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Drah di net um, der Merkel-Bot geht bald rum: Nach der AfD denkt auch die CDU über den Einsatz von Chat-Bots nach

CDU-Generalsekretär Peter Tauber und Bundeskanzlerin Angela Merkel
CDU-Generalsekretär Peter Tauber und Bundeskanzlerin Angela Merkel

Von Trump lernen, heißt - zumindest in Sachen Online-Wahlkampf – siegen lernen. Das denkt sich offenbar die CDU, wenn es um den Einsatz von Chat-Bots geht. Kein Politiker zuvor setzte derart massiv auf die automatisierte Social-Media-Kommunikation, wie der US-Präsident. Laut CDU-Generalsekretär Peter Tauber, könne sich auch seine Partei vorstellen, im Wahlkampf von Chatbots Anfragen von Wählern beantworten zu lassen.

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Das sagte er in der NDR-Dokumentation, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde und im April in der ARD ausgestrahlt werden wird. „Wir schauen uns die Instrumente an, die es von Dienstleistern gibt“, sagt der Politiker in dem Film.

Die entsprechende Film-Passage wurde bereits im vergangenen September gedreht, also in der heißen Phase des US-Wahlkampfes, in dem aber noch nicht abzusehen war, dass Trump tatsächlich die Abstimmung gewinnen würde.

Nach der ersten Pressevorführung der Dokumentation bestätige die CDU-Zentrale laut Spiegel Online noch einmal die Überlegungen. Dabei verweisen die Wahlkampf-Manager darauf, dass auch der ehemalige US-Präsident Barack Obama solche Programme genutzt habe, „um beispielweise Anfragen nach Autogrammkarten zu bearbeiten“.

Noch setzt die CDU diese Programme nicht ein.

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Bereits im Oktober hatte die AfD angekündigt im Bundestagswahlkampf auf eine andere Art von Bots zu setzen. „Selbstverständlich werden wir Social Bots in unsere Strategie einbeziehen“, zitiert der Spiegel das Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel. „Gerade für junge Parteien wie unsere sind Social-Media-Tools wichtige Instrumente, um unsere Positionen unter den Wählern zu verbreiten.“

Mit Social Bots können massenhaft Einträge bei Diensten wie Twitter oder Facebook automatisch generiert werden, die so aussehen wie Posts von menschlichen Nutzern. Zuletzt hatte im US-Wahlkampf vor allem Präsidentschaftskandidat Donald Trump Rückendeckung durch Bots erhalten. Nach einer Studie der Oxford University wurde nach der ersten TV-Debatte am 26. September mehr als jeder dritte Tweet (37,2 Prozent) in Unterstützung von Trump von einem Software-Roboter abgesetzt. Auch seine Widersacherin Hillary Clinton profitierte von Bots. Bei ihr lag der Bot-Anteil allerdings nur bei 22,3 Prozent.

Die CDU spricht in ihren Planungen nun erst einmal davon, dass die kleinen digitalen Helfer programmatische Anfrage beantworten sollen. Die SPD und die Grüne stehen die Bots weit skeptischer gegenüber – bis lang zumindest.

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  1. Auf der CeBit hat Frank Bergmann, Leiter des Bereichs „Online-Kommunikation und digitale Strategie der CDU“, noch – wie seine Podiumskollegen von FDP, SPD und Grünen- erklärt, es sei kein Einsatz von Social Bots geplant. So schnell geht es im Wahlkampf…

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