Nicht Sex, nicht Liebe: Wofür Tinder wirklich genutzt wird

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Tinder: Millenial-App für (un-)begrenzte Kontaktmöglichkeiten

Es ist die Dating-App für die Smartphone-Generation: Ein Klick hier, ein Wisch rechts – fertig ist das Match. Allein: Die 50 Millionen Mitglieder weltweit nutzen die App der börsengelisteten Match Group nicht für das Offensichtliche – eine Beziehung oder Sex, wie eine Studie der Studenten-Finanzseite LendEdu ergab. Die beiden Hauptnutzungsszenarien sind profanerer Natur – was für Nutzer mit ernsten Absichten zum Problem werden könnte...

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Spätestens seit den Olympischen Winterspielen  in Sotschi 2014 avancierte Tinder vom Geheimtipp zur Dating-App für die Massen. Warum groß drum herumreden, wenn es ein Klick tut? Olympioniken haben schließlich vorgemacht, wie es geht: „Tinder ist die nächste Ebene“, fand etwa Goldmedaillen-Gewinnerin Jamie Anderson.

Damit meinte Anderson die Weiterentwicklung vom Online-Dating der Nullerjahre, das oft über die Tinder-Mutter Match.com erfolgte –  am Desktop anhand von Internet-Steckbriefen.  Bestand Interesse, schickte man eine E-Mail. Verpasste man vor lauter digitalem Briefeschreiben das Treffen nicht, wurde vielleicht auch im wirklichen Leben ein „Match“ daraus.

Bereits 50 Millionen nutzen Tinder

Ein Jahrzehnt später haben sich Medium und Tempo verändert: Gedatet wird im iPhone-Zeitalter nach Foto-Matches. Klick hier, Wisch rechts  – und los geht das Dating-Vergnügen. Bereits 50 Millionen Nutzer rund um den Erdball versuchen so per Smartphone, neue Bekanntschaften kennenzulernen – beim Klassiker Match.com sind es sogar doppelt so viele.

Allein: Bei alldem Geklicke und Gewische auf dem Smartphone kann man schon mal den Überblick – oder die eigentliche Intention aus den Augen verlieren, wie der Studentenkreditfinanzierer LendEdu jetzt in einer Studie herausgearbeitet hat, an der 3852 US-Millennials im Alter zwischen 18 und 22 Jahren teilgenommen haben.

Tinder-Nutzung: Sexuelles Interesse nur an dritter Stelle

Erste Überraschung: Enorme 72 Prozent der Befragten nutzen die App! Allerdings zum überwiegenden Teil nicht zum Daten:  Lediglich 4 Prozent der Tinder-Mitglieder erhofften sich von der App, eine Beziehung zu finden. Immerhin 22 Prozent gaben an, über Tinder nach einem sexuellen Kontakt zu suchen.

Es gab jedoch zwei wichtigere Nutzungsszenarien für amerikanische Millennials: 29 Prozent der Tinder-Nutzer gaben an, die App aus „Anderen Gründen“ zu verwenden – Neugier oder der Suche nach Freundschaft.

Hauptsächliche Tinder-Nutzung: Prokrastination und Suche nach Freundschaft

Der überwältigende Anteil hat indes überhaupt kein reales Kontakt-Interesse: Erstaunliche 44 Prozent der Tinder-Nutzer klickt auf die beliebte App mit dem Flammen-Logo lediglich aus Prokrastination, um das Ego zu streicheln – das bekundete Interesse von anderen Teilnehmer reicht als willkommener Zeitvertreib zur Selbstbestätigung, so das überraschende Ergebnis der Untersuchung.

Tinder gehört zu Match Group, die im November 2015 unter dem Tickersymbol MTCH an die Technologiebörse Nasdaq debütierte. Die noch junge Börsenkarriere der Tinder-Mutter verlief bislang relativ unaufgeregt: Vom Ausgabekurs bei 12 Dollar legte die Match-Aktie am ersten Handelstag bis auf 15 Dollar zu. Heute notiert das Papier knapp einen Dollar höher.

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