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Raketen zum Dessert: Politico entlarvt das ganze Dilemma der Ära Trump in nur einem Tweet

Dieses Posting des  Politico-Reporter Kenneth P. Vogel war am gestrigen Mittwoch, der erfolgreichste Tweet des Tages
Dieses Posting des Politico-Reporter Kenneth P. Vogel war am gestrigen Mittwoch, der erfolgreichste Tweet des Tages

Was ist gestern in Schweden passiert? Ist die Nato obsolet? Wen haben die USA mit Raketen beschossen? Seit Donald Trump Präsident ist, wirbelt er den Politikbetrieb durcheinander: Mit Ankündigungen, die er oft selbst einkassiert und einem wilden Mix aus wirren Tweets und verdrehten Fakten. Das daraus resultierende Dilemma hat Politico-Journalist Kenneth P. Vogel via Twitter auf den Punkt gebracht.

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In einem Interview mit dem Trump-freundlichen Murdoch-Sender Fox sorgte Trump erst einmal für echtes Kopfkino. Freimütig erzählte der US-Präsident, wie er in seinem Wochenenddomizil Mar-a-Lago in Florida saß und Schokoladenkuchen aß, während die Raketen starteten, mit denen er einen Militär-Flughafen in Syrien beschießen ließ. Das Kopfkino verwandelte sich schnell in Kopfschütteln. Denn Trump sagte: „missiles heading to Iraq“. Er verdrehte einfach mal fix die Länder. So wurde aus Syrien fälschlich Irak.

Es ist ein typischer Trump. Aus reiner Unkonzentriertheit oder auch Desinteresse verwechselte der Präsident einfach mal zwei Ländernamen. Bei anderen würde er dies via Twitter gleich wortreich anprangern und mit dem Zusatz „so sad“ versehen. Ihn selbst stören solche Kleinigkeiten weniger.

Für Vogel liegt hierin offenbar genau das Grundproblem der Trump-Administration. So twitterte er über Trump „remembers details of cake he was eating while launching missiles, but not which country he was attacking.“

Dem investigativen Chef-Reporter von Politico gelang damit der weltweit erfolgreichste Tweets des Tages. Das Posting sammelte über 28.800 Likes und wurde über 23.300 mal geretweetet.

Bei genauerem Hinsehen versteckte sich in dem kurzen Video-Schnipsel, den Vogel postete, mindestens noch eine weitere präsidiale Fake News. So sprach Trump in dem Interview von 59 Raketen, die alle ihr Ziel getroffen hätten. Das nimmt er als Ansatz für ein langes Loblied auf die amerikanische Technik. Tatsächlich ist höchst unklar, wie viele der Kampfflugkörper tatsächlich die anvisierte Militärbasis trafen. China spricht von einer Rakete, die daneben ging. Russland gar von 23 Fehltreffern.

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