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Chefredakteur Christian Lindner verlässt überraschend die Rhein Zeitung

Christian Lindner: Nach über 37 Jahren in Koblenz verlässt der Chefredakteur die Rhein Zeitung
Christian Lindner: Nach über 37 Jahren in Koblenz verlässt der Chefredakteur die Rhein Zeitung

Nach 1.320 beachtenswerten Überschriften ist Schluss. Unter "Hashtag Hall of Fame der #rzHeadlines" twitterte Christian Lindner immer seiner Meinung nach besonders gelungene Zeilen der Redaktion. Wie Kress.de berichtet, hört der 57-Jährige nun überraschend als Chefredakteur der Regionalzeitung aus Koblenz auf. Vor allem durch eine innovative Digital-Strategie machte Lindner die Zeitung über die Grenzen des Verbreitungsgebietes hinaus bekannt.

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Als Beleg der Demission von Lindner zitiert Kress.de aus einer internen Mail. Eine offizielle Bestätigung des Verlages steht noch aus. Auch der Verleger Walterpeter Twer hat sich noch nicht geäußert. Eine Stellungnahme ist jedoch für die kommenden Stunden angekündigt.

Als Grund für die Trennung spekuliert Kress.de, dass es im Verlag zu Streitigkeiten über die Ausrichtung des Blattes gekommen sein soll. So habe Lindner in seiner Abschiedsmail geschrieben: „Ich hätte unsere gemeinsame Arbeit gerne mit Ihnen in der Redaktion und den Kollegen im Verlag fortgesetzt. Es sollte aber nicht sein.“

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Im vierten Quartal 2016 kam die Regionalzeitung auf einen Gesamt-Verkauf von 180.004 Exemplaren. Das entspricht einem Minus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Netz setzten die Koblenzer seit einiger Zeit auf eine Paywall über deren Umsatzentwicklung im vergangenen Jahr immer wieder sehr transparent und offen im eigenen Redaktionsblog berichtet wurde.

Der bislang letzte Eintrag in der Hall of Fame der #rzHeadlines lautet am heutigen Dienstag: „Minister wollen die Sau rauslassen“.

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Alle Kommentare

  1. Christian Lindner habe ich in der RZ als Opportunist und Karrierist erlebt. Ebenso wie sein Vorgänger hat er Herrn Twers immer persönlich und familiär ausgelöste Marotten konsequent publizistisch unterstützt – ob Gerichtsverfahren, Krankenhausbehandlung oder eben Schriftstellerversuche. Er hat viele meiner Ex-Kollegen im Rahmen der Tarifflucht der RZ höchstselbst entlassen und dies intern gerechtfertigt. Persönlich war er im Umgang schwierig, gefühlskalt, stark karriereorientiert. Dass er nun selbst Opfer von Twer wurde, ist der Fluch der bösen Tat. Viele Kollegen weinen ihm keine Träne nach, wohl wissend, dass die nächste Wahl Twers wieder ein Fehlgriff werden dürfte…

  2. Chefredakteur Christian Lindner wurde entfernt. Das bringt der Rheinzeitung, die in unserem Haus seit über 60 Jahren gelesen wird, sicherlich keine zusätzlichen Leser und auch kein gutes Ansehen. Im Jahre 1996 begleitete mich Herr Lindner ein Jahr lang monatlich einen Tag ins Revier und schrieb eine hervorragende Serie “ Das Jahr eines Jägers“ für die er den Journalistenpreis des Deutschen Jagdschutzverbandes erhielt. Meine Frau, meine Freunde und ich haben ihn in dieser Zeit als einen liebenswerten Menschen und guten Journalisten kennen gelernt. Seine berufliche Entwicklung haben wir mit großer Freude verfolgt. Seine Leitartikel waren immer etwas besonderes.
    Lieber Christian, vielen Dank als Leser der Westerwälder Zeitung für Deine gute journalistische Arbeit, aber ganz besonders für Deine persönliche Freundschaft. Wir wünschen Dir eine gute Zukunft.

  3. Herrn Lindner empfand ich immer als einer der letzten in der RZ, welcher noch halbwegs objektiv berichtete.
    Schade das er geht.
    Nun denn, hat Rogers Schwester, Hendriks Ex-Gattin und Walterpeters jetzige mehr Platz für Werbung in eigener Sache.
    Der SPD wird es jedenfalls nicht schaden, eher im Gegenteil, und die AfDler hier und in Mainz haben halt noch mehr Grund an ihrer Art „Dolchstoßlegende“ zu feilen.

