Mit Bild, Spiegel Online, Vice und Sky: Snapchat startet Medienangebot Discover in Deutschland

Ab sofort bei Snapchat Discover: Bild, Spiegel Online, Vice Germany und Sky
Ab sofort bei Snapchat Discover: Bild, Spiegel Online, Vice Germany und Sky

Wie MEEDIA bereits im März berichtete, haben sich mehrere deutsche Portale auf einen Launch von Snapchat Discover vorbereitet. Nun ist es soweit: Ab dem heutigen Dienstag werden auch Inhalte deutscher Publisher im Medienangebot der beliebten Messenger-App verfügbar sein. Als Launch-Partner sind Bild, Spiegel Online, Vice Germany und Sky dabei.

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Der Launch von Snapchat Discover kommt passend vor der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes, den Snapchat – wie in Frankreich – auch hierzulande selbst begleiten könnte. Und dennoch fällt der Startschuss für das Medienangebot der App viel später als erwartet. Vor ungefähr einem Jahr fanden bereits ernsthafte Gespräche zwischen US-Unternehmen und interessierten deutschen Medien statt. Nicht zuletzt wegen unterschiedlicher Auffassungen, was Vermarktung und Erlöse angeht, hatte sich der Launch allerdings immer wieder in die Länge gezogen. Von Beginn an am Verhandlungstisch saß, wie MEEDIA mehrfach berichtete, Bild. Die Tochter aus dem Hause Axel Springer legt höchsten Wert auf eigenständige Vermarktung. Mindestens dieses Kriterium soll Snapchat nach Verhandlungen erfüllt haben. In den vergangenen Wochen verdichteten sich dann die Hinweise, dass ein wirklicher Eintritt bei Discover näher rückt. Zuletzt hatten Bild, Spiegel Online und Vice via Stellenausschreibung nach für Snapchat-Stories benötigte Spezialisten für Motion Design gesucht. Die ersten Geschichten werden für Dienstagfrüh erwartet.

Mit dem Launch in Deutschland erweitert Snap, das Unternehmen hinter Snapchat, die lokalen Märkte für sein Medienangebot. Nachdem englischsprachige Medien zunächst den Anfang gemacht hatten, erweiterte die Messenger-App das Programm vergangenes um französische Publisher. Im Discover-Bereich bekommen Medienmarken ihren eigenen Channel, in denen sie verschiedene Stories veröffentlichen können, die nur 24 Stunden lang abrufbar sind. Die Publsiher müssen also im Optimalfall (es sich) leisten, jeden Tag mehrere Stories ausschließlich für den Kanal zu produzieren.

Wie genau die Erfolgsaussichten bei Snapchat Discover sind, ist unklar beziehungsweise hängt ganz von den Motiven und Erwartungen der einzelnen Publisher ab. Ganz gewiss bietet Snapchat einen Zugang zu einer deutlich jüngeren Zielgruppe, der Produktionsaufwand gilt allerdings als immens hoch und damit kostenintensiv. Darüber hinaus bietet die Messenger-App keine direkten Verlinkungen und Verknüpfungen zu den Portalen. Für die meisten der deutschen Teilnehmer dürfte es viel mehr um Erfahrungen gehen, die Snapchat im Umgang mit der beliebten Zielgruppe der bis 25-Jährigen bietet – dort liegt die Kern-Nutzergruppe von Snapchat.

Der Messenger mit dem Geist hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der beliebtesten Apps entwickelt, schätzungsweise knapp mehr als die Hälfte der offiziell rund 160 Millionen aktiven täglichen Nutzer ist zwischen 16 und 24 Jahren alt. In den USA war die App laut Umfragen 2016 bei mehr als einem Drittel der Teenager das beliebteste Social Network. Über die geografischen Herkünfte seiner Nutzerschaft schweigt das Unternehmen – von 50 Millionen in Europa ist die Rede, von zehn Millionen allein in Großbritannien, von acht Millionen in Frankreich und rund 3,5 Millionen in Deutschland.

Erste Insights über Reichweiten und Zielgruppen, die hierzulande möglich sind, bietet Bild, die bereits mit ihrem Reporter Paul Ronzheimer im Discover-Bereich von Snapchat stattgefunden hat. Die Story „Battle for Mossul“, die im März für einen Tag über den Channel lief, erreichte mehr als 4,2 Millionen Abrufe weltweit. Publiziert wurde die Story allerdings in englischer Sprache. Für den Launch der Medien-Channel wird die Publikation auf Deutsch erwartet. Bereits seit mehreren Monaten ist Bild auch mit einem eigenen Snapchat-Account unterwegs. Wie die Redaktion jüngst veröffentlichte, ist der Großteil der User zwischen 15 und 25 Jahre alt, der kleinere Anteil bis zu 35 Jahre alt, nur wenige älter als 35. „Wir haben mehr weibliche als männliche Freunde, und größtenteils sind es Schüler, Studierende, Azubis; Berufstätige stellen die kleinste Gruppe.“

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Alle Kommentare

  1. Launch, Publisher, Stories, etc.

    Warum nicht gleich den Artikel komplett in Englisch verfassen anstatt ihn mit überflüssigen Anglizismen zu überfluten?

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