Anzeige

Satter Gewinn mit Thermomix-Neuling: Verleger Jan Wickmann rührt Rezepteheft Gemixt künftig häufiger an

Gemixt-Kochideen-Heft-Thermomix.jpg

Der Einstieg in den Markt der Thermomix-Magazine macht sich für den Hamburger Verleger Jan Wickmann bezahlt. Der Sohn des ehemaligen G+J-Zeitschriftenvorstands Rolf Wickmann hat von der ersten Ausgabe seiner neuen Zeitschrift Gemixt, die Rezepte mit der kochenden Wundermaschine von Vorwerk präsentiert, bis zu 50.000 Exemplare verkauft und erwirtschaftet damit auf Anhieb kräftig Gewinn. Jetzt will der Magazin-Macher, der Elterntiteln wie Kinder und Junge Familie verlegt, mit der Zeitschrift in Serie gehen.

Anzeige

Essen und Trinken mit dem Thermomix von Gruner + Jahr, Mein Zaubertopf aus dem Verlagshaus Falkemedia oder Schlank & Fit mit dem Thermomix, Einfach Backen mit dem Thermomix, Einfach Kochen mit dem Thermomix von der OZ-Gruppe – in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren überraschend ein neues Boom-Segment etabliert: Zeitschriften, die für Leser Rezepte mit der kochenden Wundermaschine von Vorwerk aufbereiten.

Seit Anfang des Jahres tummelt sich auch der norddeutsche Verleger Jan Wickmann mit einem eigenen Titel in dem Print-Segment. „Von der erste Ausgabe unseres Magazins Gemixt wurden bis zu 50.000 Exemplaren verkauft. Wir haben uns deshalb dazu entschieden, das Magazin in Zukunft vierteljährlich herauszugeben“, erklärt der Verleger gegenüber MEEDIA. Die nächste Ausgabe soll am 11. Mai erscheinen. Dass Wickmann mit dem Produkt in Serie geht, ist verständlich. Er hat mit der ersten Ausgabe dem Vernehmen nach bereits einen satten Gewinn eingefahren. Denn ab einer Auflage von 30.000 Exemplaren schreibt der geschäftsführender Mehrheitsgesellschafter der Junior Medien GmbH & Co. KG in Hamburg mit dem Produkt bereits schwarze Zahlen. Offiziell äußert er sich hierzu nicht.

Der Junior-Verlag ist nicht das einzige Unternehmen, das mit Thermomix-Magazinen satte Gewinne einfahren dürfte. In Branchenkreisen geht man davon aus, dass die Verlage wegen des überschaubaren redaktionellen Aufwands mit den Rezeptheften zweistellige Renditen erzielen dürften. Weitere Newcomer könnten daher auf den Markt drängen. Mit den Thermomix-Heften haben die Medienhäuser bereits ein zweites wachstumsträchtiges Produktsegment für sich entdeckt. In den vergangenen Jahren sind viele Magazinunternehmen auf die Landlust-Welle aufgesprungen und haben Nachahmer-Titel entwickelt. Vorreiter in diesem Segment war der Landwirtschaftsverlag aus Münster, der mit dem Hamburger Magazinhaus Gruner + Jahr auch den Thermomix-Heftmarkt aufgerollt hat.

Wickmann geht davon aus, dass sich sein Rezeptheft langfristig am Markt etablieren wird. Dennoch glaubt er nicht, dass alle Newcomer langfristig überleben werden. „Zahlreiche Titel sind während der letzten Monate in diesem Segment erschienen. Sicher werden einige wieder verschwinden. Übrig bleiben werden einige große Titel und die, die sich klar positioniert haben. So wie wir mit dem Fokus auf Familienrezepten“, meint der Unternehmer. Am redaktionellen Konzept von Gemixt hält Wickmann angesichts des Verkaufserfolgs unverändert fest. Entwickelt wurde das 100 Seiten starke Produkt von Christian Personn, der als Chefredakteur für Junge Familie und Kinder verantwortlich zeichnet sowie Miteigentümer von Junior Medien ist. Art Direktorin von Gemixt ist Jenny Berit. Der Copypreis liegt unverändert bei 4,50 Euro. Vertrieben wird der Titel durch MZV.

Mit der neuen Zeitschrift baut der Geschäftsmann sein kleines, feines Reich an Zeitschriften weiter aus. Erst im vergangenen Jahr hatte der Unternehmer von dem Heftmacher Mathias Brüggemeier den im Eigenverlag Woerterwelt erschienenen Titel Schule erworben, ein Produkt, das ursprünglich seine Wurzeln beim Münchener Magazinverlag Burda hatte. Jetzt ergänzt Wickmann das Titelangebot seines Medienunternehmens, das nur wenige hundert Meter vom ehemaligen Stammsitz des Spiegel-Verlags an der Brandstwiete entfernt liegt, mit einer Eigenentwicklung. Sie passt genau in das von ihm favorisierte Familien-, Jugend- und Kinder-Segment.

Der Junior Medien-Chef hat sich in den vergangenen Jahren geschäftlich breit aufgestellt. Zu seinen vielfältigen Aktivitäten gehört Lektornet, ein Schluss-Redaktionsservice, den er mit seinem Partner Christian Krohn betreibt. Über die Online-Plattform www.lektornet.de können Verlagskunden Seiten hochladen und erhalten sie korrigiert zurück. Das Unternehmen betreut inzwischen rund 100 Magazine fast aller großen Verlagshäuser und gilt als eine Ertragsperle. Öffentlich für viel Aufmerksamkeit sorgte vor vielen Jahren der Versuch des Unternehmers, den Kult-Comic Fix und Foxi am Markt wieder zu beleben. Trotz intensiver Bemühungen verlor der Titel massiv an Auflage und Anzeigen, sodass Wickmann das Kinderprodukt aus wirtschaftlichen Gründen einstellen musste.

Anzeige
Anzeige