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Martin Schulz versucht mit einem kryptischen Tweet zur Gleichberechtigung zu punkten, doch CDU-Generalsekretär Tauber kontert trocken

Zuerst der neue Star der SPD, nun schwer angeschlagener Kanzlerkandidat: Martin Schulz
Zuerst der neue Star der SPD, nun schwer angeschlagener Kanzlerkandidat: Martin Schulz

Der Bundestagswahlkampf hat zwar noch nicht begonnen, doch in den sozialen Medien sind die ersten Scharmützel längst entbrannt. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, mit 374.000 Followern mit Abstand der Twitter-Star unter den deutschen Politikern, erlebt nach der Saarland-Wahl die ersten Rückschläge seit seiner Kandidatur. Schulz versucht mit seinem Themen-Kanon weiter zu posten wie bisher, muss auf Twitter zum Thema Gleichberechtigung jedoch einen coolen Konter von CDU-Generalsekretär Peter Tauber einstecken.

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Es ist die Schlüsselfrage des Wahljahres: Kann Martin Schulz den enormen Hype, den seine Kanzlerkandidatur ausgelöst hat, in die heiße Wahlkampfphase übertragen – oder geht dem „Gottkanzler“ in den kommenden Monaten die Luft aus?

Die erste Bewährungsprobe für den SPD-Überflieger ist nach der Landtagswahl im Saarland gekommen: Der Schulzzug hat mit dem eher enttäuschenden Abschneiden von Anke Rehlinger überraschend eine Vollbremsung hingelegt.

Schulz ging mit dem verpassten Regierungswechsel indes ziemlich souverän um: Er gestand die Enttäuschung in einem Facebook-Post unumwoben ein und erklärte in alter Fußballer-Manier: Wenn Du gleich zu Beginn des Spiels einen reinkriegst, dann kämpfst Du nur härter um zu gewinnen.“

„Nicht beleidigt sein: Die meisten ziehen eh Angela Merkel vor“

Das tut Schulz in den sozialen Medien in den Tagen danach mit dem bekannten Themen-Kanon: Bekenntnis zur Stärkung der EU, faire Löhne für Frauen und Gleichberechtigung. Dazu setzte der 61-Jährige heute einen gut gemeinten, aber ziemlich verschroben formulierten Tweet ab.

„Man kann mich als Mann nicht schlimmer beleidigen, als wenn man mich wegen meines Geschlechts einer Frau vorzieht“, twitterte Schulz.

Sollte wohl heißen: Er wolle nicht gewählt werden, nur weil er ein Mann sei – angesichts der Tatsache, dass Deutschland seit mehr als 11 Jahren von einer Frau regiert wird, eine recht eigenartige Ansage an die Wähler.

Dass der kryptisch formulierte Tweet dem politischen Gegner eine Steilvorlage zum Konter bot, war abzusehen: „Nicht beleidigt sein: Die meisten ziehen eh Angela Merkel vor“, netzte CDU-Generalsekretär Peter Tauber ein.

Dass Schulz‘ Post verunglückte, lag wohl nicht zuletzt am Medium. Die Langfassung auf Facebook liest sich weitaus zusammenhängender. „Es gab noch nie einen Grund, warum man Frauen im Job, in der Politik und auch im Alltag riesige Steine in den Weg legt“, formuliert Schulz hier seine eigentliche Botschaft.

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