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Schlammschlacht: ehemaliger Publizistischer AfD-Berater rechnet öffentlich mit Frauke Petry und Marcus Pretzell ab

Noch AfD-Vorsitzende, aber keine Spitzenkandidatin mehr:  Frauke Petry
Noch AfD-Vorsitzende, aber keine Spitzenkandidatin mehr: Frauke Petry

Der ehemalige Focus-Redakteur und publizistische Berater von AfD-Chefin Frauke Petry, Michael Klonovsky, hat auf seiner Website eine gnadenlose Abrechnung mit Petry und deren Ehemann, dem AfD-NRW-Chef Marcus Pretzell, veröffentlicht. Kurz vor dem AfD-Bundesparteitag in Köln fordert Klonovsky die Delegierten auf, Petry ihre Unterstützung zu verweigern. Sie stehe unter dem Einfluss ihres Ehemannes Pretzell, den Klonovsky als "Blender", "Spaltpilz" und "Hochstapler" bezeichnet.

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Eine derartige Eskalation ist selbst für AfD-Verhältnisse ungewöhnlich. In einem langen Schreiben unter der Überschrift „Bonnie & Clyde der AfD“ veröffentlicht der frühere Petry-Vertraute Michael Klonovsky eine beispiellose Abrechnung mit Frauke Petry und ihrem Mann Marcus Pretzell. Klonovsky ist noch Mitarbeiter der sächsischen AfD-Landtagsfraktion. „Wem das Schicksal der Partei am Herzen liegt, der darf diese Frau nicht unterstützen. Frauke Petry sollte weder die Spitzenkandidatin der AfD für die Bundestagswahl werden noch einem Kandidatengremium angehören, denn auch das würde sie im Nu spalten und zerstören“, schreibt Klonovsky.

Der Hauptschuldige sei dabei ihr Ehemann Marcus Pretzell:

Dieser Mann träumt davon, mit Petry als Werkzeug und einer Art weiblichem Golem die Partei zu erobern, alle Konkurrenten zu marginalisieren oder hinauszudrängen und dann politisch das große Rad zu drehen. Die Parteivorsitzende ist ihm auf tragische Weise ergeben und wird von ihm gesteuert. Das ist faszinierendes Schmierenkino – aber politisch ist es ein Desaster. Petry & Pretzell sind die Hauptverantwortlichen dafür, dass sich die AfD im ständigen Modus der Selbstzerfleischung befindet.

Dabei wird Klonovsky auch sehr persönlich:

Das Problem ist, dass Frauke Petry den Filou, dessen Kind sie unter ihrem Herzen trägt, für ein politisches Genie hält, das sich allenfalls mit der Bismarckschen Elle messen lässt. Ihr eine Idee Pretzells auszureden ist ungefähr so sinnvoll, als hätte man Erich Honecker von den Vorzügen der Marktwirtschaft überzeugen wollen. Eros ist unbeherrschbar und schlägt die Menschen mit der süßesten aller Blindheiten. Ich vermag die persönliche Tragik dieser Konstellation nachzuempfinden. Doch so sehr ich als Literat für solch liebevolle Verblendung empfänglich bin, so rigoros muss ich sie als politischer Berater ablehnen.

Außerdem erklärt Klonovsky, Pretzell wegen angeblich nicht gezahlter Honorare in Höhe von 24.000 Euro vor dem Arbeitsgericht München zu verklagen. Michael Klonovsky war vor seinem Job als publizistischer Berater Petrys Feuilletonredakteur beim Focus. Zum 1. Juni 2016 gab er den Posten auf, um zur AfD zu wechseln. Zuvor hatte Frauke Petry ihren Pressesprecher Christian Lüth gekündigt. In der AfD tobt seit längerem ein innerparteilicher Machtkampf zwischen einem so genannten bürgerlichen Lager rund um Petry und einem so genannten nationalen Lager, dem der Co-Parteichef Jörg Meuthen zugerechnet wird.

Am letzten Aprilwochenende trifft sich die AfD in Köln zu ihrem Bundesparteitag. Es dürfte ein interessanter Termin werden.

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