    1. Kommentar zu „Harald“,
      Diese niveaulose Eigenwerbung für Walterpeter Tweer ’s jetzige geht nicht nur mir auf die Nerven, ist schon peinlich!!
      Überlege schön seit längerem das Abo zu kündigen, nicht nur wegen den o.g. Punkten.
      Drücke Hr. Lindner die Daumen, Qualtät setzt sich durch.
      Grüße von Hans-Jürgen aus dem Westerwald

  4. Die Semantik ist das Faktum:
    Der Mut zur Wahrheit wird immer belohnt
    – manchmal ist es kurzfristig umsonst – aber langfristig nie vergebens!
    Alles Gute auf Ihrem Weg und viel Zuversicht CL

  5. Christian Lindner hat der RZ nicht verlassen, sondern ist fristlos gefeuert worden – was man auch ohne die näheren Erklärungen des Verlegers von heute aus der von Kress zitierten Lindner-Mail problemlos schließen konnte. Aber offenbar ist Herr Lindner der Liebling von Kress, Meedia & Co. Nur bei seinen eigenen Redakteuren war er nicht so beliebt. Oder finden Sie irgendwo Solidaritätsadressen an ihn?

    1. Wenn da jemand seine Solidarität kundtut wird er ebenfalls gefeuert. Motto von WPT, du sollst keine fremden Götter neben dir dulden.

  6. Eines war Herr Lindner bestimmt nicht – ein linksradikaler Journalist!
    Manchmal hätte ich ihm sogar etwas mehr „linkes Bewusstsein“ gewünscht.
    Aber er verrät sich auch nicht selbst, sondern hat hin geschmissen als er sich verbiegen sollte.

    Und ja, er hat in den letzten Wochen die AfD nicht mehr mit den üblichen Samthandschuhen angefasst. Aber er hat immerhin sehr neutral vom Rechten-EU-Gipfel in Koblenz berichtet, obwohl da viele gefordert hatten, wenn die AfD Journalisten ausschließt, schließt die AfD von der Berichterstattung aus.
    Hier hat er klar regionale Pflicht vor Sympathie mit den ausgeschlossenen Kollegen gestellt.
    Ich denke sein letzter offener Brief an die in Deutschland lebenden Türken hat den Ausschlag gegeben. Hier hat er klare Kante gezeigt. Und wer die Kommentare dazu auf Facebook gelesen hat, dem ist klar dies hat nicht jedem gefallen, besonders nicht den Türken.

    Deshalb, Hochachtung Herr Lindner für diesen mutigen und konsequenten Schritt.

    1. >Ich denke sein letzter offener Brief an die in Deutschland lebenden Türken hat den Ausschlag gegeben.

      LOL – Das glauben sie nie im Leben !

      Im Gegensatz zu Erdogans Bodentruppen in Deutschland, sind AFD Wähler und Sympathisanten zeitungsaffin.

      Fragen sie mal bei der Rheinzeitung wieviel Leute ihr Abo wegen AFD-Bashing (nach Jahrzehnten) gekündigt haben, viele haben offenbar auch gleich mit dem Eigentümer geredet.

      Lindner wollte im Zuge der Bundestagswahl sicher seine Hetze gegen AFD und die Gegner der Massenmigration weiter intensivieren und hat sich so den verdienten und überfälligen Platzverweis eingehandelt.

      Wir müssen mal die IVW Zahlen beobachten, nicht nur bei der Rheinzeitung. IMHO hat die Lügenpresse-Diskussion den Auflageverlust nochmals beschleunigt.

  7. Schade, Herr Lindner – trotz mancher Meinungsverschiedenheit, chapeau für ihre klare Haltung zur Verteidigung unserer Demokratie – im Januar in Koblenz und auch der etwas weiter entfernter in der Türkei.
    Um die Zukunft der RZ mache ich mir gewisse Sorgen.

    1. @Egbert Bialk

      Immer wenn Leute von „unsere Demokratie“ reden, dann weiss man, hier sprechen die schlimmsten Antidemokraten.

