„Aktenzeichen XY“ zum Mordfall Bögerl: Festnahme nach Zuschauer-Hinweisen aber der Verdächtige war wohl nicht der Täter

Michael Bauer (l.) von der Polizei in Ulm hat am Mittwochabend bei „Aktenzeichen XY“ im ZDF mit Moderator Rudi Cerne einen öffentlichen Aufruf gestartet
Michael Bauer (l.) von der Polizei in Ulm hat am Mittwochabend bei "Aktenzeichen XY" im ZDF mit Moderator Rudi Cerne einen öffentlichen Aufruf gestartet

Knapp sieben Jahre nach der Entführung und Ermordung der Bankiersfrau Maria Bögerl hat das Bundeskriminalamt die Festnahme eines Verdächtigen gemeldet. Am Mittwochabend haben sich die Ermittler aufgrund einer neuen Spur an die Zuschauer der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY… ungelöst" gewandt. Daraufhin seien "eine Reihe von Hinweisen" vom TV-Publikum eingegangen, die zu Überprüfungen von Personen geführt hätten. Nach aktuellen Ermittlungen kommt ein festgenommener Verdächtiger aber als Täter wohl nicht in Frage.

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Auslöser für den öffentlichen Aufruf bei „Aktenzeichen XY… ungelöst“ sei eine „neue sensationelle Spur“ des Bundeskriminalamtes gewesen, wie Moderator Rudi Cerne zu Beginn der Sendung sagte.

Der stark alkoholisierte Verdächtige hat im vergangenen Sommer im westfälischen Hagen vor zwei Zeugen die Tat gestanden. Die Zeugen haben das Gespräch mit „tatrelevanten Äußerungen zum Fall“, so Michael Bauer von der Polizei in Ulm am Mittwochabend in der ZDF-Sendung, mit einem Handy aufgezeichnet und der Polizei übergeben. „Nach unserer Einschätzung könnte dieser Unbekannte tatsächlich der Mörder von Maria Bögerl sein.“, so Bauer weiter.

Sowohl ein Zusammenschnitt dieser Tonaufnahmen als auch ein Phantombild samt Steckbrief wurden in der „Aktenzeichen XY… ungelöst“-Sendung vorgestellt. Am Ende der ZDF-Sendung hieß es bereits, es habe „eine Reihe von Hinweisen“ der TV-Zuschauer gegeben, Überprüfungen konkreter Personen seien bereits am Abend angelaufen. Am frühen Donnerstagmorgen bestätigte das Bundeskriminalamt (BKA) gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass es eine Festnahme gegeben hat.

Die Kriminalpolizei kläre aktuell, ob es sich bei dem festgenommenen Mann auch um den Tatverdächtigen im Fall Maria Bögerl handelt – derzeit laufe ein DNA-Abgleich, wie etwa Spiegel Online berichtet. Ergebnisse werden zur Mittagszeit erwartet. Eine Sprecherin des BKA habe keine weiteren Angaben zur Identität des Verdächtigen gemacht und sagte lediglich, dass es sich um einen Verdächtigen handelt, nach dem öffentlich gefahndet worden sei, heißt es in dem Bericht weiter.

Die Entführung und Ermordung der Bankiersfrau Maria Bögerl gelte als „eines der rätselhaftesten Verbrechen der vergangenen Jahre“, so Moderator Rudi Cerne. Im Mai 2010 wurde Maria Bögerl entführt, die Täter verlangten eine Lösegeldsumme von 300.000 Euro – die Übergabe ist jedoch gescheitert. Anfang Juni hat ein Spaziergänger die Leiche Bögerls in einem Wald bei Heidenheim gefunden. Die zweifache Mutter wurde erstochen. Der Fall ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt.

Insgesamt sahen „Aktenzeichen XY… ungelöst“ am Mittwochabend 5,60 Mio. Leute, der Marktanteil lag bei 17,8%. Das sind für die Sendung die besten Zahlen seit Mitte November, als sogar 6,11 Mio. (19,5%) dabei waren.

Update, 6.4., 11:50 Uhr: Eine DNA-Probe beim dem Verdächtigen habe sich als negativ herausgestellt, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Ermittlerkreisen erfahren hat. Darüber berichtet u.a. die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Demnach komme der festgenommene Mann kaum noch als Täter in Frage. Zuvor hatte er im Verhör bestritten, an der Entführung und Ermordung von Maria Bögerl beteiligt gewesen zu sein. 

 

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Alle Kommentare

  1. Artikelzitat:
    » Die Entführung und Ermordung der Bankiersfrau Maria Bögerl gelte als „eines der rätselhaftesten Verbrechen der vergangenen Jahre“, so Moderator Rudi Cerne. «

    Es ist kein rätselhaftes Verbrechen, sondern eine Straftat, die durch gesellschaftliches, mediales , ermittlungs und staatliches Versagen herausragt

    Die Sendung war kontraproduktiv, regt Denunziantentum an. Die DNA eines im Mordfall Maria Bögerl festgenommenen Mannes stimmt nicht mit Spuren am Auto des Mordopfers überein. Die Polizei ließ den 47-Jährigen inzwischen frei.

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