21st Century Fox: Wie die Murdoch-Söhne das Familien-Imperium modernisieren

Rupert Murdoch und seine Söhnne James (re.) und Lachlan
Rupert Murdoch und seine Söhnne James (re.) und Lachlan

Der erzwungene Rückzug des beliebten Fox News-Moderators Bill O'Reilly wegen Sexismus-Vorwürfen wirft ein neues Licht auf das Murdoch-Imperium. Wie die New York Times berichtet, spielt sich hinter den Kulissen ein Generationswechsel ab: Die Söhne James und Lachlan wollen mit der "schurkenhaften Unternehmenskultur der alten Garde" aufräumen. O'Reilly sei, wie im vergangenen Sommer Fox News-Chef Roger Ailes, maßgeblich auf Betreiben von James Murdoch abgesetzt worden. Der Einfluss des großen Vaters Rupert scheint unterdessen zu schwinden.

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Der Rücktritt des Fox News-Starmoderators Bill O’Reilly in der vergangenen Woche erfolgte offenbar maßgeblich auf Betreiben des jüngsten Murdoch-Sohnes James, berichtete die New York  Times am Wochenende in einer Reportage über den Generationswechsel im Medien-Imperium.

Der 44-Jährige, der seit 2015 die operativen Geschäfte bei Murdochs wertvollster Konzerntochter, dem Film- und Fernsehkonglomerat 21st Century Fox, als CEO leitet, habe sich „am aggressivsten“ gegen O’Reilly nach den Vorwürfen wegen sexueller Belästigung ausgesprochen. Auch bei der Demission von Fox News-Chef Roger Ailes im vergangenen Sommer habe James Murdoch die tragende Rolle gespielt, berichtet die NYT.

Murdoch-Söhne „entschlossen, mit der schurkenhaften Firmenkultur der alten Garde aufzuräumen“

Wie die US-Traditionszeitung berichtet, spielt sich hinter den Kulissen ein Generationenwechsel mit durchaus bemerkenswerten Veränderungen ab. „James und sein älterer Bruder Lachlan, Aufsichtsratschef bei 21st Century Fox, die als Nachfolger des Vaters in Stellung gebracht wurden, üben nun ihren Einfluss aus“, heißt es bei der NYT.

Vater Rupert bleibe zwar sehr involviert, „aber die Söhne scheinen entschlossen, mit der schurkenhaften Firmenkultur der alten Garde aufzuräumen und die Geschäfte in eine digitale Zukunft zu führen“, berichtet die New York Times. So hätte sich seit der Übernahme der Amtsgeschäfte durch die Murdoch-Brüder vor zwei Jahren ein „wärmeres und freundliches“ Arbeitsklima etabliert, berichten ungenannte Mitarbeiter gegenüber der New York Times.

„Jung genug, um zu verstehen, dass sich das Unternehmen ändern muss“

Der Generationenwechsel wird von der Wall Street gutgeheißen. „Sie sind beide jung genug, um zu verstehen, dass sich das Unternehmen ändern muss“, erklärt der Medienanalyst Doug Creutz von der Investmentbank Cowen and Company gegenüber der NYT.

„Bei einigen Medienunternehmen hat man das Gefühl, dass man sie mit Händen und Füßen in die digitale Zukunft zerren muss. Bei den beiden (Murdoch-) Brüdern habe ich das Gefühl überhaupt nicht“, erklärt Doug Creutz. Die Wall Street teilt den Optimismus: Seit Jahresbeginn hat die Aktie von 21st Century Fox um knapp 10 Prozent zugelegt.

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