalismus des 21. Jahrhunderts zu entwickeln: einen Salon für Debatten und ungelöste Fragen, smart, politisch, fair – und mitreißend genug, dass die Artikel freiwillig gelesen werden“, so schrieben es die Macher in ihrer ersten Infomail im Januar. Dabei soll nicht zuletzt auch die geschäftliche Seite der Unternehmung Journalismus im Auge behalten werden. Ziel sei „ein Medium, das schlagkräftig genug ist, um im öffentlichen Diskurs einen Unterschied zu machen. Und schlank genug, um zu überleben“.

Anfang 2018 soll das Digital-Magazin, das leserfinanziert und werbefrei funktionieren soll, an den Start gehen. Zugesagte Zahlungen von Investoren und Spendern in Höhe von rund 3,5 Millionen Franken waren aber an eine Bedingung geknüpft: „den Test, ob das Publikum das neue Magazin auch will“, wie es im Crowdfundingaufruf heißt. Die zu erzielende Summe in Höhe von 750.000 Franken wurde nun im Rekordtempo erreicht – ebenfalls die nötigen 3000 künftigen Leser. Damit summiert sich das Startkapital auf 4,2 Millionen Franken – die Entwicklung der Republik sei damit für fast zwei Jahre gesichert. Bis dato ist man sogar bei einer Crowdfundingsumme von knapp 950.000 Franken angelangt.

Für 240 Franken bekommen Crowdfunder ein Jahresabonnement „plus vergünstigten Zugang zu allen Veranstaltungen“. Ausserdem werde man automatisch ein Teil des Unternehmens als Mitglied der Project R Genossenschaft. Als „klein wenig Verleger der Republik“ habe man außerdem das Privileg, einen Einblick in „alle wichtigen Entscheide der Redaktion“ zu bekommen.

Neben Constantin Seibt, der lange für den Zürcher Tages-Anzeiger auch über Medien geschrieben hat, ist für die Redaktion Christof Moser an Bord bei Project R. Er war u.a. Politik-Reporter bei Facts, Weltwoche und SonntagsBlick. Zuletzt arbeitete er als Bundeshaus-Journalist und war Medienkritiker bei Schweiz am Sonntag.

Geschäftsführerin von Project R ist Susanne Sugimoto. Sie war u.a. Leiterin der Medienstelle bei Coop, Leiterin des Kommunikationsteams für Zentraleuropa bei der Zementfirma Holcim und führt heute eine eigene Beraterfirma. Außerdem dabei sind: Laurent Burst (Strategie), Nadja Schnetzler (Prozesse und Zusammenarbeit), Clara Vuillemin (Head of IT), Patrick Recher (Software Entwicklung), Thomas Preusse (Software Entwicklung) und François Zosso (Finanzen).

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Alle Kommentare

  1. „Von Meedia Redaktion“ garantiert für Sch***, muss man leider so deutlich sagen.

    Meedia verbreitet hier ungeprüfte PR Meldungen, mit sehr fragwürdigen Wahrheitsgehalt.

    Echtes Crowdfunding ist meist Mühsame Überzeugungsarbeit und hier stehen angeblich 3000 Leute auf der Matte – komplett unrealistisch

    1. Nur stimmt es tatsächlich.

      Das „öffentliche“ Crowdfunding ist gestern Morgen angelaufen und hatte die angestrebten 3000 Nutzer (und somit 750’000 Franken) ziemlich genau gegen Mittag zusammen.

      Habe es selber den ganzen Tag mitverfolgt (und bezahlt).

  2. An modernen Debatten kann jeder und nicht nur das Establishment teilnehmen. Per Internet wäre das in Demokratien schnell programmiert. Woanders gibts Abmahnung, Verklagung, Existenzvernichtung.

    Fehlte der Name der Crowding-Plattform oder habe ich es überlesen oder war es (wie überrschend viele Buch-Autoren und ISBNummern) selbst-organisiert ?

    Auf Werbe-Einnahmen zu verzichten kostet die Leser/Mitglieder Geld und die vermarktbaren Werbe-Budgets landen bei der Konkurrenz.
    Oben ein nerv-freies Werbe-Banner ist man gewohnt und sollten auch Behörden und GEZ für aktuelle Behörden-Themen haben. Beispielsweise: Zeugnis-Notruf, Brandschutz bei Sylvester, faire Weihnachtsbäume, Reise-Apotheke für die Ferien, Winter-Reifen-Wechsel, Haustier-Aufpass-Genossenschaft für die Ferien, Haus-Tier-Tipps für Sylvester wegen der Knall-Geräusche usw.

    Im Gegensatz zu Großverlagen könnte man auch Outen was wie viel kostet oder wie viel Werbung man einnimmt und Transparent sein.

    Fachzeitschriften haben ihre Leser und Kunden. Leider sind diese kaum bei digital und Online angekommen obwohl man PDF bei der Druckerei abgibt. („Danke“ Adobe). Diese tausenden – oft interessanten – kleinen Zeitschriften entstehen beim Chefredakteur im Wohnzimmer und Porto+Druck+Vertrieb sind die Haupt-Kosten weil alles Freizeit ist.

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