Trotz stagnierenden Wachstums: Medienriese Bertelsmann punktet 2016 mit operativem Rekordgewinn

Bertelsmann-CEO Thomas Rabe
Bertelsmann-CEO Thomas Rabe

Beim Gütersloher Medienriesen ist im vergangenen Jahr der Konzernumsatz leicht gesunken. Grund hierfür ist der geplante Ausstieg Großbritanniens aus der EU. Konzernchef Thomas Rabe benötigt damit mehr Zeit, um die magische Umsatzschwelle von 20 Milliarden Euro zu knacken. Sie soll möglicherweise erst in 2022 realisiert werden. Zuletzt war der gebürtige Luxemburger noch von 2021 ausgegangen.

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Bei der geplanten Anteilsaufstockung bei der Buchverlagsgruppe Penguin Random House kommt Bertelsmann-Chef Thomas Rabe nicht voran. So hat sich der Vorstandschef offenbar mit dem britischen Partner Pearson bislang nicht auf einen Preis einigen können. „Wir müssen zunächst sehen, wie wir uns bei Penguin Random House auf eine Bewertung verständigen“, sagte Rabe bei der Präsentation der Bilanzzahlen am heutigen Dienstag in Berlin. Bertelsmann will seinen Anteil bei dem Buchverlag auf 70 bis 75 Prozent aufstocken und sucht dafür einen langfristigen Investor. Er schließt zudem aus, für die Transaktion weitere Aktien der RTL Group zu verkaufen. So denke er nicht daran, den Streubesitz der Luxemburger Fernsehgruppe zu verbreitern.

Beim Konzernumsatz ist das Gütersloher Medienunternehmen im vergangenen Jahr auf der Stelle getreten. Er sank leicht auf 16,95 Milliarden Euro. Noch ein Jahr zuvor waren es 17,1 Milliarden Euro. Verantwortlich für die Wachstumsschwäche im vergangenen Jahr macht der Vorstandschef vor allem Wechselkurseffekte. So habe sich der geplante Ausstieg Großbritanniens aus der EU negativ auf die Umsatzentwicklung ausgewirkt. Ohne diese Wechselkurseffekte wäre der Konzernumsatz auf 17,3 Milliarden Euro gestiegen.

Damit braucht Rabe offenbar mehr Zeit, um die magische Umsatzschwelle von 20 Milliarden Euro zu knacken. So nennt der Manager hierfür jetzt einen Zeitrahmen bis 2022. Zuletzt hatte er auf der Bilanzkonferenz im vergangenen Jahr noch von 2020 oder 2021 gesprochen. Rabe verschiebt seit Jahren sein erklärtes Wachstumsziel immer weiter nach hinten.

Auch im Bildungsgeschäft, dem wichtigsten Zukunftsfeld im Konzern, will der CEO weiter expandieren. So plant der Unternehmenslenker, hier in diesem Jahr einem Umsatz von mehr als 250 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz der Sparte um fast 30 Prozent auf 142 Millionen Euro. Rabe strebt in den nächsten drei bis fünf Jahren an, hier mehr als 1 Milliarde Euro umzusetzen.

Weiter zugelegt hat 2016 der Gewinn der Gütersloher. Das Operating Ebitda, wichtigste Ertragskenngröße bei dem ostwestfälischen Familienunternehmen, stieg auf einen neuen Rekordwert von 2,57 (Vorjahr 2,49) Milliarden Euro. Als Grund hierfür nannte Rabe unter anderem die gute Erträge des Fernsehkonzerns RTL. Die Cash Cow des weit verzweigten Medienriesens konnte 2016 das Operating EBITDA auf 1,4 (1,35) Milliarden Euro steigern.

Zum Konzernverbund von Bertelsmann gehören unter anderem die Fernsehgruppe RTL Group, die Buchverlagsgruppe Penguin Random House, der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, das Musikunternehmen BMG sowie der Dienstleister Arvato und die Bertelsmann Education Group.

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