      @All

      mal drauf achten

    2. Die „ klare Haltung zur Verteidigung unserer Demokratie“ bestand- nach meiner bitteren Erfahrung-bei Herrn Chefredakteur Lindner u.a. auch darin, seriöse, sachliche, aber justizkritische Eingaben von Lesern zu ignorieren und zu unterdrücken und mündige, mutige Leser und Bürger auf‘s schlimmste zu diskriminieren.
      Des Weiteren bestand seine „ klare Haltung zur Verteidigung unserer unfehlbaren Justiz“ darin, seine gesamte Redaktion anzuweisen, mündige Leser, sogar Abonnenten, zu ignorieren. So meine persönliche Erfahrung!
      Meine- natürlich bis heute unbeantwortete- Eingabe vom 17. Januar 2017:

      From: Bernd Weiand
      Sent: Tuesday, January 17, 2017 1:14 AM
      To: Christian Lindner
      Subject: Gute Nacht- wirklich in aller Freundschaft,

      Sehr geehrter Herr Lindner,

      wirklich in aller Freundschaft,

      Frau Hachenberg hat mir Ihre Zeilen, in denen ich auch vorkam, gezeigt. Nun sitze ich auch hier und es ist schon lange nach Mitternacht.

      Nur eine kurze Antwort, ziemlich formlos, sei mir gestattet, dann will ich auch zu Bett.

      Dass Sie überlastet, wenn nicht gar überfordert sind, kann ein Außenstehender sich vielleicht denken, aber das ganze Ausmaß natürlich nicht ermessen.

      Meine Maxime beim Umgang mit Ihnen oder Ihren Redakteuren war von Anfang an, und ich habe es Ihnen und anderen auch so geschrieben und habe es meiner Partnerin, die viel ungeduldiger ist, immer wieder gesagt: Ich kann von einem Journalisten keine Hilfe verlangen, aber ich kann ihn darum bitten.

      Ich kann denjenigen, der mir helfen soll, weder bedrängen noch beschimpfen oder gar beleidigen. So habe ich es immer gesagt. Und so habe ich es auch gehalten, immer!

      Und so habe ich es auch gehalten trotz permanenter Ignoranz des größten Teils Ihrer Redaktion, bis mich von Ihrer Seite mehrmals solche Sätze erreichten:

      -In Ihrem Fall sehe ich, wie schon mehrfach mitgeteilt, schlicht keine Möglichkeit, Ihrem Anliegen Rechnung zu tragen – schon deshalb, weil Sie es seit Jahren nicht geschafft haben, uns zu vermitteln, worum es Ihnen denn konkret geht.
      -Sie mögen die Schuld dafür bei uns sehen. Da ich Ihre Mails und Eingaben aber mit vielen von anderen Bürgern und Lesern vergleichen kann, möchte ich sagen: Einen Teil des Problems, das Sie beklagen, verursachen Sie selbst – durch ausgesprochen unklare Kommunikation.
      Sätze, die mich an Ihnen zweifeln ließen- und die mich beleidigten. Sätze, die eindeutig einer Lüge gleich kamen und mir bewusst machten, dass Sie zwar behaupten, vielen Menschen geholfen zu haben, aber mir nicht helfen würden. Ich hörte auf, nur noch zu bitten und zu argumentieren. Ich begann mich zu wehren.
      Das schrieb ich z.B. an Herrn Ferdinand:

      Ich nehme für mich nicht in Anspruch, den Literatur- Nobelpreis zu verdienen, aber ich weiß mit absoluter Sicherheit, dass alle meine Texte und Eingaben an Justiz, an Politik und an Presse sachlich, verständlich, konkret, eindeutig und deutlich abgefasst sind. Deutlicher geht es nicht! Das sagen auch übereinstimmend alle(ALLE) meine Bekannten, die die Problematik und die Texte seit langer Zeit kennen! Auch mein Anliegen ist konkret und deutlich zu erkennen! Deutlicher geht es nicht!

