CNN: USA bereiten Anklage gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange vor

WikiLeaks-Gründer Julian Assange
WikiLeaks-Gründer Julian Assange

Seit fast fünf Jahren sitzt Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London fest, weil ein Haftbefehl gegen ihn wegen des Vorwurfs auf sexuellen Missbrauchs aus Schweden vorliegt. Nun könnte sich die Lage des politischen Aktivisten aus Townsville, Australien, weiter verschärfen: Nach Informationen von CNN bereitet die US-Regierung nämlich eine Anklage gegen Assange vor. Dem 45-Jährigen wird vorgeworfen, über Wikileaks streng geheime Informationen weitergegeben zu haben.

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Die schärfere Gangart aus Washington hatte sich für Assange zuletzt bereits angedeutet. „Es wird Zeit, Wikileaks als das zu bezeichnen, was es ist – ein nichtstaatlicher, feindlicher Geheimdienst, der oft von staatlichen Akteuren wie Russland angetrieben wird“, hatte der neue CIA-Chef Mike Pompeo erst vergangene Woche eine neue Rhetorik angeschlagen.

Pompeo hatte Wikileaks als einen „feindlichen Geheimdienst“ bezeichnet, während US-Präsident Trump im Wahlkampf immer wieder betont hatte, er liebe Wikileaks – wohl nicht zuletzt, weil auf der Enthüllungsplattform in der entschiedenen Phase der US-Wahl immer wieder Dokumente kursierten, die Trumps Rivalin Hillary Clinton belasteten.

Justizminister Jeff Sessions: „Assanges Verhaftung besitzt Priorität“

Bislang galt Assange wegen Wikileaks als unantastbar, weil die Verbreitungen der Internetplattform verfassungsrechtlich als freie Rede- und Meinungsfreiheit eingestuft worden war. Nun jedoch sollen die USA eine Anklage gegen Assange wegen der Weitergabe und Verbreitung von geheimen Informationen  vorbereiten, berichten CNN und die Washington Post gleichlautend.

Justizminister Jeff Sessions erklärte in der Nacht in einer Pressekonferenz, Assanges Verhaftung besäße Priorität. „Wir haben unsere Bemühungen intensiviert, und wann immer wir daraus einen Prozess machen können, landen einige Leute im Gefängnis“, erklärte Sessions.

Auch US-Präsident Trump habe seine Meinung über den 45-jährigen Australier inzwischen geändert. „Er sieht die Dinge inzwischen aus einer anderen Perspektive“, ließ der Republikaner Peter King CNN wissen.

Wie CNN berichtet, hätten US-Ermittler herausgefunden, dass Wikileaks eine aktive Rolle bei der Veröffentlichung von geheimen Dokumenten durch den Whistleblower Edward Snowden gespielt habe.

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