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Spotify verändert Geschäftsmodell: Premium-Kunden bekommen neue Universal-Alben eher

Legendäre Trennung: Spotify-Boss Daniel Ek (li.) und Taylor Swift (Foto: dpa)
Legendäre Trennung: Spotify-Boss Daniel Ek (li.) und Taylor Swift (Foto: dpa)

Streaming-Platzhirsch Spotify zieht die Daumenschrauben an. Gratis-Nutzer des Musik-Streaming-Dienstes müssen ab sofort bei neuen Alben des weltgrößten Labels Universal zwei Wochen warten, bis sie in den Hörgenuss von Künstlern wie Lana del Rey, Lady Gaga oder Lorde kommen. Der Deal mit Universal könnte sich auf dem Weg an die Börse als Beschleuniger erweisen.

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Taylor Swift kann sich einmal mehr im Recht fühlen. Fast drei Jahre ist es her, dass die Pop-Sirene Spotify werbewirksam attackierte: „Meine Meinung ist, dass Musik nicht kostenlos sein sollte“, erklärte die „Shake it off“-Chanteuse seinerzeit.

Wenig später  legte die Expertin im Schlussmachen noch einmal kräftig nach: „Die Musikindustrie verändert sich so schnell, sodass sich alles Neue – wie etwa Spotify – wie ein großes Experiment anfühlt. Und ich möchte nicht mein Lebenswerk für ein Experiment zur Verfügung stellen“, erklärte Swift melodramatisch, um wenig später mit Apple Music anzubändeln.

Spotify hat bereits 50 Millionen zahlende Kunden

So fest die Beziehung mit dem wertvollsten Konzern der Welt zu sein scheint – Swifts Botschaft ist nach mehrjähriger Verzögerung nun doch in Schweden angekommen. Der Streaming-Platzhirsch überdenkt offenbar sein Kostenlos-Modell teilweise.

Bislang konnten Spotify-Kunden bekanntlich zwischen zwei Streaming-Modellen wählen: Der kostenlosen, aber werbefinanzierten Variante und dem Premium-Modell für 10 Dollar / Euro im Monat, das inzwischen bereits 50 Millionen zahlende Kunden gefunden hat.

Die anderen 50 Millionen registrierten Kunden, die Spotify dagegen kostenlos, aber mit Werbeunterbrechung  nutzen, müssen sich künftig mit einem weiteren Nachteil arrangieren: Neue Alben von Künstlern des weltgrößten Musik-Labels Universal verschwinden zum Start hinter einer zweiwöchigen Paywall. Erst nach 14 Tagen wird die Musik, die Premium-Abonnenten ab Tag eins zu Verfügung, für jedes Spotify-Mitglied zugänglich, wie das schwedische Internet-Unternehmen gestern mitteilte.

Der Deal, der Spotify-Nutzer eindeutig in Richtung des Premium-Angebots drängt, dürfte auf Betreiben der darbenden Musikindustrie zustande gekommen sein, die nach neuen Erlösquellen sucht. Folgen die anderen beiden Major Labels Sony und Warner Music dem Universal-Modell, hätte Spotify-Chef Daniel Ek beim angepeilten Gang an die Börse neue Argumente auf seiner Seite.

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