Neues Tauziehen um Constantin: Firmenchef Kogel wehrt sich gegen Stiftungspläne

Streiten um die richtige Strategie: Bernhard Burgener (li.) und Fred Kogel
Streiten um die richtige Strategie: Bernhard Burgener (li.) und Fred Kogel

Der Dauerstreit zwischen der Constantin Medien und der Highlight Communications, Eigentümerin von Constantin Film, geht in eine neue Runde. Constantin-Chef Fred Kogel stemmt sich rechtlich gegen den Plan von Highlight-Chef Bernhard Burgener, zwei unabhängige Stiftungen zu gründen. Denn mit diesem geschickten Schachzug will der Geschäftsmann aus Basel unter anderem die Constantin Film AG, die sich im Besitz der Highlight befindet, vor einem möglichen Zugriff durch Kogel schützen.

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Fred Kogel, Chef der Münchener Constantin Medien AG, gegen Bernhard Burgener, Verwaltungsratschef der Highlight Communications AG, Eigentümerin der Constantin Film AG – seit Monaten liefern sich die beiden Geschäftsleute ein Tauziehen um die Macht bei dem Sport- und Filmkonzern („Fack Ju Göthe“, „Timm Thaler“). Jetzt hat die Auseinandersetzung eine neue Dimension angenommen. Burgener fürchtet weiter, dass Kogel und der Constantin-Aufsichtratschef Dieter Hahn die Constantin Film AG überraschend aus dem Konzernverbund heraustrennen wollen, um sie zu versilbern. Um dies zu verhindern, wendet Burgener eine Art Trick an. Er gründet zwei unabhängige Stiftungen: Ihre Namen Cineprotect und Skywall.

Sie erhalten die Option, zeitweise die Mehrheit der Stammaktien der Constantin Film und sowohl der Team-Gruppe zu erwerben. Beide Gesellschaften gehören zwar vollständig der Highlight Communications, dennoch kann sich Burgener dem Zugriff auf die beiden wertvollen Firmen nicht ganz sicher sein. Denn an der schweizerischen Highlight hält wiederum die Constantin Medien AG um den ehemaligen ZDF-Manager Kogel die Aktienmehrheit von 60 Prozent. Dadurch besteht für den Highlight-Chef latent die Gefahr, dass Kogel und Hahn ihre Ziele bei Constantin Film durchsetzen könnten. Dies will Burgener unbedingt unterbinden und plant daher, die beiden Gesellschaften in unabhängige Stiftungen einzubringen. Dabei hat der Geschäftsmann aus Basel darauf geachtet, dass bei der Gründung der Stiftungen „die wesentlichen wirtschaftlichen Interessen der Gesellschaft und ihrer außenstehenden Aktionäre gewahrt bleiben“. So sei durch die getroffenen Maßnahmen sichergestellt worden, dass im Fall eines feindlichen Übernahmeversuchs „wesentliche Vermögensgegenstände der Gesellschaft geschützt und deren Zugriff entzogen und für die Gesellschaft gesichert werden“, heißt es.

Die in dem Machtpoker handelnden Personen sind seit längerem über die zukünftige Ausrichtung der Constantin Medien verzankt: Auf der einen Seite steht Dieter Hahn, ehemals rechte Hand des verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch, sowie Vorstandschef Kogel. Sie wollen die Constantin Film partout veräußern, um sich voll und ganz auf das Sportsegment zu konzentrieren. Auf der andere Seite steht Burgener. Er will einen Verkauf der Filmfirma unbedingt verhindern und das unternehmerische Risiko lieber auf mehrere Bereiche verteilen. Doch Hahn rückt nicht von seinen Plänen ab. Er hatte bereits im Dezember vergangenen Jahres ein Angebot unterbreitet, um die Constantin Medien AG komplett zu übernehmen. Wäre ihm der Coup gelungen, hätte er anschließend die auf einen Wert von 200 Millionen Euro geschätzte Constantin Film problemlos verkaufen können. Doch die Highlight Communications macht ihm einen Strich durch die Rechnung und lehnt das Angebot umgehend ab. Hahn und Burgener halten jeweils rund 30 Prozent an der Constantin Medien AG.

Jetzt setzt sich Kogel gegen die Stiftungspläne der Gegenseite rechtlich zur Wehr. Der Constantin-Chef hat beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost superprovisorische Verfügungen (einstweilige Verfügungen) beantragt. „Diese Verfügungen untersagen der Highlight Communications AG eine Übertragung von Anteilen der Constantin Film oder der Team auf eine solche Stiftung sowie den Abschluss irgendwelcher Vereinbarungen bezüglich dieser Anteile“, erklärt eine Sprecherin von Constantin-Medien auf MEEDIA-Anfrage. Für das Management der Constantin Medien AG werfe die jüngste Börsenmitteilung der Highlight Communications AG zudem „eine Vielzahl von Fragen“ auf. Klar zum Ausdruck käme hier die Intention des Verwaltungsrats, betont eine Constantin-Sprecherin. Ihrer Ansicht handelt es sich um eine Maßnahme, die „sich insbesondere gegen die Constantin Medien AG und ihre Aktionäre richtet.“ Burgener ist nach Kenntnis von Constantin Medien Stifter beider Stiftungen, deren „Stiftungsräte ausschließlich mit Herrn Burgener und Personen aus seinem Umfeld besetzt sind“, bemerkt die Sprecherin.

Dem Aktienkurs der Constantin Medien AG schadet der neue Zwist. Die Notierung gab gestern um 0,43 Prozent auf 1,86 Euro nach. Von alten Höchstständen ist der Kurs weit entfernt. Mitte vergangenen Jahres kostete die Aktie noch 2,79 Euro.

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