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„Schleiching Uwe“ – Medienanstalt Hamburg droht YouTuber mit bis zu 500.000 Euro Strafe

Flying Uwe und seine Assistentin
Flying Uwe und seine Assistentin

Die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) hat eine Offensive gegen Schleichwerbung bei YouTube-Kanälen gestartet. Gegen den bekannten Fitness-YouTuber "Flying Uwe" wurde sogar ein medienrechtliches Verfahren wegen Verstoß gegen den Rundfunkstaatsvertrag eingeleitet. Dabei droht ein Bußgeld von maximal 500.000 Euro. "Flying Uwe" zeigt sich auf YouTube überrascht und macht sich über die Medienanstalt lustig.

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„Moin Butzer, was geht? Ich bin’s wieder, euer Schleiching Uwe“, so begrüßt Flying Uwe seine Zuschauer in dem Video, in dem er zusammen mit seiner Assistentin ausführlich Stellung zum Verfahren der Medienanstalt bezieht. Laut MA HSH präsentiert er in seinen Videos Eigenprodukte, ohne dies als Werbung zu kennzeichnen. Damit verstößt er laut MA HSH gegen rundfunkrechtliche Werbebestimmungen. So vertreibt Flying Uwe unter diversen Markennamen verschiedene Fitnessprodukte, die er in seinen Videos vorstellt oder deren Namen zu sehen sind.

Laut Medienanstalt habe man ihn im November 2016 dazu aufgefordert, einige seiner Videos und die zugehörigen Videobeschreibungen auf YouTube als Werbung zu kennzeichnen. Die Beschreibungen der Videos seien daraufhin teilweise angepasst worden. „Bei Videos, in denen der YouTuber Produkte eines Unternehmens präsentiert, dessen Geschäftsführer er ist, fehlen aber weiterhin Werbekennzeichnungen“, so die MA HSH. Aus diesem Grund hat die Anstalt ein medienrechtliches Verfahren wegen Verstoßes gegen die Werbebestimmungen des § 58 Abs. 3 des Rundfunkstaatsvertrags (RStV) eingeleitet. § 49 Abs. 2 RStV sieht bei Verstößen dieser Art außerdem ein Bußgeld in Höhe von bis zu 500.000 Euro vor.

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Flying Uwe und seine Assistentin zeigen dafür kein Verständnis. Bis zur unangenehmen Post hätten sie von einer Medienanstalt Hamburg noch nie etwas gehört, erklären beide in einem Video, das sie als Reaktion auf den Vorstoß der MA HSH veröffentlicht haben. Produktplatzierungen, bei denen Geld floß seien immer als solche angekündigt gewesen, beteuert Flying Uwe. Offenbar hat die Medienanstalt auch moniert, dass er beim Auspacken eines Pakets von Produkten seiner Firma en Eindruck erweckt habe, diese seien auf eigene Rechnung gekauft worden. Wie Flying Uwe erklärt, habe er lediglich beim Auspacken den Lieferschein gezeigt. Es sei ja klar, dass er für seine eigenen Produkte nicht bezahle.

Als Reaktion auf die Vorhaltungen der Medienanstalt, will Flying Uwe nun bei jedem veröffentlichten Video die Kennzeichnung „Unterstützt durch Produktplatzierung“ am Anfang und am Ende einblenden. Mit über einer Million Abonnenten ist Flying Uwe durchaus eine Größe im deutschen YouTube-Markt

Parallel zu diesem Verfahren hat die MA HSH rund 30 weitere YouTuber aus Hamburg und Schleswig-Holstein angeschrieben und über die Werbe- und Sponsoringbestimmungen, die für YouTube-Videos gelten, informiert. Grundsätzlich sei zu beachten, dass Werbung als solche leicht erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote angemessen abgesetzt sein muss. Thomas Fuchs, Direktor der MA HSH: „Auch Werbung auf Plattformen wie YouTube unterliegt rechtlichen Grenzen. Wer hier professionell tätig ist, muss sich an diese Regeln halten.“

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Alle Kommentare

  1. Die Medienanstalt sollte sich um den völlig absurden GEZ-Wahnsinn kümmern. Zwangsabgabe für ALLE! Das ist wichtig, nicht irgendein Youtube-Kram.

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