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Erkennungssoftware soll Fotomissbrauch verhindern: Facebook geht stärker gegen Rachepornos vor

Facebook überarbeitet mal wieder die Kriterien für seinen Newsfeed: Nun sollen langsame Websites abgestraft werden
Facebook überarbeitet mal wieder die Kriterien für seinen Newsfeed: Nun sollen langsame Websites abgestraft werden

Facebook will stärker gegen die Verbreitung von illegal veröffentlichten Nacktfotos vorgehen. Nutzer sollen Fotos melden können, die dann von einer Bilderkennungssoftware aus dem Netzwerk herausgefiltert werden. Die Maßnahme gegen "Revenge Porns" sorgt bei Beobachtern für Erstaunen. In einem politisch brisanten Fall hatte Facebook jüngst behauptet, über solche technischen Möglichkeiten nicht zu verfügen.

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Um die automatische Sucherkennung zu aktivieren, will Facebook eine weitere Meldefunktion namens „Nacktbilder von mir“ einführen. Diese sollen Nutzer dann klicken können, wenn sie im sozialen Netzwerk auf freizügige Fotos von sich stoßen, für die sie keine Freigabe erteilt haben. In der Regel handelt es sich um so genannte „Revenge Porns“ also „Rachepornos“, die beispielsweise enttäuschte Ex-Partner oder Partnerinnen ins Netz stellen.

Facebook beschreibt die Software als äußerst intelligent. So soll sie eine Art „digitalen Fingerabdruck“ erstellen, so dass die gemeldeten und gelöschten Fotos auch zukünftig erkannt und ihre Veröffentlichung direkt unterbunden werden kann. Das gilt nicht nur für den Newsfeed, sondern auch für den Messenger. Die Funktion soll auch bei Facebooks Foto-App Instagram zum Einsatz kommen, für WhatsApp würden die Möglichkeiten derzeit noch geprüft.

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Der Einsatz der Software wird grundsätzlich als positiv bewertet. Für Erstaunen sorgt der Zeitpunkt der Ankündigung. Noch vor wenigen Wochen hatte Facebook behauptet, eine entsprechende Funktion sei technisch nicht möglich. Dabei ging es um die Forderung eines syrischen Flüchtlings, der vor dem Landgericht in Würzburg versucht hatte, Facebook zur Löschung bestimmter Fotos zu zwingen. Aufnahmen, die ihn gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigen, wurden im Netz für Hetze missbraucht. Innerhalb des Verfahrens hatte Facebook laut Spiegel Online betont, dass die automatische Sperrung abgewandelter Fotos aufgrund fehlender Technik unmöglich sei. Die nun angekündigte Software leistet aber auch genau das.

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Alle Kommentare

  1. Hat Facebook nicht gerade erst im Februar vor Gericht erklärt, sowas sei technisch gar nicht möglich und man bräuchte dafür eine „Wundermaschine“? Manchmal klappt es mit den Wundern aber ganz schön schnell.

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