#trending: Sankt Petersburg, das Brandenburger Tor, „The Biggest Loser“ und niederländische Politiker gegen Gewalt

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Guten Morgen! Erneut sorgt ein Anschlag für weltweite Schlagzeilen. Diesmal traf es Sankt Petersburg. Zuvor war der Tag in den sozialen Netzwerken geprägt von der Sat.1-Show "The Biggest Loser", die einigen Boulevardmedien traumhafte Interaktionen bescherte. Und in den Niederlanden begeisterte ein Protest von Politikern gegen Gewalt an Homosexuellen.

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#trending // News & Themen

Der Anschlag in Sankt Petersburg hat die weltweiten Medien am Montag wieder einmal in Terrror-Alarm versetzt – beinahe schon eine Alarm-Routine. Auf Facebook sorgte ein Livestream vom englischsprachigen Russia Today für die meisten Interaktionen: 3,4 Mio. Video-Abrufe, sowie 77.000 Likes, Reactions, Shares und Kommentare gab es. Likes überwogen in diesem Fall nicht, sondern die Reactions „traurig“ und „wütend“. Weitere Medien, die auf Facebook viele Reaktionen zum Thema St. Petersburg erhielten, waren BBC News, USA Today und Al Jazeera.

Auch in Deutschland dominierten zunächst die nachrichtlichen Berichte: N24 setzte auch wieder auf einen Livestream und erzielte damit über 280.000 Views. Am Abend setzte sich aber die Tatsache, dass das Brandenburger Tor nicht in den Farben Russlands angeleuchtet werden soll, an die Spitze des Nachrichtengeschehens zum Thema Sankt Petersburg. Vor allem die Berliner Zeitung (9.000 Interaktionen) und der Berliner Kurier (4.500) erreichten viele Reaktionen. Besonders in der rechten Szene stieß die durchaus diskutable Entscheidung auf Kritik. So witterte die Identitäre Bewegung direkt ein „Russland-Bashing“. Interessanterweise postete ein AfD-Ortsverband den Text der Identitären in fast identischer Form. Klar, dass ein solches Ereignis von gewissen Kreisen direkt wieder politisch ausgeschlachtet wird.

#trending // Social Web

Vor einigen Tagen beschrieb ich in #trending, wie sehr Todesmeldungen von Prominenten Google-Suchanfragen und Wikipedia-Besuche in die Höhe schnellen lassen – und wie oft sie in den sozialen Netzwerken geteilt werden. Ähnlich viele Reaktionen gibt es immer wieder dann, wenn ein Ehepaar nach jahrzehntelanger Ehe im Abstand von kurzer Zeit stirbt. Alle paar Wochen gräbt ein Medium einen solchen Fall aus, alle anderen stürzen sich drauf und erzeugen viele viele Interaktionen bei Facebook. Im aktuellen Fall geht es um ein Paar aus Leicester, das 71 Jahre verheiratet war und im Abstand von vier Minuten starben, obwohl fünf Kilometer Entfernung zwischen ihnen lagen. So beschreibt es zumindest Bild. Neben der Bild, die 11.600 Reaktionen einsammelte, punkteten auch RTL Next, Welt und Spiegel Online mit der Story.

#trending // Wahljahr 2017

Blicken wir heute un unserer Politik-Rubrik mal nach Österreich – obwohl dort gerade mal kein Wahlkampf stattfindet und die nächste Nationalratswahl voraussichtlich auch erst im Herbst 2018 angesetzt wird. Der Oberste Gerichtshof fällte dort aber ein Urteil, das auch in Deutschland einige Beachtung finden dürfte: Die Grünen-Chefin Eva Glawischnig scheiterte mit einer Klage gegen einen Facebook-User, der ihr ein erfundenes Zitat zuwies: „Schutzsuchende müssen das Recht haben, auf Mädchen loszugehen! Alles andere wäre rassistisch.“ Das Gericht urteilte nun, dass das Zitat klar als Satire erkennbar gewesen sei. Außerdem sei „nicht ernsthaft anzunehmen“, dass Glawischnig „tatsächlich eine derartige Meinung vertritt“, so die Krone. Muss man Lügen also in Zukunft einfach nur so sehr überspitzen, dass sie als Satire durchgehen? Eine spannende Diskussion.

