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Trennungs-Titel bei „Das Neue Blatt“: Beckenbauers setzen sich gegen Bauer-Verlag durch

WM-Legende Franz Beckenbauer und seine Frau Heidi setzten sich vor dem Landgericht Hamburg gegen den Bauer Verlag durch
WM-Legende Franz Beckenbauer und seine Frau Heidi setzten sich vor dem Landgericht Hamburg gegen den Bauer Verlag durch

Franz Beckenbauer und seine Frau Heidi haben sich vor dem Landgericht Hamburg gegen Bauers Das Neue Blatt durchgesetzt – ohne, dass es zum Urteil kam. Der Verlag zog einen Antrag auf Aufhebung einer einstweiligen Verfügung nach Hinweis der Kammer zurück. Das Yellow hatte vergangenes Jahr über eine "bittere Trennung" berichtet und das Ehepaar auf der Titelseite gezeigt – gemeint war aber nur der Verkauf des gemeinsamen Anwesens.

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Die Vorsitzende Richterin Simone Käfer deutete in der Verhandlung an, den Klägern in drei Punkten recht zu geben: Für unstrittig hielt die Kammer die Tatsache, dass die Schlagzeile des Blattes von den Lesern falsch verstanden werden könne. Ein normaler Kioskleser, der den Titel „Bittere Trennung“ und dazu das Ehepaar Beckenbauer im Hintergrund sieht, gehe demnach von einer Trennung des Paares aus – nicht aber davon, dass die Beckenbauers ihr Anwesen in Oberndorf bei Kitzbühel verkauft haben. Der Bauer-Verlag argumentierte dagegen, dass dies durch die Bildunterschrift („Heidi muss ihm nun beistehen“) sowie der Oberzeile auf dem Titel-Cover („Jetzt hat er sein Haus verkauft“) kenntlich geworden sei. Die Schrift der Bildunterschrift war jedoch so klein, dass sie von einem „Kioskleser der gerade aus dem Zug steigt“ nicht erkannt werden könne, setzte die Richterin entgegen.

Zum Zweiten werfe auch der Text im Innenteil der Zeitschrift Fragen auf. Dieser lege nahe, dass die Beckenbauers das Haus wegen eines Ehestreites verkauft haben und Heidi die treibende Kraft war. Zudem sprach das Blatt von einer „Flucht“ der beiden. Dabei handele es sich jedoch lediglich um Spekulationen, so die Einordnung der Kammer.

Besonders intensiv diskutiert wurde auch die Fotomontage der Beckenbauers, die beide eng nebeneinander zusammenstehend zeigte. Insbesondere da diese nicht als Montage gekennzeichnet war, hält sie das Gericht für unzulässig. Der Leser könne denken, dass es die Situation, in der beide so zusammenstehen, tatsächlich gegeben hat. Der Bauer-Verlag, der neben Das Neue Blatt noch viele weitere Yellows herausgibt, sah das enge Zusammenstehen unter anderem produktionstechnisch begründet, da es auf der Seite wenig Platz gegeben habe. Zudem sei die Montag aufgrund der Konturen für jeden ersichtlich. Das Gericht widersprach und wies auf die natürliche Haltung der beiden hin. Der Leser könne auch nicht damit rechnen, dass die Redaktion das Bild selbst montiert hat.

In allen drei Punkten steht das Gericht daher auf der Seite des Promi-Paares. Bauer hat in Folge dessen den Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung von Anfang Februar 2016 zurückgezogen. Damit übernimmt der Verlag die kompletten Kosten des Verfahrens.

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