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„An klassischen Paid Content glauben wir nicht“: Stattdessen startet Edition F die Female Future Force Academy

Die Kommandantinnen der Female Future Force Academy: Susann Hoffmann und Nora-Vanessa Wohlert
Die Kommandantinnen der Female Future Force Academy: Susann Hoffmann und Nora-Vanessa Wohlert

So gut wie alle Medienhäuser ringen um kreative Antworten bei der Lösung der Paid-Content-Frage, wie man im Netz mit Inhalten Geld verdienen kann. Eine schlaue Idee kommt nun von Edition F. Die Berlinerinnen starten die Female Force Academy. Für 99 Euro bietet das Portal ein einjähriges, wöchentliches digitales Karriere-Coaching via Video, Interview oder Podcast. Bereits nach sieben Tagen konnten die Macherinnen über 1.000 Nutzerinnen von ihrer Idee überzeugen.

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So sammelte die Gründerinnen Susann Hoffmann und Nora-Vanessa Wohlert per Crowdfunding bereits 120.144 Euro von insgesamt 1.159 Nutzerinnen ein, wie sie gegenüber MEEDIA verraten. Damit können sie schon einmal loslegen, obwohl sie noch weit ehrgeizigere Ziele verfolgen. Via Pressemitteilung peilen sie nun gar die Schwelle von 10.000 zahlenden Teilnehmerinnen an.

Die Idee hinter dem Projekt: „Bei Edition F haben wir über zahlreiche tolle Persönlichkeiten und Experten geschrieben, Webinare mit ihnen gemacht oder Panels organisiert. Diese Menschen und ihr Wissen bündeln wir jetzt und kuratieren für dich die Female Futur Force Academy. 52 Wochen digitales Coaching. 52 Top-Experten. 52 Videos, Interviews, Podcasts, Work Sheets und Fragebögen. 52 Wochen, die dich persönlich und beruflich wachsen lassen.“

Das Angebot ist das Ergebnis von drei Jahren Edition F und der ständigen Beschäftigung mit der Frage, was die Nutzerinnen des Portals tatsächlich wollen, bzw. wofür sie bereit sind Geld auszugeben. Denn nach Meinung von Wohlert, kommt man nur mit kostenpflichtigen Texten nicht wirklich weiter. Tatsächlich seien die Nutzerinnen viel mehr auf der Suche nach Inhalten und Formaten, die langfristiger angelegt sind, stärker in die Tiefe gehen und sie flexibler begleiten. Deshalb jetzt der Mix aus Video und Audio, angereichert mit Work Sheets oder Fragebögen, die Selbstreflektionsaufgaben geben. „Zusätzlich sind online und offline Live-Sessions geplant: Es wird Interviews, Q’n’As und Webinare geben, die Female Future Force Community live zusammenbringen“, erklärt die Macherin gegenüber MEEDIA.

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Als Experten und Coaches kündigt Edition F unter anderen den Verhandlungs-Experten Matthias Schranner, die ehemalige ProSiebenSat.1 Personalvorstandsfrau Heidi Stopper oder auch Isabelle Sonnenfeld, Leiterin des Google News Labs und die WiWo-Herausgeberin Miriam Meckel an.

Mit diesem Projekt verbindet das Startup auch ein klare Botschaft an die Medien-Branche: „An klassisches Paid Content glauben wir nicht. Deshalb setzen wir auf eine Jahres-Mitgliedschaft, die nach 12 Monaten mit zusätzlichen Services weiterlaufen soll,” sagt Wohlert. Gegenüber MEEDIA präzisiert die Edition F-Gründerin weiter: „Nur sehr selten sind Nutzer bereit Geld für Artikel zu zahlen, die sie bei einem anderen Medium so oder so ähnlich kostenlos finden. Ich bin fest davon überzeugt, dass ein wirklicher Mehrwert und eine persönliche Bindung zum Medium die wichtigsten Faktoren sind, um Nutzer zu überzeugen für ein Angebot zu zahlen.“

Als gute Positiv-Beispiele nennt sie Nischenangebote wie The Information oder auch Politico. „In Deutschland könnten Verlage noch kreativer werden und den Nutzern besser zuhören. Für gute Inhalte sind Nutzer nämlich sehr wohl bereit auch zu zahlen.“ Genau das will sie zusammen mit ihrer Mitgründerin Susann Hoffmann nun endgültig beweisen. Sollten die Berlinerinnen nur in die Nähe der anvisierten 10.000 zahlenden Kunden kommen, wäre das eine mehr als beeindruckende Erfolgsgeschichte. Alleine den erfolgreichen Abschluss der Crowdfunding-Kampagne hätten nicht viele Startup-Projekte geschafft.