      Ich beleidige und verleumde niemanden; ich bedrohe und hetze nicht. Alle meine Texte sind fair, ethisch und moralisch nicht zu beanstanden, zeugen von meiner humanistischen Grundeinstellung und bewegen sich immer auf der Basis unserer gemeinsamen, rechtsstaatlich verbindlichen Werteordnung. Mir geht es um Fakten und Wahrheit. Beweisen sie mir endlich das Gegenteil!
      Das schrieb ich z. B. an Herrn Schwarze:
      Sie begründen Ihren Entschluss( nicht in die Thematik einsteigen) insbesonders mit der von mir „beigefügten Antwort“ ihres Chefredakteurs. Was soll das heißen? Verfügt der Chefredakteur über die Meinungshoheit in der Redaktion von freien Journalisten? Gilt seine Aussage als unfehlbar und unumkehrbar?
      Gerade seine Aussage, ich hätte es seit Jahren nicht geschafft, zu vermitteln, um was es mir konkret geht und ich verursache einen Teil meines Problems selbst durch „ ausgesprochen unklare Kommunikation“ ist empörend und auf keinen Fall hinnehmbar, was nicht nur ich sage, sondern alle eingeweihten, aber objektiven Menschen aus meinem Umfeld; und das sind einige, die ich gerne benennen kann.
      Alle bestätigen mir einmütig: Du hast dein Problem konkret und deutlich vermittelt. Deutlicher geht es nicht!
      Eine sachliche Antwort oder Nachfrage zu meinem Anliegen habe ich von keinem Redakteur bekommen. Entweder totale, nicht zu begreifende Ignoranz oder diese pauschalisierende Ehrabschneidung, ausgerechnet durch den Chefredakteur.
      Und das ausgerechnet einem „alten“ Ethik-, Sozialkunde- und Deutschlehrer(u.a.) !
      Erst nach diesen beleidigenden Aussagen von Ihnen, Herr Lindner, flüchtete ich teilweise in Ironie und Sarkasmus. So könnte ich auch jetzt wieder- wer könnte es mir verdenken- fragen: Konnte ich Ihnen bisher vermitteln, um was es mir konkret geht? Oder halten Sie meine Kommunikation für ausgesprochen unklar? Wenn Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie bitte nach!
      Ich versuche Ihre Position- auch mit der täglichen Belastung- zu verstehen, dann bitte: Verstehen Sie auch mich!
      Erst nach diesen Aussagen von Ihnen wurde mir richtig bewusst: Sie sind nicht irgendein Freund, nicht irgendein Nachbar. Sie sind eine Person in einer verantwortlichen Stellung in unserer Gesellschaft. Sie können und dürfen nicht einfach wegschauen, schon gar nicht den Bittsteller herabwürdigen. Sie selbst und Ihre Gattung postulieren den mutigen und mündigen Bürger.
      Sie selbst nennen sich „ Anwalt der Bürger“. Sie selbst fühlen sich nur Ihrem „Gewissen und dem Leser verantwortlich“. Sie selbst loben Zivilcourage.
      Ich kann Sie nur bitten, das alles zu lesen, wenn es Ihre Zeit erlaubt. Zeigen Sie es auch Ihren Redakteuren, wenn Sie möchten! Ich bin der letzte, der sich nicht um ein sachliches, freundliches und harmonisches Miteinander bemüht.
      Ich hoffe, wir gehen in Zukunft fairer und freundlicher miteinander um. Das schreibe ich nicht zum ersten Mal. Ich habe Verständnis( für fast alles) und will niemanden drängen. Auch das schreibe ich zum—ich weiß es nicht.
      Gute Nacht!

  8. Chefredakteur Lindner ist mir in schlimmer Erinnerung, als er 2016 zur Landtagswahl ein unautorisiertes Interview mit AfD-Frau Petry publiziert hat, in dem diese Dame als schießwütige Person dargestellt wurde. Das gegen alle journalistische Gepflogenheiten der Abstimmung zwischen Interviewern und Interviewten. Wetten, dass Herr Lindner schon aus Karrieregründen so niemals Frau Dreyer von der SPD oder Frau Klöckner von der CDU behandelt hätte.
    Und kürzlich schrieb er einen schlimmen Kommentar gegen den rheinland-pfälzischen AfD-Fraktionschef Junge, als dieser sich über Hetztiraden bei einer ZDF-Karnevalssendung beschwerte. Dabei ließ Lindner aus, dass es Karnevalisten eigentlich darum gehen sollte, die Mächtigen und Regierenden im Land auf die Schippe zu nehmen und nicht eine kleine Opposition. Einen Tag später brannte das Auto von Junges Ehefrau.

  9. Hehe, ist halt nicht sonderlich clever wenn man konsequent mindestens 20% seiner Leser beschimpft.

    Herr Lindner ist mehr linksradikaler Aktivist als Journalist, hat auch der Skandal um die fehlende Autorisierung gezeigt.

    Ich habe schon damals vorhergesagt, Rheinzeitung und Co. bekommen hiernach nichtmal mehr ein Interview eines C-Promis.

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