#trending // Entertainment

Im Fernsehen ist die Sat.1-Show „The Biggest Loser“ ein schöner Erfolg, in den sozialen Netzwerken war sie am späten Sonntag und am Montag ein ganz großer Hit. Der Grund: Zum ersten Mal gewann eine Frau die Show – und sorgte für viel Bewunderung. Das Video ihres Final-Auftritts erzielte auf Sat1.de für 27.000 Likes, Reactions und Shares, Berichte von Medien wie Promiflash, Bunte, Bild und Promipool gehörten zu den erfolgreichsten Artikeln des Tages.

Ist das wirklich unsere ALEX? Wir sind sowas von MEGA BEEINDRUCKT, und ihr?! 😲

Posted by The Biggest Loser – SAT.1 on Sonntag, 2. April 2017

#trending // Worldwide

Auf gigantisch viele Reaktionen stieß bei unseren Nachbarn in den Niederlanden ein beispielhafter Protest einiger Politiker. Nachdem ein schwules, Händchen haltendes Paar zusammen geschlagen wurde, zeigten sich Politiker wie Alexander Pechtold von der Partei D66 Händchen haltend, um Gewalt gegen Homosexuelle anzuprangern. Die Folge: zigtausende Likes und Shares für Berichte über die Aktion – bei RTL Nieuws, Lindanieuws, NOS, Het Parool und anderen. In Deutschland berichtete u.a. heute – und erreichte ebenfalls viele Tausende Reaktionen.

Händchenhalten als Statement?

Schwules Paar brutal zusammengeschlagen, weil sie händchenhielten – ein Opfer verliert bei dem Angriff am Wochenende in den Niederlanden vier Zähne. Politiker solidarisieren sich nun mit den Opfern …

Posted by ZDF heute on Montag, 3. April 2017

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Der Postillon – „Typ, dem Sie Geld geliehen haben, verlangt Gebühren, wenn Sie es sich zurückholen“ (17.800 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Der Postillon – „Typ, dem Sie Geld geliehen haben, verlangt Gebühren, wenn Sie es sich zurückholen“ (1.100 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): Der Tagesspiegel – „‚Nichts ist toter als ein erfüllter Wunsch‘“ [Interview mit dem Entwickler des Parship-Fragebogens]

Google-Suchbegriff: St Petersburg (100.000+ Suchanfragen)

Wikipedia-Seite: Gibraltar (20.700 Views)

Youtube-Video: LeFloid – „Würdest auch du dein erstes Mal versteigern?“

Song (Spotify): Ed Sheeran – „Shape of You“ (421.700 Stream-Abrufe aus Deutschland am Sonntag)

Musik (Amazon): Soundtrack – „Bibi & Tina – Tohuwabohu Total“ (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ (Blu-ray)

Game (Amazon): „Persona 5 – Limited Steelbook Day One Edition“ (Playstation 4)

Buch (Amazon): Alexandra Reinwarth – „Was ich an dir liebe“ (Gebundene Ausgabe)

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Alle Kommentare

  1. Wenn Sie schon über den Fall in den Niederlanden schreiben, sollten Sie auch schreiben, WER sich am schwulen Pärchen so gestört hat, dass er es zusammengeschlagen hat. Man kann auch lügen, indem man nur die halbe Wahrheit schreibt. Es macht einen himmelweiten Unterschied, wer es getan hat – im aktuellen Fall marokanischstämmige Jugendliche. Wenn man Probleme nicht klar benennt, wird man sie auch nicht lösen, selbst wenn heterosexuelle Männer aus Solidarität mit den Opfern öffentlich Sex miteinander haben sollten.

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