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Alle Kommentare

  1. „Das Angebot ist das Ergebnis von drei Jahren Edition F und der ständigen Beschäftigung mit der Frage, was die Nutzerinnen des Portals tatsächlich wollen, bzw. wofür sie bereit sind Geld auszugeben.“

    Ich war anfangs sehr intressiert an Edition F aber neben dem ziemlich seichten Inhalt gibt es meiner Erfahrung nach auch überhaupt keine community oder Interaktion der Nutzer auf der Plattform selbst oder Facebook. Mir hat die Seite nicht gebracht auf inhaltlicher Ebene, genausowenig mich mit anderen zu vernetzen. Ich glaube, der richtige Weg wäre hin zu Offlineveranstaltungen anstatt noch mehr anonymen Online-Content mit Leichtspülinhalt

  2. Krass, dass ist dann wohl die dritte „Finanzierungsrunde“.
    Naja, dass Edition F nicht an Paid Content im klassischen Sinne glaubt, wundert mich nicht.
    So sinnierte man noch Anfang 2016 wie mit den Webinaren und Monatsabos
    10 Euro X 12 Monate X 10.000 Abonennten = 1,2 Mio Umsatz machen würden. und quittierte die eigenen Überlegungen mit „schöne Zahlen“. Das es am Ende nicht einmal 5.000 Gebuchte Webinare pro 10 Euro waren im ganzen Geschäftsjahr, naja – „schlechte Zahlen“.

    Jetzt wird hier versucht der skalierbare Individualismus-Content zu verkaufen, wobei es sich letztlich nur um eine weitere Finanzierungsrunde handelt, denn die Kohle für die Ankerinvestoren muss ran geschafft werden! Wer bei dem Budget erst so eine winzige Reichweite generiert hat, der hat entweder einen schlechten Partner bei SEO und SEA Optimierung oder sein geld eben für andere Sachen ausgegeben.

    Ich bleibe dabei, den Markt, den Edition F bedienen möchte, den gibt es und der ist auch bereit dafür Geld zu bezahlen aber die Qualität der Inhalte von Edition F sind so mies, die können den Markt gar nicht bedienen. Die gelackmeierten sind die ganzen armen Companisten… Wer soetwas als Finanzierungsmodell in betracht zieht halte ich sowieso für unseriös.

  3. Eines noch: Das Fundingziel der „Female Future Force Academy“ bei Startnext liegt bei 1.000.000. Eine. Fucking. Million. Euro. Für ein Jahr. Ein Tag Coaching mit den beiden Gründerinnen von Edition F soll 3500 Euro kosten. Das Projekt hat, so kommt mir das vor, ein tendenziell unrealistisches Verhältnis zu Preis und Leistung.

  4. Und eines noch: Das Fundingziel der „Female Future Force Academy“ bei Startnext liegt ein 1.000.000. Eine. Fucking. Million. Euro. Für ein Jahr. Im Ernst?

  5. Politico? The Information? Liebe Leute: Dort hat’s dann doch ein deutlich höheres Niveau als bei Edition F. Stichproben: Das Stück „Sheryl Sandberg: ‚Mir war nicht bewusst, was es heißt, alleinerziehend zu sein'“ ist die Zusammenschreibe eines Interviews aus US Today. Und dann gibt’s Stücke von Business Insider und Zeit.de. Das bekommt man natürlich woanders.

    Die „Autoren, die du kennen solltest“, haben oftmals einen einzigen Beitrag geschrieben, keinerlei Follower und folgen auch niemandem. Interaktiv geht anders. Die Community scheint tot: Die von Kontributoren geschriebenen Artikel im Ressort Community kriegen praktisch nie einen Like.

    Und sonst: Die Journalistin und Autorin Mirna Funk. Die Autorin Svenja Gräfen. De Poetry-Slammerin Ninia LaGrande. Verdienstvoll, aber auch handwerklich kein Journalismus, der die Wand wackeln ließe. Im Gegenteil: Oft fallen die Stücke ziemlich distanzlos und unkritisch aus.

    Gut möglich, dass eine Wendung Richtung Weiterbildung das Richtige ist (über den Namen würde ich, müsste ich entscheiden, noch ein paar Nächte schlafen). Das „Magazin“ Edition F ist kein marktfähiges Produkt. Eine Monetarisierung ist bei mikroskopischer Reichweite praktisch unmöglich. Für für ein substanzielles Paid-Content-Angebot wie Politico oder The Information ist Edition F inhaltlich viel, viel, viel zu schlaff.

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